Kleiman vs Wright: Prozess geht in die nächste Runde

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Amerikanische Flagge im Hintergrund und Hammer des Richters

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Im Verlauf des Prozesses der Erben von Dave Kleiman gegen Craig Wright, der einst behauptet hat, den Bitcoin erfunden zu haben, wurden nun neue Details bekannt. Große Teile des strittigen Bitcoin-Guthabens stammen von völlig fremden Personen. Die Identität des Autors des prominenten Bitcoin White Papers hat man noch nicht offenbart. Die Kleiman-Erben behaupten, Wright habe seinen ehemaligen Geschäftspartner Kleimann angeblich um 10 Milliarden US-Dollar betrogen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2019 12:07 Uhr von Andre Winterberg

Dave Kleiman soll seinen früheren Geschäftspartner um eine große Summe gemeinsam geschürfter Bitcoin gebracht haben. Außerdem soll sich Kleiman durch das Fälschen von diversen Dokumenten bereichert haben. Zumindest die Analyse der Blockchain-Experten WizSec hat die Echtheit der vorgelegten Beweise erheblich in Zweifel gezogen. WizSec war damit beschäftigt, die Herkunft der Wallets zu erforschen. In den meisten Fällen gehörten die fraglichen Bitcoin-Wallets Mitarbeitern oder Kunden der Handelsplattform Mt. Gox. Diese meldete im Jahr 2014 Insolvenz an. Eine Verbindung zu Kleiman oder Wright konnte nur in sehr wenigen Fällen festgestellt werden. Von daher ist fraglich, wieso man vor Gericht das Gegenteil behauptet hat.

Wer ist Satoshi Nakamoto wirklich?

2016 behauptete Craig Steven Wright, er sei der geistige Vater des Bitcoin. Der australische Computerspezialist, der sich tatsächlich schon sehr früh mit dieser Materie beschäftigt hat, lehnte es allerdings ab, seine Behauptung mit irgendwelchen Beweisen zu belegen. Als einziges Indiz für die Richtigkeit der Aussage wurde vom Gründer der Bitcoin Foundation, Jon Matonis, vorgebracht, er habe E-Mails von Wright erhalten, die mit dem privaten GPG-Key von Satoshi Nakamoto verschlüsselt waren. Diesen Schlüssel habe die gleiche Person beim weltweit ersten Blockchain-Transfer von Nakamoto zu Hal Finney benutzt. Doch auch Jon Matonis hat keine Beweise für seine Theorie vorgelegt. Und obwohl er von der Identität des anonymen Bitcoin-Erfinders überzeugt ist, wurden in der Community deswegen über all die Jahre hinweg viele Zweifel laut.

Ob die Person oder die Gruppe von Personen, die sich hinter dem Pseudonym Nakamoto versteckt haben, im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens offenbart werden, bleibt abzuwarten. Am 16. April tragen die Anwälte des Angeklagten ihre Punkte vor einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Florida vor. Bislang steht lediglich fest, dass in Anbetracht der Analyse der fraglichen Wallets der Gegenstandswert von 10 Milliarden US-Dollar viel zu hoch angesetzt war. Die nächsten Monaten sollen auch klären, ob Wright Kleiman mittels gefälschter Papier um einige Erfindungen und Firmenanteile gebracht hat. Es bleibt also spannend.

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