Innovation oder betrügerische Masche – Was steckt hinter CoinEx?

Quelle: Website of CoinEx, a Global Digital Crypto Coin Exchange via Shutterstock

Innovation oder betrügerische Masche – Was steckt hinter CoinEx?

CoinEx wurde im Dezember 2017 gegründet. Lange Zeit unauffällig geblieben, ist die Kryptobörse in den letzten Wochen durch die Ankündigung eines neuen Trading-Modells und von Dividendenauszahlungen aufgefallen. Kurz nach Einführung machte die Exchange damit Schlagzeilen, Binance im Handelsvolumen übertroffen zu haben. Grund genug, sich CoinEx genauer anzusehen.

Was ist „Trade-Driven Mining“?

Via Twitter verkündete die Exchange am 21. Juni, dass sie das „Trade-Driven-Mining“ am 1. Juli einführen wird. Was „Trade-Driven-Mining“ genau sein soll, wird in den offiziellen Statements nur ungenügend erklärt. Ein offizielles White Paper findet man auf der Website nicht. Fest steht aber, dass der CoinEx-Token (CET) auf dem ERC20-Standard basiert. Damit ist er premint, die Namensgebung „Trade-Driven-Mining“ für dieses Konzept ist also irreführend.

In 180 Tagen um den Mond

CoinEx hat vor, seine Gebühreneinnahmen in CET umzuwandeln und 80 Prozent davon proportionell zum Tradingvolumen der User auszuschütten. Die Umwandlung der Gebühren soll in Echtzeit und die Ausschüttung täglich geschehen. Insgesamt sollen so maximal 50 Prozent der gesamten Tokenmenge, also 4,98 Milliarden CET  über 180 Tage lang an die User verteilt werden. Beim derzeitigen Preis von 0,08 US-Dollar wären das immerhin stolze 398,4 Millionen US-Dollar.

Aber damit nicht genug. Nach Ablauf des „Minings“ soll auch noch eine Dividendenausschüttung stattfinden. Dabei sollen weiterhin alle Gebühreneinnahmen in den exchange-eigenen Token umgewandelt werden. 80 Prozent gehen dann monatlich an die CET-Anleger, die restlichen 20 Prozent fließen in die Instandhaltung und Verwaltung von CoinEx. Man gibt sich bescheiden.

Lies auch:  Der Weg aus der Zentralisierung: Bitcoin-Börse Binance gibt Start der DEX bekannt

Offene Einladung zum Schneeballsystem

Für die Ausschüttung stehen aber nur User zur Auswahl, die ihre Gebühren nicht in CET bezahlen. Damit ist fast klar, dass CoinEx eine magische Wechselgeldmaschine ist, mit der legitime Kryptowährungen in CET umgewandelt werden sollen. Zwar haben andere Exchange-Tokens auch keinen besonderen Wert außerhalb der Exchange, aber sie locken nicht damit, ihre User mit ihren Coins zu überschwemmen. Auch gibt es bei anderen Kryptobörsen keinen Anreiz, so viele Trades wie möglich durchzuführen. Im letzten Statement von CoinEx, das am 7. Juli veröffentlicht wurde, wird erwähnt, dass diese „Policy“ dann irgendwann auch ein Ende haben wird. Wann genau? Das wird nicht erwähnt. Bis dahin könnte der CET-Boom allerdings auch schon geplatzt sein. CoinEx verspricht, den bis dahin vermutlich wertlosen Token mit 20 Prozent der Tradinggebühren zurückzukaufen. Vielleicht hat man dann aber auch schon längst den CoinExit vollzogen.

BTC-ECHO

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