Vorbildfunktion Brasilien: Kryptofreundliche Bevölkerung schaut neidisch auf El Salvador
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Aerial panorama of Christ and Sugar Loaf Mountain, Rio De Janeiro, Brazil.

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Laut einer von einer aktuellen Umfrage sprechen sich 48 Prozent der Befragten in Brasilien für die legale Einführung von Kryptowährungen aus. Das Vorbild El Salvador könnte durchaus Schule machen.

Seit einer Woche schaut die Bitcoin-Welt gebannt auf El Salvador, wo die Kryptowährung den Status eines offiziellen Zahlungsmittels erreicht hat. Musste der dortige Präsident gegen einen zum Teil großen Widerstand seines Volkes angehen, wünscht sich ein Großteil der Brasilianer ebenfalls BTC als offizielle Landeswährung. So glauben 48 Prozent der Bevölkerung Brasiliens, dass die Regierung von Jair Bolsonaro Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführen sollte. 


Das ist eine der Schlussfolgerungen, die das Unternehmen Sherlock Communications in einem Bericht über Blockchain in Lateinamerika 2021 gezogen hat. Die Ergebnisse wurden diese Woche bei Yahoo Finance veröffentlicht. Die in zwei Teile gegliederte Studie befasste sich mit acht lateinamerikanischen Ländern. In diesen erlebten Kryptowährungen in den letzten Jahren einen großen Aufschwung. Eine dieser Umfragen wurde mit 2.700 Personen in den fünf Ländern mit den größten Volkswirtschaften der Region durchgeführt. Dazu zählen Brasilien, Argentinien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

Es ist das Abstimmungsergebnis aus Brasilien, das hier am meisten aufhorchen lässt. Nicht nur, dass fast die Hälfte sich BTC als Landeswährung wünschen, 56 Prozent finden zudem die neue Gesetzgebung in El Salvador gut. Während dort die mangelnde Zustimmung für das neue Gesetz durchaus auch auf Unkenntnis über Bitcoin zurückgeführt werden kann, ist die Lage in Brasilien anders. Dort geben nämlich 92 Prozent an, zu wissen, was Bitcoin ist. 


In Brasilien ist Bitcoin trotz wenig Regulatorik sehr beliebt

Die Studie ergab auch, dass 55 Prozent der Befragten in Brasilien regelmäßig in BTC investieren, um ihr Anlageportfolio zu diversifizieren. Der zweitwichtigste Grund für BTC-Anleger ist der Schutz vor Inflation und wirtschaftlicher Instabilität (39 Prozent der Antworten).

Das Experiment von El Salvador könnte eine großartige Referenz für lateinamerikanische Länder werden. Sie können daran sehen, wie sie Blockchain und Kryptowährungen in ihre Volkswirtschaften einbinden und mehr Wohlstand für ihre Bürger schaffen können

, so der Sherlock-Berater Luiz Eduardo Abreu Haddad laut Medienberichten

In Brasilien ist die Krypto-Börse Mercado Bitcoin der Marktführer. Allein im ersten Quartal 2021 hat sie mit rund 2,7 Millionen Nutzern auf ihrer Plattform Kryptowährungen im Wert von fast 5 Milliarden US-Dollar gehandelt. Dieses Volumen ist größer als das, was in den ganzen Jahren von 2013 bis 2020 auf der Plattform gehandelt wurde, gab Mercado-CEO Reinaldo Rabelo zu Protokoll. Im gesamten Jahr 2020 wurden auf der Plattform nur 1,2 Mrd. USD gehandelt. Allerdings heißt es auch in Brasilien, dass die regulatorischen Vorschriften der Behörden der Beliebtheit unter der Bevölkerung deutlich hinterherhinkt. 


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