Gegenüberstellung Bitcoin-Maximalismus vs. Altcoin-Idealismus
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Am · Lesezeit: 4 Minuten

Zwei Fechter stehen sich gegenüber

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Am Krypto-Markt mangelt es nicht an Diversität: Mit rund 6.000 gelisteten Kryptowährungen ist das Krypto-Ökosystem überaus artenreich. Doch nicht alle Anleger sind vom Potenzial der Altcoins überzeugt. Für Maximalisten zählt nur Bitcoin. Ist diese Position gerechtfertigt oder blauäugig?

Der Artikel ist zuerst in der Oktoberausgabe des Kryptokompass erschienen. Mehr Informationen zum Monatsmagazin mit den Themenschwerpunkten digitale Assets und Blockchain-Technologie finden sich im Kryptokompass-Shop.


Der Krypto-Markt teilt sich für Maximalisten in Bitcoin einerseits und dem ganzen Rest – immerhin knapp 6.000 Kryptowährungen – andererseits auf. Für Bitcoin Maximalisten ist die Sache eindeutig: Nur Bitcoin hält sein Werteversprechen, Altcoins sind früher oder später zum Scheitern verurteilt. Auf der anderen Seite argumentieren Altcoin-Trader mit lukrativeren Renditen und realen Anwendungsfällen einiger ambitionierter Atcoin-Projekte. Um beiden Positionen Gehör zu verschaffen, stellen wir die Ansichten gegenüber und lassen Euch entscheiden, wer die besseren Argumente hat.

Pro Bitcoin-Maximalismus 

Neben Bitcoin gibt es keine Kryptowährungen mit Bestand. Nicht umsonst trägt diese totalitäre Haltung den Namen Bitcoin-Maximalismus. Für Maximalisten, liebevoll Maxis genannt, gibt es eben nur Bitcoin, das sein Wertversprechen einlöst. Warum? Weil Bitcoin nach Ansicht der Maxis das beste aller Geldsysteme darstellt. Um diesen Gedankengang zu plausibilisieren, hilft ein Blick in die BTC-Genese.

Bitcoin ist als Reaktion auf inflationäre und zentral gesteuerte Geldsysteme entstanden. Die deflationär programmierte BTC-Umlaufmenge ist per Blockchain festgeschrieben. Zudem schützt diese Infrastruktur vor Manipulationen und Eingriffen – im BTC-Netzwerk gibt keinen Single Point of Failure. Im Gegensatz zu vielen Altcoin-Projekten wie Ethereum schluckt die Bitcoin Blockchain außerdem kaum Rechenkapazitäten. Mit einer Full Node kann jeder seinen Beitrag zum Netzwerk leisten, über 10.000 Full Nodes sind derzeit aktiv. In puncto Dezentralität erfüllt BTC also alle Vorgaben mustergültig.


Doch das entscheidende Kriterium für Maxis ist die Knappheit des Assets. BTC ist schließlich das „endlichste“ aller Güter und mit einem Gesamtsupply von 21 Millionen Coins seltener als das begehrteste aller Edelmetalle Gold. Das Zusammenspiel mit Faktoren wie der Teilbarkeit und inhärenten Wertspeicherfunktion lässt also nur eine Schlussfolgerung zu: Bitcoin überdauert, während sämtliche Altcoins früher oder später ins Gras beißen. Aufgrund der Netzwerkeffekte vermag keine andere Kryptowährung die Trennung von Geld und Institution bei gleichzeitig steigender Akzeptanz als Bezahlmittel und Funktion als Store of Value derart unter einen Hut zu bringen wie Bitcoin

Contra Maximalismus

Bitcoin war der First Mover – das war’s dann aber auch. Seine Qualität als sicherer Wertspeicher basiert in erster Linie darauf, dass die Bitcoin Blockchain die meiste Zeit hatte, zu wachsen. Das gleiche gilt für die Bekanntheit der „Marke“ Bitcoin, die als einzige der Kryptowährungen regelmäßig Einzug in den Mainstream-Medien hält – auch wenn es dabei in der Regel lediglich um die jüngsten Kurseskapaden von BTC geht, das längst zum rein spekulativen Asset verkommen und weit von Nakamotos ursprünglicher Idee eines „Elektronischen Peer-to-Peer-Bezahlsystems“ abgerückt ist.

Dass es der nicht gerade kleinen Gemeinschaft von BTC-Entwicklern in elf Jahren noch nicht gelungen ist, BTC vom digitalen Asset zur alltagstauglichen Währung zu machen, sollte ein Warnsignal für jene sein, die denken, dass BTC künftig Fiatgeld ersetzen kann. Bitcoin ist weder anonym noch skalierbar. Versuche, BTC für Bezahlungen nutzbar zu machen, sind in Forks geendet (BCH, BSV) oder haben sich in der Entwicklung des Lightning Network verrannt, die nach wie vor stagniert.

Das legt langfristig auch die Säge an das Narrativ von Bitcoin als Wertspeicher, denn dessen künstliche Knappheit alleine wird auf Dauer nicht ausreichen, um dem Ruf als „digitales Gold“ gerecht zu werden. Der dogmatische Bitcoin-Maximalismus, der großzügig die Augen vor den Entwicklungen im Krypto-Sektor verschließt, ist stärker von Ideologie und Wunschdenken denn von Ratio geprägt. Der vermeintliche „sichere Hafen“ Bitcoin könnte sich spätestens, wenn der letzte Block „geschürft“ ist und die Miner ausschließlich von den Netzwerkgebühren zehren müssen, als Fata Morgana entpuppen.



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