LINE: Japanischer Messaging-Riese startet Bitcoin-Börse

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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In Japan geht eine weitere Bitcoin-Börse an die Startlinie. Sie stammt dieses Mal vom Messaging-Anbieter LINE. Der Konzern integrierte die Börse in die eigene App. Sind derartige Geschäftsmodelle richtungsweisend?

Die für ihre gleichnamige Messaging-App bekannte LINE Corporation hat den Start einer neuen Bitcoin-Börse bekannt gegeben. Die BITMAX-Börse ist demnach ab dem 17. September für japanische Kunden über die LINE-App verfügbar. Neben Bitcoin (BTC) können Kunden hier auch mit Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) sowie mit Bitcoin Cash (BCH) und Litecoin (LTC) handeln. In der zugehörigen Pressemitteilung verspricht LINE, dass BITMAX in erster Linie „einfach und sicher“ sei.


BITMAX ist in die LINE-App integriert und über einen eigenen Wallet-Tab verfügbar. Es ist zudem mit LINE Pay verknüpft, dem Bezahlsystem der Messaging-App. Der Umtausch zwischen Krypto- und Fiatwährungen soll hierdurch erleichtert werden. Die LINE-App selbst verfügt nach Unternehmensangaben allein in Japan über 81 Millionen aktive monatliche Benutzer. Weltweit sollen es gar 164 Millionen sein. Die Verantwortung für den Betrieb von BITMAX trägt die LVC Corporation, eine Tochtergesellschaft von LINE.

Während BITMAX dem japanischen Markt vorbehalten bleibt, betreibt LINE mit BITBOX zusätzlich eine global agierende Bitcoin-Börse. BITBOX wird von einer anderen Tochtergesellschaft des Messaging-Konzerns aus Singapur heraus betrieben.

LINE verspricht Sicherheit

Die Verfasser der Pressemitteilung betonen wiederholt die fortgeschrittenen Sicherheits-Features von BITMAX. Die Börse nutze demnach eine „Hochsicherheits-Wallet“ vom US-amerikanischen Unternehmen BitGo. Die beiden anderen Versicherungen erweisen sich bei genauerem Hinsehen allerdings zunächst eher als Standardanforderungen für Krypto-Börsen. So verspricht Line eine klare Trennung von Kunden- und Firmengeldern. Die Börse verwahrt ihre Assets zudem in einer Cold Wallet, für deren Betreuung ein „engagiertes Team“ zuständig sein wird.

Immer mehr Bitcoin-Börsen made in Japan

Die Konkurrenz auf dem japanischen Krypto-Markt nimmt im Lichte des BITMAX Launches beständig zu. Dabei scheint es insbesondere für Internetkonzerne im Trend zu sein, in das Bitcoin-Börsen-Geschäft einzusteigen. So startete auch der japanische E-Commerce-Riese Rakuten einen eigenen Umschlagplatz für Kryptowährungn. Das Geschäftsmodell kommt dem von LINE hierbei erstaunlich nahe. Auch die Börse von Rakuten ist über eine App verfügbar. Zudem betonen die Betreiber auch hier bei der Vermarktung besonders fortschrittliche Sicherheitsfunktionen. Insgesamt sind in Japan über 13 Bitcoin-Börsen registriert.

Dass LINE insbesondere den Sicherheitsaspekt betont, kommt indessen nicht von ungefähr. In Japan erinnern sich schließlich noch viele an die Causa Bithumb. Ein Insider soll die Assets der Krypto-Börse im Nachbarland Südkorea damals direkt aus deren Cold Wallet entwendet haben. Die japanische Finanzaufsicht forderte von den heimischen Bitcoin-Börsen als Konsequenz eine strengere Kontrolle der eigenen Asset-Lagerung.

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