Einstellungssache EZB: Präsidentin Christine Lagarde sagt nein zu Bitcoin-Reserven

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

Christine Lagarde

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Wie halten es EZB-Präsidentin Lagarde und US-Finanzministerin Yellen mit den Kryptowährungen? Beide mahnen fehlende Regularien an, stehen digitalem Geld aber nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber.

Der aktuelle Höhenflug von Bitcoin und anderen Kryptowährungen treibt die Währungshüter in die Bredouille. Sie sehen ihre Einflüsse im selben Maße schwinden, wie das Vertrauen institutioneller und privater Anleger in den Kryptosektor steigt. Nun hat die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (ZEB) Christine Lagarde an einer vom Wirtschaftsmagazin The Economist veranstalteten Telefonkonferenz teilgenommen und ihre Position zu der Thematik dargelegt. Sie sagte am Mittwoch laut Medienberichten, dass sie Bitcoin nicht als echte Währung ansehe und fügte hinzu, dass die Zentralbanken es nicht als Reservewährung in nächster Zeit halten werden.

Es ist sehr unwahrscheinlich – ich würde sagen, dass es nicht infrage kommt.

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So Lagarde im O-Ton. Zuletzt hatte sich EZB-Präsidentin Lagarde im Januar auf einer Konferenz der Nachrichtenagentur Reuters eher kritisch zu Bitcoin geäußert. Sie forderte eine globale Regulierung. Sie sagte überdies, dass Kriminelle in einigen Fällen die digitale Währung für Geldwäsche-Aktivitäten verwendet hätten und man alle Schlupflöcher schließen müsse.

Es muss eine Regulierung geben. Diese muss angewandt und vereinbart werden … auf globaler Ebene, denn wenn es einen Ausweg gibt, wird dieser Ausweg genutzt werden

, fügte Lagarde hinzu.

Yellen weist wie Lagarde auf Kriminalität hin

Gleichwohl lehnt sie Digitalwährungen nicht komplett ab. Den Platz für diese sieht sie in der Zukunft durchaus, auch bei der EZB. Sie sagte, dass die Pandemie die Volkswirtschaften zu einer schnelleren digitalen Akzeptanz gedrängt hätte. In etwa vier Jahren könne es eine digitale Euro-Währung geben. Diese These erhielt kürzlich durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Einschränkung von Bargeld erneut Rückenwind. 

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Unlängst hat auch die neue US-Finanzministerin Janet Yellen auf kriminelle Aktivitäten im Umgang mit Kryptowährungen hingewiesen. Auf einer Innovations-Konferenz des Ministeriums warnte Yellen davor, dass Cyberattacken und Verbrechen im Zusammenhang mit digitalen Währungen zunehmen würden.

Auch der Missbrauch von Kryptowährungen und virtuellen Vermögenswerten ist ein wachsendes Problem. Ich sehe das Versprechen dieser neuen Technologien, aber ich sehe auch die Realität: Kryptowährungen wurden dazu benutzt, die Gewinne von Online-Drogenhändlern zu waschen; sie waren ein Werkzeug zur Finanzierung des Terrorismus.

Gleichwohl lehnt Yellen wie die EZB-Präsidentin Lagarde digitale Währungen nicht grundsätzlich ab. Die US-Finanzministerin findet Lob für den privaten Sektor, der „enorme Ressourcen“ investiere, um böse Akteure davon abzuhalten, bestehende Technologien zu missbrauchen. 

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