EOS New York kritisiert Zentralisierung unter Blockproduzenten

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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EOS kritisiert eigene Zenrtralisierung

Quelle: Shutterstock

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Die New-York-Delegation der EOS Blockchain übt Kritik am eigenen System. Der Großteil der Blockproduzenten sei einer einzigen Entität zuzuordnen, weswegen das EOS Team die Entfernung selbiger fordert.

Dezentralisierung – Wackliger Grundpfeiler im Krypto-Space

Mit der Dezentralisierung im Blockchain Space ist es so eine Sache. Die Idee, vorangetrieben durch Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto, ist für Krypto-Enthusiasten meist einleuchtend. Vertrauen weg von einzelnen Institutionen hin zu einem verteilten Netzwerk zu verschieben, soll für mehr Sicherheit und eine fairere Verteilung der Kontrolle führen. In der Praxis gestaltet sich die Umsetzung bisweilen jedoch noch schwierig.

So etwa beim Bitcoin Mining. (Spätestens) seit das „Schürfen“ der führenden Kryptowährung nach Marktkapitalisierung populär geworden ist, haben sich zunehmend sogenannte Mining Pools gebildet. Dabei schließen sich Gruppen von Rechnern zusammen, um gemeinsam gegen andere Bitcoin Miner oder andere Pools um den nächsten gültigen Block in der Blockchain zu buhlen. Denn wer das schafft, so der monetäre Anreiz im Bitcoin-System, bekommt eine Belohnung von derzeit 12,5 BTC-Einheiten. Diese Belohnung versuchen sich einzelne Unternehmen – so etwa der Bitcoin-Mining-Chip-Hersteller Bitmain – zu eigen zu machen. Dafür geriet das Unternehmen immer wieder in die Kritik.

Zentralisierung bei EOS

Mit Zentralisierungstendenzen hat auch der EOS-Kosmos zu kämpfen. So beklagte die EOS-Delegation New York unlängst, dass insgesamt sechs Blockproduzenten des Altcoins von einer einzelnen Entität kontrolliert würden. Auf Twitter hat das Unternehmen seinem Unmut am 27. November Luft gemacht:

Sechs registrierte EOS-[Block-]Produzenten werden von einer einzelnen Entität kontrolliert. Das ist inakzeptabel. Wir haben die Signaturen von den Top 50 der registrierten Block-Produzenten aufgezeichnet, damit alle Token-Besitzer wissen können, wer so ein Fehlverhalten billigt und wer nicht. […].

Das EOS Team stellt in einem weiteren Post die sechs betroffenen Entitäten in die Öffentlichkeit und schlägt deren Verbannung aus dem EOS-Netzwerk vor. Doch die von EOS New York bemängelte Zentralisierung findet ihren Ursprung nicht zwingend im „Fehlverhalten“ der Blockproduzenten. Der in EOS verwendete Konsensmechanismus scheint bei näherer Betrachtung zur Zentralisierung einzuladen.

Proof of Stake: Eine Einladung zur Zentralisierung

Im Gegensatz zu Bitcoin, der auf den „Arbeitsnachweis“ Proof of Work setzt, setzt EOS auf einen Delegated-Proof-of-Stake-Mechanismus. Grob verkürzt bedeutet dies: Wer mehr Token besitzt, hat auch mehr Stimmrechte. Zwar können normale Nutzer, anders als im Proof-of-Stake-Mechanismus, keine Blöcke produzieren, dafür aber sogenannte Block Producer wählen. Man mag sich hier an eine Aktiengesellschaft erinnert fühlen: Wer einen größeren Anteil am Unternehmen hält, hat im Normalfall auch mehr Stimmrechte. Dezentralisierung sieht anders aus.

Was im aktuellen Fall jedoch hinzukommt – und das Ganze nicht unbedingt dezentraler macht –, ist die Bloßstellung der einzelnen Entitäten und die Forderung nach Verbannung vom Netzwerk. Die EOS-Delegation New York demonstriert hier eine Vormachtstellung, indem sie den Ausschluss einzelner Netzwerk-Teilnehmer fordert, die versuchen, das Anreizsystem im EOS-Netzwerk für sich zu nutzen. Nochmal: Dezentralisierung sieht anders aus.

Kritik an EOS

Bereits im November 2018 wurde Kritik an der Plattform laut. Blockchain-Analysten nahmen sich das EOS-Netzwerk vor und kamen zu dem Ergebnis, dass EOS keine „echte“ Blockchain sei. Schon damals wurde die Kritik an den EOS-Blockproduzenten laut. Die Konsensfindung per Proof of Stake verfügte demnach nicht über eine Byzantinische Fehlertoleranz (BF), die nach Ansicht der Analysten eine „echte“ Blockchain auszeichne. Darüber hinaus hieß es bereits zu diesem Zeitpunkt:

Die EOS-Blockproduzenten sind stark zentralisiert und die Benutzer können nur auf das Netzwerk zugreifen, indem sie diese als Mittelsmänner verwenden. Blockhersteller sind ein Single Point of Failure für das gesamte System.

Ob es EOS nun schafft, diese Fehlerquelle zu beseitigen, bleibt indes freilich abzuwarten.

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