Geldwäschevorwurf: Australische Bank erhält Rekordstrafe

Quelle: money laundering (illegal cash, dollars bill, shady money, corruption, manipulation) via shutterstock

Geldwäschevorwurf: Australische Bank erhält Rekordstrafe

Wegen mehrerer Verstöße gegen die australischen Anti-Geldwäsche-Gesetze muss die Commonwealth Bank nun 530 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. CEO Ian Narev nahm bereits seinen Hut.

Die Commonwealth Bank Australia (CBA), die zu den vier größten australischen Banken gehört, hat Versäumnisse bei der Überwachung verdächtiger Transaktionen eingeräumt. Entsprechende Vorwürfe erhob das australische Zentrum für Transaktionsberichte und -analysen (AUSTRAC) bereits im letzten Jahr. So sollen zwischen 2012 und 2015 unter anderem über 53.000 Überweisungen von 10.000 australischen Dollar oder mehr dem AUSTRAC nicht fristgerecht gemeldet worden sein. Diese Frist beträgt in Australien zehn Geschäftstage.
Die CBA stritt ab, wissentlich gegen die Anti-Geldwäsche-Gesetze verstoßen zu haben. Vielmehr sprach man von einem Programmierfehler in der Geldautomatensoftware. Die Bank gab jedoch zu, nicht mit gebotener Sorgfalt agiert und so die 53.506 Verstöße gegen die Anti-Geldwäsche-Gesetze ermöglicht zu haben.

Millionen könnten an Kriminelle geflossen sein

Weitere Versäumnisse räumte die CBA bei der Überwachung von über 770.000 Konten ein. Auch hier ging es um das Feststellen verdächtiger Transaktionen. Die AUSTRAC vermutet, dass auf diese Weise erhebliche Summen an illegalen Geldern gewaschen worden seien. Dabei gehe es insbesondere um Erlöse aus dem Drogen- und Waffenhandel:

„Das Geld, das über die CBA-Konten gewaschen wurde, umfasste den Erlös aus Import- und Verkaufsgeschäften mit Schusswaffen und Drogen, insbesondere Methamphetamin, den kriminelle Vereinigungen erwirtschaftet haben.“

Fiat schmutziger als Krypto?

Bemerkenswert ist die Rekordstrafe vor allem in Bezug auf die anhaltende Diskussion um die Verwendung von Kryptowährungen zur Finanzierung illegaler Aktivitäten. Der Fall CBA zeigt, dass Geldwäsche mit Fiatwährungen nach wie vor üblich ist. Das liegt vor allem daran, dass Bargeld mehr Anonymität gewährleistet als z. B. der Bitcoin. Das Vorurteil der vollkommenen Anonymität einer Bitcoin-Adresse wurde zuletzt von einer Studie der Hamad Bin Khalifa Universität in Katar widerlegt:

„Die rückwirkende Sicherheit des Bitcoin ist gering. Wenn etwas in der Blockchain aufgezeichnet wurde, kann man den Verlauf zurückverfolgen und so die Anonymität von Nutzern aufheben.”

Die katarischen Wissenschaftler haben zu diesem Anlass 1.500 Hidden Services des Tor-Netzwerkes durchstöbert und so 88 Bitcoin-Adressen gesammelt. Weitere Recherchen in Twitter und dem Forum BitcoinTalk bescherten den Forschern zusätzliche 45.200 Wallet-IDs. Bei einigen Benutzern musste hier schon nicht mehr weitergesucht werden: Ihre Profile enthielten z. B. ihre privaten E-Mail-Adressen, Verlinkungen zu anderen Social-Media-Seiten und mitunter sogar Angaben über den Wohnort. Somit konnten mit relativ wenig Aufwand Wallet-IDs konkreten Personen zugeordnet werden.

CBA hätte von Blockchain profitieren können

Da alle Bitcoin-Transaktionen unwiderruflich auf der Blockchain gespeichert sind, kann man so auch illegale Geschäfte nachvollziehen. Für den Fall CBA bedeutet das: Die verdächtigen Geldbewegungen wären sofort aufgefallen, hätte die Bank eine Blockchain implementiert. Zwar hat Ex-CEO Narev bereits vor zwei Jahren das Potential der Blockchain als „transformatorisch“ bezeichnet; er bezog sich dabei jedoch vor allem auf den Aspekt der Kosteneinsparung für Bank und Kunden.

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierung

In Südkorea fordern Anwälte mehr Regulierung. Die BaFin greift um sich und in Frankreich muss man (vielleicht) bald weniger Steuern auf Krypto-Gewinne zahlen.

Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen
Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen
Regulierung

Kanada, Singapur und das Vereinigte Königreich erwägen, künftig mit Central Bank Digital Currencies (CBDC) zu arbeiten.

Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Regulierung

Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank EZB Jean-Claude Trichet hält Blockchain-Technologien für die weitere Entwicklung des weltweiten Finanzsystems für interessant.  

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Hermes-Barometer: Deutsche Logistikunternehmen hoffen auf Blockchain
Hermes-Barometer: Deutsche Logistikunternehmen hoffen auf Blockchain
Blockchain

Deutsche Logistikunternehmen hoffen darauf, dass die Blockchain-Technologie künftig bei der Bewältigung von Problemen ihrer Lieferketten helfen könnte.

Bitcoin, Ether und Ripple weiter auf Tauchgang
Bitcoin, Ether und Ripple weiter auf Tauchgang
Märkte

Der Krypto-Markt sieht nach wie vor rot. Nach den massiven Kursrückgängen der vergangenen Woche bleiben Signale, die auf eine Trendumkehr hindeuten, bislang aus.

Grünes Licht für den ersten Schweizer Krypto-ETP
Grünes Licht für den ersten Schweizer Krypto-ETP
Invest

Die Schweizer Wertpapierbörse SIX genehmigt den Amun Crypto ETP. Das sogenannte Exchange Traded Product listet unter dem Ticker HODL und soll neben Bitcoin weitere Altcoins wie ETH und XRP beinhalten.

„Fiat ist zum Scheitern verurteilt“ – Das Meinungs-ECHO KW47
„Fiat ist zum Scheitern verurteilt“ – Das Meinungs-ECHO KW47
Kolumne

Binance CEO Changpeng Zhao glaubt nach wie vor an einen Bullenmarkt.

Angesagt

Krypto und traditionelle Märkte KW46 – Volatilität von Bitcoin kommt zurück
Märkte

Auch wenn die Korrelation mit Gold aktuell steigt, bleiben die klassischen Märkte und Bitcoin entkoppelt.

BTC-ECHO-Newsflash: Die Top Blockchain- & Bitcoin-News der Woche
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs fällt, bei Bitcoin Cash tobt ein Bürgerkrieg und die BaFin greift durch.

Entwicklung des BTC-ECHO-Musterportfolios Konservativ KW46
Invest

BTC-ECHOs Musterportfolio Konservativ trotzt dem Abverkauf: Während Bitcoin, Ethereum und XRP seit Anfang November bis zu 21 Prozent Verluste verkraften mussten, sind es beim Musterportfolio lediglich die Hälfte. 

The State of Blockchain Economy 2018 – Das Blockchain-Event in Berlin
Szene

Wo steht das Blockchain-Ökosystem im Jahr 2018? Dieser Frage stellt sich das Event „State of the Art – Where does the german Blockchain Ecosystem stand?“.