Libra Light? Libra light? Facebook ermöglicht das Bezahlen mit WhatsApp

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Kredikarten neben Smartphone mit Whatsapp auf dem Display

Quelle: Shutterstock

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Whatsapp-Nutzer in Brasilien können mit dem Messaging-Dienst ab sofort nicht nur Nachrichten, sondern auch Geld verschicken. Möglich macht das die Integration von Facebook Pay.

Bezahlen mit WhatsApp – in Brasilien ist das ab sofort möglich. Der Messaging-Dienstleister hat am 15. Juni die Integration von Facebook Pay angekündigt. Dabei handelt es sich um einen Zahlungsdienst des Whatsapp-Mutterkonzerns Facebook. Von Libra, der geplanten Kryptowährung von der Social-Media-Plattform, ist indessen noch keine Rede.

Bezahlen mit WhatsApp, aber ohne Libra

So werden zunächst nur Debit- und Kreditkarten von drei brasilianischen Partnerbanken unterstützt, die dem Visa- beziehungsweise Mastercard-Netzwerk angehören: Banco de Brasil, Sicredi und Nubank. Die User können ab sofort direkt in der App kostenlos Bezahlungen von Gütern und Dienstleistungen vornehmen. Ein klarer Mehrwert, gerade für kleine und Kleinstunternehmen, konstatiert WhatsApp in seinem Blog Post zur Integration von Facebook Pay:

Die über 10 Millionen Klein- und Kleinstunternehmen sind der Herzschlag der brasilianischen Gemeinden. Es ist mittlerweile wie selbstverständlich geworden, ein Unternehmen zu „whatsappen“, um Fragen beantwortet zu bekommen. Jetzt können Kunden nicht nur den Katalog eines Geschäfts ansehen, sondern auch Zahlungen für Produkte senden. Eine einfache Zahlungsabwicklung kann dazu beitragen, mehr Unternehmen in die digitale Wirtschaft zu bringen und neue Wachstumschancen zu eröffnen.

Die Kosten für die Händler sollen sich derweil an den üblichen Gebühren für Kreditkartenzahlungen orientieren.


Der Mehrwert für die Unternehmen besteht damit weniger in der Einsparung von Transaktionsgebühren, sondern vor allem in der Möglichkeit, dass Kunden direkt im Messenger bezahlen können, wodurch sich der eine oder die andere sich möglicherweise eher zum Kauf hinreißen lässt.

WhatsApp plant, dass Nutzer ihre Kredikarteninformationen in Zukunft auch in anderen Apps des Mutterkonzerns Facebook verwenden können, um Zahlungen durchzuführen. Neben WhatsApp gehören auch die populären Messenger Dienste Instagram und der Facebook Messenger zur App Familie des Social-Media-Giganten.

Während Facebook Pay für Facebook-Nutzer bereits in zahlreichen Ländern – darunter auch die Schweiz und Österreich – freigeschaltet ist, sind Brasilianerinnen und Brasilianer die ersten, für die das Bezahlen mit WhatsApp möglich ist. Dagegen können US-amerikanische Facebook-Mitglieder den Bezahldienst zwar nicht in WhatsApp, dafür aber im Facebook Messenger benutzen.

Kaum Mehrwert für die finanzielle Inklusion

Als Facebook Pay im Jahr 2019 vorgestellt wurde, geschah das in entschiedener Abgrenzung zu Libra. Tatsächlich ähneln sich die beiden Projekte nur auf den ersten Blick. Was beide vereint ist ihr Anspruch, die Überweisung von Geld innerhalb des Facebook-Ökosystems zu ermöglichen. Der – auch aus regulatorischer Sicht – entscheidende Unterschied zwischen Facebook Pay und Libra besteht in dem Umstand, dass ersteres durch die Kooperation mit Mittelsmännern wie Banken und Kreditkartenanbietern fest im traditionellen Finanzsystem verankert ist.

Facebook Pay leistet damit keinen Beitrag zur Inklusion von Menschen, die über keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Bankdienstleistungen verfügen. Die finanzielle Inklusion ist hingegen der Schlachtruf, mit dem Libra seit seiner Vorstellung hausieren geht. Bei den meisten Finanzmarktregulatoren stieß der ursprüngliche Entwurf des „Zuck-Buck“ dabei jedoch auf verschlossene Türen. Vornehmlich, weil jene eine Gefährdung der Finanzmarktstabilität befürchteten.

Mittlerweile hat Facebook dem Regulatorenschreck Libra die Zähne gezogen: Statt eines einzigen, internationalen Stable Coins, der durch einen Währungskorb und Staatsanleihen gedeckt sein sollte, setzt man nun auf lokale Varianten, deren Reserve aus Rücklagen in der jeweiligen Landeswährung besteht.

Dass eines Tages eine lokale Libra-Version für das Bezahlen mit WhatsApp beziehungsweise Facebook Pay halten könnte, ist durchaus vorstellbar – allerdings wartet die Welt noch immer auf die erste Version des Stable Coins.


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