Plagiatsvorwurf Selbsternannter Bitcoin-Erfinder Craig Wright soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der selbsternannte Bitcoin-Erfinder Craig Wright soll sich bei seiner Doktorarbeit großzügig bei anderen Autoren bedient haben, ohne sie als Quelle zu zitieren.

Craig Wright, der australische Programmierer, Ökonom, Pastor, Anwalt, Banker, Mathematiker und selbsternannte Erfinder von Bitcoin, hat beinahe so viele Hüte auf, wie der ehemalige Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg Vornamen besitzt. Was die beiden außerdem vereint: Wright soll bei seiner Doktorarbeit ebenfalls abgeschrieben haben. Diesen Vorwurf erhebt zumindest ein Autor, der unter dem Namen „Paintedfrog“ die Dissertation von Wright unter die Lupe genommen hat.

„Die Quantifizierung des Risikos von Informationssystemen: Ein Blick auf die quantitativen Antworten auf Fragen der Informationssicherheit“: So lautet der Titel der Dissertation, mit der Wright im Jahr 2017 seinen Doktortitel – nicht etwa in Informatik, sondern in Philosophie – an der australischen Charles-Sturt-Universität erworben hat.

„Paintedfrog“ seziert Doktorarbeit von Craig Wright

Wie „Paintedfrog“ in seinem Medium-Beitrag herausgefunden haben will, soll sich Wright für seine Doktorarbeit in bester Von-und-zu-Guttenberg-Manier am Werk von anderen Autoren bedient haben, ohne das entsprechend kenntlich zu machen. So soll Wright an vielen Stellen seiner Doktorarbeit fremde Textauszüge wörtlich übernommen haben – inklusive Fehlern in Rechtschreibung und Grammatik.

Rechts das Original, links das mutmaßliche Plagiat von Craig Wright – samt Rechtschreibfehlern. Quelle: Paintedfrog

Ganz ohne Eigenleistung soll Wrights Dissertation indes nicht daherkommen. So habe er beim Transkribieren des Fremdmaterials auch eigene Fehler eingebaut:

[…] Wright führte Fehler ein, als er Material kopierte, insbesondere wenn es Mathematik enthielt. Zum Beispiel nahm Wright auf dem nächsten Bild eine Abbildung, die ursprünglich die Überschrift „optimale Wahl“ trug, und schrieb fälschlicherweise „optionale Wahl“. Er versuchte auch, die Gleichungen durch die Wahl unterschiedlicher Variablennotationen zu verschleiern, verwirrte sich dabei aber selbst und machte einige Fehler, die in roten Kästchen hervorgehoben sind.

Eher suboptional: Vergleich zwischen Original (rechts) und Wrights Arbeit

Auch in Sachen Paraphrasierung und Synonym-Findung war der Chef-Forscher des BSV-Unternehmens nChain fleißig, wenn man Paintedfrog Glauben schenkt.

Wright plagiierte große Teile des Inhalts und formulierte ihn um, um automatisierte [Plagiat-]Erkennungs-Software zu umgehen. In den meisten Fällen ersetzte er einfach alle paar Wörter durch Synonyme.

Dazu ein weiteres Beispiel aus dem reichen Fundus, den Paintedfrog auf Medium und imgur veröffentlicht hat:

Insgesamt hat Paintedfrog auf 30 der über 250 Seiten von Wrights Dissertation mutmaßliche Plagiate entdeckt. Er geht davon aus, dass die „Dunkelziffer“ noch deutlich höher liegen wird.

BTC-ECHO hat nChain und die Charles-Sturt-Universität um Stellungnahmen gebeten. Diese werden nachgereicht, sobald vorhanden.

UPDATE (7.5.2020, 09:45)

Ein Sprecher der Charles Sturt Universität hat gegenüber BTC-ECHO bestätigt, dass der Plagiatsvorwurf gegen Craig Wright derzeit untersucht wird:


Wir sind uns der Vorwürfe bewusst und gehen ihnen nach. Wir werden keine weiteren öffentlichen Kommentare abgeben. Wir respektieren das Recht jedes Studenten auf Privatsphäre und ein ordnungsgemäßes Verfahren.

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