Marktupdate 

Bitcoin erholt sich: Warum die Finanzmärkte nervös bleiben

Für Dezember rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer inzwischen mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank. Was bedeutet das für Bitcoin?

Jan-Malte Minnerup
Teilen
Bitcoin-Münze vor einem grünen Kurs

Beitragsbild: Shutterstock

| Wie weit kann die Erholung an den Finanzmärkten gehen?

Nach Kursverlusten von 20 Prozent beim südkoreanischen Aktienindex KOSPI und einer zehnprozentigen Bitcoin-Korrektur zeigen die Finanzmärkte zur Wochenmitte wieder Signale leichter Zuversicht. Bitcoin klettert erneut in Richtung der Marke von 83.000 US-Dollar und die Aktienmärkte haben ihren Abverkauf zunächst gestoppt. Wie weit kann die Erholung angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken und des hohen Ölpreises noch gehen?

Wall Street und Asiens Börsen erholen sich

An der Wall Street sorgten überraschend gute Unternehmenszahlen von Hasbro und 3M jedenfalls für ein freundlicheres Marktsentiment und ließen den Dow Jones und S&P 500 leicht steigen, wohingegen der technologielastige NASDAQ keine nennenswerte Bewegung vorzuweisen hat.

Der zuletzt stark belastete asiatische Markt zeigte eine etwas deutlichere Gegenbewegung mit Kursgewinnen von über vier Prozent bei den Halbleiterwerten Samsung Electronics und SK Hynix. Zudem gewann der japanische Nikkei ein Plus von etwa drei Prozent seit Wochenstart.

Ölpreis und Inflation bleiben die größten Risiken

Für Unsicherheit sorgt allerdings weiterhin die Lage im Nahen Osten. Brent-Rohöl hatte gestern zeitweise 112 US-Dollar je Barrel erreicht, bevor Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung zwischen den USA und Iran die Preise sinken ließen. Seitdem sind die Preise angesichts anhaltender Versorgungsrisiken jedoch erneut angestiegen und stehen mit 110 US-Dollar je Barrel inzwischen mehr als 40 Prozent über dem Niveau aus August diesen Jahres.

Für Dezember erwartet der Markt mit großer Mehrheit eine Zinserhöhung I CME Group

Die hohen Energiepreise treiben zudem die Inflation weiter voran und erschweren der US-Notenbank mögliche Zinssenkungen. Bei ihrer nächsten Sitzung Ende Oktober rechnet der Markt zwar noch mit überwiegender Mehrheit von 81 Prozent mit einem unveränderten Leitzins, was für die Fed-Sitzung Anfang Dezember allerdings ganz anders aussieht. Dort erwarten die Marktteilnehmer aktuell mit 76,7 Prozent einen Anstieg des Leitzinses um 25 Basispunkte, 13,2 Prozent gehen sogar von einem Anstieg um 50 Basispunkte aus. Am Krypto-Markt verstärkten zudem Liquidationen von Short-Positionen die jüngste Aufwärtsbewegung.

Das könnte dich auch interessieren