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Bitcoin-Kolumne von Roman Reher “Ich habe gerade von Bitcoin erfahren – ich bin hier, um es zu verbessern”

“I just heard about bitcoin –  I’m here to fix it” ist schon seit langer Zeit ein beliebtes Meme innerhalb der Bitcoin-Community, welches immer dann zum Einsatz kommt, wenn jemand gutgläubig, aber doch ahnungslos der Meinung ist, man könne doch das Bitcoin-Netzwerk auf diese oder jene Weise besser, sicherer, schneller, grüner, nachhaltiger oder was auch immer machen. Eine Kolumne vom Blocktrainer Roman Reher.

Roman Reher
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Bitcoin Europa

Quelle: Shutterstock

Selten war das Meme so treffend in seiner Verwendung wie dieser Tage, in denen linke und grüne EU-Politiker aus völligem Unverständnis heraus eine Regulation des Proof-of-Work-Mechanismus anstreben, welches ein de facto Verbot des Bitcoins und zahlreichen anderen Kryptowährungen zur Folge hätte. 

Das Schlimme dabei ist nämlich, dass sich im Anschluss an die Abstimmung im ECON Ausschuss der EU (welche die linksgrüne Fraktion glücklicherweise verloren hat) einige Politiker öffentlich zu Wort meldeten und durch ihre Aussagen mehr als deutlich machten, dass sie etwas regulieren möchten, was sie im Grunde überhaupt nicht verstehen.

Ein Verbot sei nie das Ziel gewesen und “stand nie im Vorschlag” erklärte beispielsweise der Abgeordnete Rasmus Andresen. Es gehe vielmehr darum, “ökologisch messbare Kriterien” zu setzen, damit sich diejenigen Kryptowährungen etablieren, die “ihren Energieverbrauch optimieren”. Diese Aussagen und die Herangehensweise strotzen nur leider so vor Naivität und Unverständnis, dass man überhaupt nicht weiß, wo genau man anfangen soll, sie zu widerlegen. 

Einmal völlig außen vor gelassen, welchen Wettbewerbsnachteil eine derartige Regulierung für die EU gegenüber Asien und Amerika (allen voran den USA) bedeutet hätte, war die vorgeschlagene Gesetzgebung alles andere als fortschrittlich und zielführend. Zu glauben, man könne die Krypto-Projekte durch entsprechende Anforderungen dazu bringen, den eigenen Energieverbrauch zu senken, mag für zentral geführte Altcoins eventuell stimmen, zeigt aber auch gleichzeitig die enormen Verständnislücken, gegenüber der Governance des Bitcoin-Netzwerks.

Bitcoin und Proof of Work: Kein Bug, sondern ein Feature

Schließlich gibt es keine “Bitcoin-Firma” oder “Chefprogrammierer”, welche den Energieverbrauch einfach nach dem Gusto der EU senken könnten. Bitcoin ist dezentral organisiert und im Hinblick auf maximale Sicherheit und Zensurresistenz designt, der hohe Energieverbrauch ist ein tragendes Element und – wie heißt es so schön – kein “Bug” sondern ein “Feature”. 

Abgesehen davon ist auch der Energieverbrauch überhaupt nicht das Problem, sondern vielmehr der CO₂-Ausstoß, der wiederum nicht von den Minern verursacht wird, sondern von den Stromproduzenten. Eine sinnvolle Regulierung von “schmutzigem” Strom und dessen Anwendungsgebieten, wäre wohl deutlich zielführender, da es das Mining mit erneuerbaren Energien fördern würde. Daraus könnten weitere positive Effekte entstehen, die tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Bekämpfung des Klimawandels hätten. 

Einen derartigen Vorstoß gibt es gerade im US-Bundesstaat New York zu beobachten. Dort soll nun ein zweijähriges Moratorium für Miningfarmen verhängt werden, welche Strom nutzen, der durch die Nutzung von kohlenstoffbasiertem Brennstoff erzeugt wurde. Im Gegensatz zu einem sinnlosen Gesetz, welches mehr Schaden anrichtet (man denke z.B. an die, in der EU ansässigen, Bitcoin-Firmen und deren Mitarbeiter) als dass es tatsächlich dem Klimawandel helfen würde. Es fehlt demnach nicht an Richtlinien und Vorgaben für Bitcoin-Miner, sondern vielmehr für Stromerzeuger und deren Rohstoffnutzung et cetera.

Regulierung mit Augenmaß und Verstand hingegen ist etwas, was der Markt wirklich braucht und was auch langfristig einen positiven Impact sowohl auf den Bitcoin an sich, die europäische (Digital-)Wirtschaft und schlussendlich auch das Klima haben wird. 

Die Förderung von klimaneutralen Energiequellen zur Stromerzeugung kann durch einen stromhungrigen und finanzkräftigen Abnehmer wie das Bitcoin-Netzwerk stark vorangetrieben werden. 

Bitcoin muss in dieser Hinsicht nicht “gefixt” beziehungsweise verbessert werden. Bitcoin ist gut, so wie es ist. Das Mindset der Leute und der politische Rahmen muss gefixt werden, um dem Netzwerk den Raum zu geben, den es braucht, um seine Magie walten zu lassen. 

Nicht wir fixen Bitcoin, Bitcoin fixt uns und unsere Welt.

Zur Webseite vom Blocktrainer geht es hier entlang.

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