Von Minern und ASICs Bitcoin-Miner trotz Kurs-Rücksetzer bullish
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Bitcoin Miner.

Quelle: Shutterstock

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Der aktuelle Kurs-Rücksetzer scheint die Mining-Industrie nicht groß zu sorgen. Im Gegenteil. Die Bitcoin Hash Rate kennt aktuell nur eine Richtung: Norden.

Kasachstan macht es vor. Der zentralasiatische Staat gibt Kryptowährungen eine Chance und öffnet sich für das Bitcoin Mining (BTC). Dabei strebt der zuständige Minister für digitale Entwicklung, Bagdat Mussin, ein Investitionsvolumen von sage und schreibe 714 Millionen US-Dollar (USD) an. Mit dem Geld sollen insgesamt 17 BTC-Minen in dem Land gebaut werden.

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Zugute kommt Kasachstan dabei natürlich der günstige Strom. Erzeugt aus den reichhaltigen Erdölvorkommen des Landes kostet er Mining-Farmen nur etwa fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh). Zum Vergleich: Hierzulande zahlt man im Durchschnitt etwa 25 Cent je kWh.

Der Schritt ist die logische Fortsetzung eines Krypto-freundlichen Kurses, den das Land seit geraumer Zeit fährt. Schließlich erlauben es die Steuerregulierungen des Landes, Erträge aus dem Bitcoin Mining steuerfrei zu behalten – so lange sie nicht in Fiatgeld getauscht werden.

Kasachstan Engagement in Sachen Bitcoin und Co. zeigt einmal mehr, was es bedeutet, eine weltumspannende Kryptowährung zu haben. Denn während sich Nachbar Russland in Sachen digitales Geld eher zwiegespalten gibt, macht das zentralasiatische Land Nägel mit Köpfen.

Und das kann sich richtig lohnen. Denn bei Stromkosten im unteren Centbereich lassen sich beim aktuellen Kurs mithilfe der neuesten Antminer-Generation sage und schreibe 60 Prozent Rendite erwirtschaften. Die Betriebskosten für das Mining eines einzelnen BTC belaufen sich aktuell auf etwa 5.000 USD.

Positiver Nebeneffekt des Standorts ist zudem auch sein Klima. Das halbe Jahr herrschen in Teilen Kasachstans zweistellige Minustemperaturen. Die Kühlung der Geräte wird damit deutlich kostengünstiger.

Bitcoin Mining immer dezentraler

Der Bericht fällt in einen Zeitraum, in dem das Bitcoin Mining immer unabhängiger von China wird. Erst kürzlich veröffentlichte das Analyseportal BitOoda einen umfangreichen Report über den Status quo in Sachen Krypto-Mining. Demnach befindet sich aktuell „nur“ noch etwa 50 Prozent der Hash Rate im Reich der Mitte. Vormals war man von mehr als 60 Prozent ausgegangen.

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Chinas Regensaison lässt Hash Rate sprießen

Fällt in China der Regen, gedeiht nicht nur Flora und Fauna, sondern auch das Bitcoin-Netzwerk. Denn wenn in Sichuan und Yunnan von Mai bis Oktober Regenzeit herrscht, schwellen die Dämme an; Strom aus Wasserkraft wird zu einer der günstigsten Energiequellen überhaupt. Da die Stromproduktion bei weitem die Nachfrage übersteigt, verkaufen die Kraftwerke ihre überschüssige Energie nur allzu bereitwillig an energiehungrige Bitcoin-Minen, die sich mitunter direkt neben den Kraftwerken ansiedeln. Während der Regenzeit können Mining Farmen Strom zum Teil für Schleuderpreise um 1 Cent pro kWh beziehen.

Das führt regelmäßig zu Anstiegen der Hash Rate sowie geringeren Bitcoin-Verkäufen der Miner, da die Betriebskosten sinken.

Und in Zukunft?

Eine größere Dezentralität im Bitcoin Mining ist eine gute Nachricht. Zwar war BTC nie unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei, wie so mancher Pessimist behauptete. Trotzdem blickte man ungern auf Statistiken, die ein großes Ungleichgewicht in der globalen Verteilung von Hash Rate aufzeigen.

Zur Stunde steht die Bitcoin Hash Rate bei etwa 120 Exahashes pro Sekunde.

Die Bitcoin Hash Rate. Quelle: Digitalik.net.

Nach Ansicht von BitOoda dürfte sich diese in den nächsten 12 Monaten noch einmal verdoppeln. Beim rapiden Wachstum der akkumulieren Rechenpower im Netzwerk ist das keine sehr steile These. Grund für den Optimismus ist allen voran das exponentielle Wachstum der ASIC-Rechenkapazität. Denn wer jetzt nichts auf das neueste ASIC-Modell, den Antminer S19, umsteigt, dürfte an Boden verlieren.

Damit sich die Inventionen jedoch auch zukünftig lohnen, muss irgendwann auch der Kurs steigen. Denn mit zunehmender Konkurrenz auf dem Mining-Markt, werden auch die Margen immer kleiner.

Laut BitOoda reicht für konstante Profitabilität bereits ein Preisanstieg von 25 bis 30 Prozent pro Jahr. Eine konservative Prognose.

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