Bitcoin hat sich in den vergangenen Wochen deutlich von seinen Sommertiefs gelöst und allein im August rund 20 Prozent zugelegt. Für Frank Cappelleri, Gründer des Analysehauses CappThesis, spricht dabei nicht nur der Kursanstieg für eine größere Bewegung. Er sieht mehrere technische Veränderungen, die sich von den gescheiterten Erholungsversuchen Ende 2025 und Anfang 2026 unterscheiden.
Besonders wichtig ist für ihn, dass Ausbrüche über frühere Widerstände wieder Bestand haben. Drei ähnliche Versuche waren zuvor schnell gescheitert, was eher zu einem fallenden Markt passte. Im August hielt ein solcher Ausbruch erstmals wieder, begleitet von höherem Handelsvolumen.
Bitcoin zeigt mehrere bullische Signale
Cappelleri verweist außerdem auf den Wochenchart, der ihn an die Entwicklung von 2022 auf 2023 erinnert. Damals begannen gleitende Durchschnitte, die zuvor Anstiege begrenzt hatten, wieder nach oben zu drehen und Rücksetzer aufzufangen. Für ihn war das ein frühes Zeichen dafür, dass sich der übergeordnete Trend verändert hatte.
Ein weiteres Argument liefert der langfristige Chart. Die jüngste Erholung setzte in der Nähe einer steigenden Trendlinie ein, die bis ins Jahr 2017 zurückreicht. Frühere Rücksetzer in diesen Bereich wurden mehrfach von deutlichen Kursanstiegen in den folgenden Monaten begleitet.
Auch die Stärke des Augusts spielt in seiner Einschätzung eine Rolle. Ein Monatsplus von rund 20 Prozent sei in schwachen Marktphasen eher selten, dazu zog das Handelsvolumen an den Börsen wieder merklich an. Beides unterscheidet die aktuelle Bewegung von mehreren kurzen Erholungen zuvor.
Ganz frei ist der Weg nach oben trotzdem nicht. Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis und damit auch den Inflationsdruck nach oben, was Zentralbanken weltweit eher zu höheren Zinsen veranlassen könnte. Zugleich sind die Renditen von US-Staatsanleihen stark gestiegen. Da sie als vergleichsweise sichere Anlage gelten, werden riskantere Assets wie Bitcoin für viele Anleger weniger attraktiv.


