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Speedy Trial Auf der Zielgeraden: Diese Bitcoin-Miner unterstützen Taproot

Bereits 15 Prozent der Miner signalisieren ihre Unterstützung für Taproot. Welche Hürden jetzt noch zu nehmen sind.

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Wurzeln eines Baumes.

Beitragsbild: Shutterstock

Bitcoin könnte schon bald schlanker und skalierbarer werden. Denn allem Anschein nach bewegt sich ein lang erwartetes Software-Update von Bitcoin Core auf die Zielgerade zu. Die Rede ist natürlich von Taproot. Wenn bis Ende des Difficulty Adjustment über 90 Prozent der Mining Nodes ihre Zustimmung zu dem Software-Update signalisieren, wird die Soft Fork voraussichtlich im November dieses Jahres implementiert. Falls nicht, geht das Spiel nach dem nächsten Difficulty Adjustment in etwa neun Tagen von vorne los. Dieser Signaling-Mechanismus, auch Speedy Trial genannt, ist neu und entstand aus den Lehren von zurückliegenden Core-Updates, die von eklatanten Koordinierungsschwierigkeiten der verschiedenen Stakeholder-Gruppen geprägt waren.

Aktuell beträgt die sogenannte “Signaling-Rate” aber lediglich 15 Prozent. Nur 39 von bisher 297 Bitcoin-Blöcken der aktuellen Difficulty-Periode haben ihre Unterstützung signalisiert. Unter den Unterstützern sind aber namhafte Mining Pools wie F2Pool, der alleine etwa 18 Prozent der Hash Rate innehat.

Diese Pools haben ihre Unterstützung mit “signal-bit-Daten” signalisiert. Quelle: https://taproot.watch/miners.

Insgesamt überwiegt aber die Skepsis gegenüber dem Update. Auf taproot.watch kann man die Adoption von Taproot verfolgen.

Die grünen Rechtecke symbolisieren Blöcke, die signal-bit-Daten inkludiert haben. Quelle: https://taproot.watch/.

Die Aktivierung des Updates erfolgt, wenn mehr als 90 Prozent der Mining Nodes innerhalb des aktuellen Difficulty Adjustment ihre Unterstützung für Taproot signalisieren. Die grünen Blöcke stammen von Mining Pools, die Taproot unterstützen.

Bitcoiner sind Pro-Taproot

Auch auf Bitcoin-Twitter signalisiert man mithilfe von grünen Vierecken im Namen seine Unterstützung für das in der Community beliebte Update. Schließlich gelten Bitcoiner ganz überwiegend als Supporter von Taproot; lediglich die Miner lassen sich noch bitten. Damit die Soft Fork aber möglichst sanft ins Protokoll gleitet, ist eine Zustimmung der Mining Nodes hilfreich.

Zur Not könnte Taproot aber auch per User Activated Soft Fork (UASF) ins System kommen. Das wäre dann bereits das zweite Mal. Denn auch SegWit wurde gegen den Widerstand der Miner implementiert. Damals rebellierte die Mehrzahl der Bitcoiner gegen Update-Versuche, die die Block Size auf 4 MB verdoppeln wollte, indem sie den entsprechenden Code nicht installierten. Stattdessen hatten Full-Node-Besitzer lediglich auf SegWit geupdatet.

Was ist Taproot?

Unter Taproot subsumiert die Bitcoin-Szene drei wesentliche Updates: BIP 340, 341 und 342. Diese sollen aber nach Möglichkeit zeitgleich implementiert werden, da sie aufeinander aufbauen. Als wichtigster Baustein gilt die Implementierung von Schnorr-Signaturen.

Dabei handelt es sich um spezielle kryptografische Signaturen, die etwa MultiSig-Schemata zusammenfassen können, sodass diese wie “normale” Bitcoin-Transaktionen aussehen. Dies soll insofernfür mehr Privacy sorgen, als dass MultiSig-Transaktionen für Chain-Beobachter dann nicht mehr von SingleSig-Transaktionen unterschieden werden können. Zudem macht das Update Transaktionen effizienter, da die Nodes nicht mehr für jeden Teilnehmer von MultiSig-Transaktionen je ein Script laufen lassen müssen, sondern nur eines pro Transaktion.

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