Bitcoin und traditionelle Märkte Bitcoin schwächelt wieder
Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Wie haben sich die klassischen Assets und Bitcoin so entwickelt?

Quelle: Shutterstock

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Die Korrelation von Bitcoin mit den Vergleichsassets ist weiterhin minimal beziehungsweise gegenläufig. Die Performance konnte zwar bisher kaum über die der Vergleichsassets steigen, hat jedoch auch nicht den Anschluss zu diesen verloren.

Seit fast einem Jahr verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017. Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten:

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  • die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den traditionellen Märkten
  • die Volatilität
  • die Performance des Bitcoin-Kurses

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf diese drei Größen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichswerte aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und DAX sowie die Kurse von Öl und Gold.

Entkopplung zwischen Bitcoin und Gold abgeschlossen

Ähnlich wie in der letzten Woche müssen wir mit einer Bemerkung beginnen: Ab dem 30. Dezember tat sich an den japanischen Märkten beziehungsweise beim Nikkei-Index nichts. Für die Analyse sind wir deshalb von einem konstanten Index ausgegangen. Wie oben beschrieben betrachten wir jedoch ohnehin immer die Werte der letzten 30 Tage, sodass die durch die Zeit zwischen den Jahren zustande kommende Unsicherheit gering ist.

Der Großteil der klassischen Märkte verhält sich gegenläufig zum Bitcoin-Kurs. Insbesondere der DAX weist eine deutliche negative Korrelation auf, aber auch der S&P 500 sowie Gold haben eine negative Kopplung zu Bitcoin. Der Nikkei-Index und Öl hingegen bewegen sich recht unabhängig zum Bitcoin-Kurs. Jenseits vom Bitcoin-Kurs fällt noch die hohe Korrelation zwischen Gold und den Indizes S&P 500 und DAX auf:

Korrelationen zwischen Bitcoin und dem klassischen Markt

Größtenteils sind die Korrelationen aller Assets zum Bitcoin-Kurs recht gering und pendeln um -10 Prozent. Die größte Ausnahme ist dabei Öl, dessen mittlere Korrelation zu Bitcoin jüngst einen dramatischen Sprung nach oben machte. Außerdem springt die starke Antikorrelation zwischen dem DAX und dem Bitcoin-Kurs von immerhin -20 Prozent ins Auge:

Die Korrelationen sind größtenteils ins Negative gefallen.

Insgesamt ist die absolute mittlere Korrelation mit den übrigen Märkten auf 10 Prozent gestiegen. Sie ist damit aber wie gewohnt die niedrigste in unserem Marktvergleich. Öl und der Nikkei-Index folgen knapp dahinter mit einer absoluten mittleren Korrelation von 11 Prozent. Die übrigen Assets und Vergleichswerte haben absolute mittlere Korrelationen von über 20 Prozent.

Berücksichtigt man etwaige Kompensationseffekte ist die Situation etwas anders: Mit -9 Prozent ist die Kryptowährung zu den übrigen Märkten stark gegenläufig. Nur der Nikkei-Index stellt sich den übrigen Assets und Vergleichswerten mit einer Korrelation von -11 Prozent stärker entgegen. Öl besitzt eine positive Korrelation von 7 Prozent und verhält sich damit unabhängiger als der Bitcoin-Kurs.

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Volatilität Bitcoins weiter bei drei Prozent

Über das Jahresende hat sich im Kurs eher wenig getan, sodass die Volatilität vom Bitcoin-Kurs weiter um die drei Prozent pendelt. Was jenseits von Bitcoin auffällt, ist, dass die Volatilität von Öl drastisch abgenommen hat und inzwischen den Volatilitäten der Vergleichsassets von den übrigen klassischen Märkten nahekommt:

Die Volatilität Bitcoins steigt wieder leicht an.

Bitcoins Performance tanzt um die Null

Nach den Weihnachtsfeiertagen sank die Volatilität Bitcoins wieder unter die der Vergleichsassets und damit unter die Nulllinie. Dort blieb sie über den Jahreswechsel, konnte jedoch jüngst wieder etwas aufholen. Inzwischen steht sie wieder über Null und kann eine bessere monatliche Performance als der DAX vorweisen:

Bitcoin kämpft weiterhin um einen Platz bei den Performances der klassischen Märkte

Aktuell ergibt eine Betrachtung der Entwicklung eines Investments seit Jahresbeginn keinen wirklichen Sinn. Wir werden diese wieder im zweiten Quartal aufnehmen. Bis dahin schauen wir uns nur an, wie sich ein Einmal-Investment über den letzten Monat, das letzte Quartal und das letzte Jahr verhalten hätte.

Das Bild ist ähnlich zu dem der letzten Woche: Immerhin hätte jemand, der vor einem Monat in Bitcoin investiert hätte, keinen Verlust gemacht. Dennoch wären andere Investments, insbesondere in Gold, deutlich lukrativer gewesen. Über das letzte Quartal betrachtet ist es noch eindeutiger. Hier hätten alle klassischen Assets und Vergleichswerte bis auf Gold zweistellige Gewinne vorweisen können. Bitcoin ist im Kontrast dazu um 11 Prozent gefallen. Doch auch dieser Kurssturz ändert wenig an dem fulminanten Kursanstieg, den Bitcoin über das Jahr 2019 erlebt hat: Mit 88 Prozent Plus stellt die Kryptowährung Nummer eins immer noch den S&P 500, Öl und den DAX in den Schatten:

Eine Übersicht über die Performances von Bitcoin und den Vergleichswerten.

Bitcoin ist also wieder als Langzeit-Investment interessant. Er hat sich eindeutig als unkorreliertes Asset bewiesen, dessen Volatilität seit über einem Quartal unter vier Prozent liegt. Zwar stehen noch die großen Kursgewinne aus, aber mit dem Halving im Blick wird Bitcoin wieder attraktiv. Das zeigt auch die Hash Rate, die sich in neuen Höhen bewegt.

Daten am 3. Januar 2020 von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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