Pessimistische Perspektive 

Bitcoin und Gold vor der Korrektur? Bloomberg-Analyst erwartet Blow-off-Top

Bloomberg-Experte Mike McGlone zeichnet für Bitcoin und Gold ein düsteres Bild. Warum er mit viel Gegenwind und wenig Eigendynamik bei beiden Assets rechnet.

Markus Maier
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Bitcoin-Münze und Goldbarren

Beitragsbild: Shutterstock

| Haben Gold und Bitcoin schwere Monate vor sich?

Gold und Bitcoin schwebten bis vor Kurzem auf Wolke sieben: Gold notierte über 5.000 US-Dollar und Bitcoin über 100.000 US-Dollar. Aber die Euphorie ist verflogen, und sowohl das analoge als auch das digitale Gold mussten zuletzt herbe Verluste verbuchen. Derweil ziehen die Notenbanken die Zinsen an, und die Fed dürfte im Dezember erneut erhöhen. Kurzum: Was können Gold und Bitcoin Anlegern als Wertspeicher in diesem Umfeld noch bieten? Der Bloomberg-Experte Mike McGlone hat darauf eine ernüchternde Antwort.

Gold bleibt bei Zentralbanken der Kassenschlager

Der Preisrückgang bei Gold steht im scharfen Gegensatz zur Nachfrage, vor allem zu der von institutionellen Käufern. Zentralbanken kauften im dritten Quartal 2026 mit 321 Tonnen 42 Prozent mehr Gold als im Vorjahresquartal, wie das World Gold Council in seinem Quartalsbericht schreibt. Auch die Gold ETFs verzeichneten wieder Zuflüsse, und die Gesamtnachfrage seit Jahresbeginn ist fast on par mit dem Rekordniveau von 2025.

Privatanleger halten sich dagegen zurück. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank um 19 Prozent, weil viele laut WGC auf eine klarere Preisrichtung warten. Schmuck verzeichnete sogar das schwächste dritte Quartal seit Beginn der Datenreihe. Neben den hohen Preisen dürfte hier auch die schwache Konsumstimmung eine Rolle spielen.

Seit dem Hoch im Frühjahr ist der Goldpreis deutlich gefallen / Quelle: Goldpreis.de

Hohe Leitzinsen, steigende Anleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar könnten die Nachfrage im vierten Quartal bremsen. Trotz des Gegenwinds zeigt sich das WGC für 2026 zuversichtlich, den vor allem die Inflationsrisiken und geopolitische Spannungen dürften Gold stützen. Darüber hinaus steigt die Schuldenquote vieler Staaten weiter.

Viele dieser Faktoren lassen sich auch auf Bitcoin übertragen – zumindest, wenn man dem Vermögensverwalter Bitwise Glauben schenken will. Er sieht Bitcoin und Gold gleichermaßen als Wertspeicher und traut Bitcoin langfristig sogar Millionenkurse zu. Nach den Zwischenwahlen zeigte sich der Bitcoin-Kurs zumindest zunächst stabil.

Blow-off-Top bei Bitcoin und Gold?

Mike McGlone zeichnet in einem Podcast hingegen ein deutlich düstereres Bild. Er sei die vergangenen zwei Jahrzehnte bullish auf Gold gewesen – bis zu diesem Jahr. Als Gründe nennt er, dass die letzte Gold-Rallye zu rasch gewesen sei und Gold, aber auch Bitcoin, zu eng an der Enwicklung des S&P 500 hingen. Alle Marktteilnehmer seien „Aktien-Marionetten“. Die hohen Anleiherenditen sieht er ebenfalls als große Belastung. Bei solchen Renditen für sichere Staatsanleihen hätten Rohstoffe kaum noch Luft nach oben.

Der Analyst kann einen soliden Track Record vorweisen, denn zuletzt lag er beim Gold-Top richtig. Bereits im April schrieb er auf X, dass das Edelmetall seinen Lauf möglicherweise beendet habe und zog Parallelen zum Höchststand von 1980, der bis 2008 Bestand hatte. Anders schaut es zumindest bis heute bei seiner Bitcoin-Crashprognose von 10.000 US-Dollar aus, an der der Senior Commodity Strategist noch immer festhält.

Bei Bitcoin und Gold befürchtet McGlone ein Blow-off-Top – einen Höchststand nach einem übersteigerten Anstieg. Ein solches Top halte bei Gold normalerweise lange an. Statt neuer Allzeithochs erwartet er eher Dip-Käufe mit anhaltendem Hangover. Auch die Stimmung in der Krypto-Branche macht ihn skeptisch. Fast alle, mit denen er spreche, seien überzeugt, dass der Boden erreicht ist, was der Experte als Warnsignal betrachtet.

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