Proof-of-Stake Ist das noch dezentral? EOS-Entwickler Block.one setzt Token für Voting ein

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Ein Bündel von Schnüren mit Knoten symbolhaft für ein EOS Netzwerk

Quelle: Shutterstock

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Block.one, das Unternehmen hinter EOS, setzt seinen Löwenanteil des EOS Supply für die Netzwerkgovernance ein. Der Dezentralität im Netzwerk erweist das Unternehmen damit einen Bärendienst.

Mit Proof-of-Stake (PoS) ist es so eine Sache. Auf dem Papier klingt die Idee mit einem gewissen Betrag (Stake) für die Netzwerkintegrität einzustehen, verlockend. PoS-Befürworter sehen darin allen voran eine energieffiziente Alternative zu Proof-of-Work (PoW). Da noch nicht alle Angriffsvektoren des neuen Konses-Algorithmus erforscht sind, gibt es bisher aber erst wenige namhafte PoS-Projekte.

Eines davon ist EOS. Die Top-10-Kryptowährung mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 2,5 Milliarden Us-Dollar wurde 2017 von Block.one aus dem Boden gestampft und steht als Smart-Contract-Plattform in Konkurrenz zu Branchenprimus Ethereum (ETH).

Wie Block.one nun in einer Pressemitteilung bekannt gab, will das Unternehmen ab sofort bei der Netzwerkgovernance mitmischen. Dazu gründet Block.one mit dem Public Blockchain Engagement (PBE) eine eigene Abteilung, die zwischen „dem Unternehmen und Public Blockchain Communities“ vermittelt. Dies gab Block.one am 8. April auf seiner Website bekannt.

Im Klartext bedeutet dies, dass die EOS-Entwickler nicht mehr am Seitenrand stehen, sondern aktiv bei der Gestaltung der Blockchain mitwirken werden.

Zunächst beschränkt das Unternehmen sein Engagement allerdings auf das Voting. Das heißt, dass Block.one seine Token anfangs noch nicht für das Staking, einsetzen wird und sich aus der Blockproduktion heraushält. Vielmehr nutzt die Plattform seine Token, um eine aktivere Rolle bei der Netzwerkgovernance spielen – man will so unabhängigen Entwicklern bei der Implementierung ihrer Projekte in EOS unter die Arme greifen.

Block.one mit Zentralisierungstendenzen

Block.one hält aktuell etwa 9,5 Prozent aller EOS Token. Der Einfluss auf die Netzwerkgovernance dürfte also entsprechend hoch sein. Block.one verspricht jedoch, eine „angemessene Rolle“ bei der Auswahl unterstützenswerter Projekte zu spielen und will so Sorgen zur Lage der Dezentralität der Blockchain verbeugen.

Wer aber einen Blick auf die Token-Verteilung wirft, der darf durchaus berechtigte Zweifel an den Absichten des Unternehmens anbringen. Schließlich hält der zweitgrößte Token Holder, EOSHuobi Pool, mit 2,67 Prozent einen deutlich geringeren Anteil am Token Supply.

Zudem behält sich Block.one vor, in Zukunft auch an der Block-Produktion mitzuwirken. Kein Wunder, wenn man bedenkt, EOS zehn Prozent einer Multi-Milliarden-Blockchain hält. Das Staking dieser Coins dürfte also ein lukratives Geschäft werden.

Zuletzt stellte EOS mit EOS.io ein Update vor, das das Protokoll deutlich anwendungsfreundlicher machen soll. Wir berichteten. Für einen Einstieg in die Welt der Smart-Contract-Plattform gibt es hier eine Übersicht.

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