Ripple schließt sich gemeinsam mit Visa, Mastercard und American Express der x402 Foundation an. Der offene Standard soll es KI-Agenten und anderen Softwareanwendungen ermöglichen, selbstständig Zahlungen auszuführen – ohne Bankkonto, Kreditkarte oder menschliche Freigabe.
Ripple als “Premier-Mitglied”
Die unter dem Dach der Linux Foundation organisierte x402 Foundation nimmt ihren Betrieb mit 40 Mitgliedern auf. Zu den sogenannten Premier-Mitgliedern gehören neben Ripple die Zahlungsriesen Visa, Mastercard und American Express sowie Stripe, Adyen, Shopify, Google, Amazon Web Services, Circle und die Solana Foundation. Das ursprünglich von Coinbase entwickelte Protokoll wird damit künftig unter einer neutralen und gemeinschaftlichen Governance weiterentwickelt.
x402 greift den seit Jahrzehnten reservierten HTTP-Statuscode “402 Payment Required” auf. Verlangt ein Server Geld für Daten oder eine Dienstleistung, kann eine Software die geforderte Summe automatisch überweisen und anschließend erneut auf die Ressource zugreifen. Bezahlt wird bislang meist mit Stablecoins wie USDC.
Für XRP ist die Beteiligung Ripples relevant, weil der XRP Ledger x402 bereits unterstützt. Über Ripples im Juni vorgestelltes AI Starter Kit können KI-Agenten API-Aufrufe, Rechenleistung und andere digitale Dienste sowohl mit XRP als auch mit dem Stablecoin RLUSD bezahlen. Übrigens: Gemeinsam mit AllUnity baut auch BTC-ECHO gerade eine neue Medieninfrastruktur für KI-Agenten.
Das Volumen bleibt gering
In den vergangenen 30 Tagen wurden über x402 rund 75 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von etwa 24 Millionen US-Dollar abgewickelt. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Zahlung von lediglich rund 32 Cent. Genau solche Kleinstzahlungen lassen sich über klassische Kartennetzwerke bislang kaum wirtschaftlich abwickeln.
Trotz der hohen Transaktionszahl befindet sich der Standard noch in einer frühen Phase. Das monatliche Zahlungsvolumen bleibt im Vergleich zu den Geschäften seiner Mitglieder verschwindend gering.
Die Beteiligung der größten Payments-Unternehmen zeigt, wie ernst die Branche autonome Zahlungen durch KI-Agenten mittlerweile nimmt. Ob daraus tatsächlich eine größere Nachfrage nach XRP entsteht, hängt allerdings davon ab, ob sich der XRP Ledger gegenüber konkurrierenden Netzwerken als bevorzugte Zahlungsinfrastruktur durchsetzen kann.
Gestern erklärte Ripple-CEO Brad Garlinghouse: “Wir besitzen viel XRP, aber wir kontrollieren es nicht”. Cardano-Gründer Hoskinson wirft Ripple vor, bei Preisanstiegen systematisch zu verkaufen.
