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Krypto-ETPs Anlegen in Kryptowährungen: Es geht auch ohne eigene Wallet

Mit Krypto-ETPs gibt es inzwischen eine Alternative zur eigenen Wallet. Doch wozu braucht es börsengehandelte Krypto-ETPs und welche Vor- und Nachteile sind für Anleger damit in der Praxis verbunden? 

Jan Altmann
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Ein Kerzenchart der Kryptowährung Bitcoin ist auf einer Handelsplattform auf einem Laptop geöffnet.

Beitragsbild: Picture Alliance

| Der Bitcoin-Kurs im Kerzenchart.

Trotz heftiger Kursausschläge und regelmäßigen Meldungen über Hacks und Exploits, steigt die Zahl der Kryptoanleger stetig. Das belegen die Statistiken eindrucksvoll. Die technischen Hürden und die mit unregulierten Handelsplattformen verbundenen Risiken erschweren Privatanlegern allerdings den Einstieg. Zudem ist vielen professionellen Anlegern der Zugang zu diesen Handelsplätzen versperrt. Mit Krypto-ETPs können sie aber an regulierten Wertpapierbörsen Bitcoin & Co. handeln. Dabei sind diese Wertpapiere auch noch ganz einfach zu handhaben – nämlich wie ETFs bequem über ein Wertpapierdepot. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wallet und der notwendige Zugang zu einer Krypto-Handelsplattform sind nicht mehr notwendig. Die technischen Hürden entfallen und es besteht kein Risiko, dass Vermögen durch den Verlust des Zugangscodes oder durch Hacker-Angriffe verloren gehen könnte.

Die ersten Krypto-ETPs sind bereits 2015 in Europa auf den Markt gekommen, das erste physisch vollständig mit Krypto-Währung hinterlegte ETP gibt es seit 2019. Die Krypto-ETPs bilden die Wertentwicklung der hinterlegten Kryptowährung sehr genau ab. Dafür sorgen wie bei ETFs die Market Maker. Die Wertentwicklung weicht im Börsenhandel daher kaum vom Basiswert ab. 

Das Angebot ist vielfältig, die Unterschiede liegen im Detail

Mittlerweile sind eine Reihe von ETCs – also Exchange Traded Cryptocurrencies – diversen Anbietern am Markt. Investiert sind in die knapp 100 Produkte aktuell rund 3,6 Milliarden Euro. Dabei fokussieren sich die Produkte auf die 20 wichtigsten Kryptowährungen. Wer außerhalb dieses Universums investieren möchte, muss auf Wallets setzen.

Wichtiger Unterscheidungspunkt bei den einzelnen Produkten ist u.a. die Liquidität. Naturgemäß ziehen ETCs auf Bitcoin und Ethereum die meisten Anleger an. Der größte und liquideste ETC – der ETC Group Physical Bitcoin („BTCE“) – handelt ähnlich liquide wie ein DAX-Wert. Zwar sind Krypto-ETPs rechtlich betrachtet Schuldverschreibungen, aufgrund der physischen Hinterlegung ist das Emittentenrisiko aber minimiert. 

Allein auf Xetra sind elf Bitcoin-ETCs handelbar. Von der Grundkonstruktion sind alle ähnlich, die Unterschiede liegen in den Details: So bieten nur vier der ETP-Anbieter (Bitpanda, Coinshares, ETC Group, Iconic) eine Auslieferoption und sind damit physischem Besitz steuerlich gleichgestellt. Die ETPs von Bitpanda, der ETC Group und Iconic wurden mit einem deutschen Wertpapierprospekt zugelassen. Erkennbar ist das an der ISIN, die mit „DE“ beginnt. Die ETC Group hat als einziger Emittent zur Verwaltung der Kryptowerte einen separaten Treuhänder eingebunden, der alle Transaktionen und Bestände überwacht. Entsprechende Informationen finden sich in den Emissionsprospekten. Dort ist auch nachzulesen, dass derzeit nur ein Anbieter (21shares) Bestände aus dem Vermögen verleiht, um gegen ein hohes Risiko dazuzuverdienen. 

Wichtiger Unterschied zur Direktanlage über Kryptoplattformen ist weiter, dass der Handel auf die Börsenöffnungszeiten beschränkt ist. Gratis gibt es diesen Service auch nicht: Die Emittenten von Krypto-ETPs veranschlagen Gebühren (TER) zwischen 0,21 % und 2,5 % p.a.

Bei einigen ETP-Anbietern können die Kryptos auf Wunsch in eine private Wallet ausgeliefert werden. Dadurch sind sie dem „physischen“ Besitz gleichgestellt: Erträge sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei – ähnlich wie bei physisch hinterlegten Gold-ETF mit Auslieferoption. 

Wie kommen die Kryptos in das ETP? 

Beim Transfer von Kryptowährungen treten für Anleger bislang die meisten Risiken auf. Hier kommen die Market Maker ins Spiel: Sie liefern dem ETP die Tokens und erhalten im Gegenwert die ETP-Wertpapiere – und zwar einmal am Tag. Oder anders herum, wenn Anteile zurückgegeben werden. Alle Geschäfte während des laufenden Börsenhandels führt der Market Maker dann in Eigenregie aus. Aufseiten des Emittenten verwahrt ein Custodian die Zugänge zu den Tokens in einem Offline-Speicher (Cold Storage), der überwiegend nur mit mehreren Zeichnungsberechtigten zugänglich ist. Deswegen, und weil die Market Maker regulierte Wertpapierhändler sind, ist der Transfer im Vergleich sehr sicher.

Über Jan Altmann

Jan Altmann ist Director Investment Strategy der ETC Group. Er gehört zu den Pionieren des ETF-Marktes in Deutschland und ist ausgewiesener Experte für Exchange Traded Products (ETPs).

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