Frischer Wind Goldman Sachs denkt über eigene Kryptowährung nach

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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Mit dem JPM Coin ist JP Morgan der DLT-Vorreiter unter den großen US-Banken. Nun könnte ein Personalwechsel dafür sorgen, dass mit Goldman Sachs die nächste US-Großbank nachzieht.

Wie man einer aktuellen Meldung des Nachrichtensenders CNBC entnehmen kann, tut sich bei der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs einiges. Zum einen gibt es mit Mathew Mc Dermott einen neuen Chef der Abteilung Digital Assets. Doch auch was Kryptowährungen angeht, möchte man nicht ins Hintertreffen geraten und hat eine eigene angekündigt. Offenbar sah man sich bei Goldman Sachs unter Zugzwang, denn die Kollegen von JP Morgan haben mit dem „JPM Coin“ schon vor einiger Zeit ein ganz ähnliches Vorhaben gestartet.

In einem Interview, aus dem CNBC zitiert, macht McDermott aus seinen Visionen keinen Hehl. Er sieht in der Zukunft alle finanziellen Vermögenswerte in Ledgers organisiert. Viele Prozesse des Bankenwesens, die heutzutage noch einen immensen personellen Aufwand erfordern, könnten alsbald komplett automatisiert werden. 

In den nächsten fünf bis zehn Jahren könnte es ein Finanzsystem geben, in dem alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in einer Blockchain beheimatet sind und alle Transaktionen nativ in der Kette stattfinden,

so der Manager. Die Möglichkeiten eines komplett digitalen Finanzmarkt-Ökosystems seien „ziemlich groß“. 

Goldman Sachs-Präsentation löste Sturm der Entrüstung aus

Erst im Mai hatte eine öffentlich zugängliche Präsentation von Goldman Sachs für jede Menge Aufruhr in der Krypto-Branche gesorgt. Insbesondere die Winkelvoss-Zwillinge hatten sich über die Veröffentlichung echauffiert. Die beiden Co-Gründer der Kryptobörse Gemini kritisierten den negativen Tenor, den die Goldman Sachs-Präsentation in Bezug auf Bitcoin & Co. vertritt. Obwohl man darin zugibt, dass Kryptowährungen immer beliebter werden, spricht man ihnen den Status einer seriösen Anlage ab.

Mittlerweile haben sich die Wogen wieder etwas geglättet. McDermott jedenfalls präsentiert sich als Befürworter der Distributed Ledger- und Blockchain-Technologie. So hat er den ehemaligen JPMorgan-Banker Oli Harris mit in sein Team geholt.

Harris zeichnete für den JPM Coin verantwortlich, immerhin die erste digitale Münze einer US-amerikanischen Großbank überhaupt. Der Kurs des JPM Coin ist allerdings als sogenannter Stable Coin an den US-Dollar gebunden. Man kann mit ihm Transaktionen vornehmen, der Prozess läuft dann per DLT ab. Der Coin ist auf den Interbankenhandel ausgelegt.

Dermott deutet an, dass auch ein etwaiger Goldman-Sachs-Token das Format eines Stable Coins haben würde:

Wir untersuchen derzeit die Wirtschaftlichkeit eines eigenen Tokens.

Offenbar plant McDermott in seinem neuen Posten aber keinen Alleingang. Er habe viel Zeit in Gesprächen mit Facebook und JPMorgan über Kryptowährungen verbracht. Möglicherweise werden die beiden Banken sogar ein gemeinsames Projekt lancieren. Für konkrete Aussagen sei es im Moment aber noch zu früh, man befinde sich aber „noch in den Anfängen“ so McDermott.

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