CBDC EZB entwirft Zweistufenmodell einer digitalen Zentralbankenwährung

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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EZB entwirft Konzept einer digitalen Zentralbankenwährung
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Die Europäische Zentralbank bereitet sich auf die Einführung einer digitalen Zentralbankenwährung (CBDC) vor. Die Nutzung einer digitalen Währung als Wertanlage könnte jedoch das Bankensystem gefährden. Um zu verhindern, dass die Banken ihre Funktion als Kreditgeber einbüßen, schlägt ein neuer Entwurf der EZB ein zweistufiges Zinsmodell einer CBDC vor.

Nachdem die EZB bereits vor einigen Wochen den Proof of Concept einer digitalen Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) mitgeteilt hat, nimmt das Konzept einer virtuellen Währung allmählich Gestalt an. In einem aktuellen Paper diskutiert Ulrich Bindseil, Generaldirektor für Marktinfrastrukturen und Zahlungsverkehr der EZB, die Vorteile und Risiken einer CBDC für den europäischen Währungsraum und entwirft das Modell eines zweistufigen CBDC-Systems.

EZB: Risiko einer Disintermediation

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Laut Bindseil müsse eine CBDC gewährleisten, dass die Geschäftsbanken ihre derzeitige Rolle als Kreditgeber für Unternehmen und Verbraucher beibehalten. Wenn die Verbraucher Vermögen in CBDC halten, bestehe die Gefahr, dass Banken nicht genügend Einlagen haben, um Geld zu verleihen. Dies könnte eine Disintermediation der Banken zur Folge haben, also eine Ausschaltung der Finanzintermediäre im Finanzsystem. Dahingehend erklärt Bindseil:

Insbesondere die Zentralbanker warnen jedoch vor einer strukturellen oder konjunkturellen Disintermediation von Einlagensammlern, d. h. Banken, die durch die CBDC verursacht werden könnte. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die Ausgabe von CBDC so zu steuern, dass sie der Effizienz des Massenzahlungsverkehrs dient, ohne dabei notwendigerweise die Währungsordnung in Frage zu stellen, indem ein CBDC zu einer wichtigen Form der Wertaufbewahrung gemacht wird.

Um eine CBDC als reines Wertaufbewahrungsmittel zu verhindern, müsse eine CBDC primär für die Nutzung im Massenzahlungsverkehr konzipiert sein. Daher soll ein zweistufiges Modell dem Risiko, das von der Verlagerung der Einlagen von Geschäftsbanken auf CBDC ausgeht, entgegenwirken.

Zweistufiges CBDC-System

Das zweistufige CBDC-System enthält eine allgemeine CBDC mit attraktiven Zinssätzen für den Zahlungsverkehr. Der andere Typ entspricht einer kontogebundenen CBDC mit niedrigen Zinssätzen für größere Beträge. Dadurch ließe sich die Funktion einer CBDC für den Zahlungsverkehr stärken und der Anreiz als Wertanlage mindern. In dem Paper heißt es:

Das gut erprobte Instrument der gestaffelten Vergütung scheint ein wirksames und einfach zu steuerndes Instrument zur Steuerung des CBDC-Volumens zu sein. Das Paper schlägt ein auf den Euroraum abgestimmtes System von Finanzkonten vor, das die Mechanismen und Auswirkungen der CBDC veranschaulicht und die Darstellung der Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr ermöglicht.

Bei dem zweistufigen Zinssatzsystem gilt die untere Stufe für Zahlungen und die zweite Stufe für Wertaufbewahrungen. Im letzteren Fall wären die angebotenen Zinsen verhältnismäßig unattraktiv. Dadurch ließe sich eine CBDC als Wertanlage verhindern und die Funktion der Banken als Geldgeber stabilisieren, so Bindseil.

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