Chinesische Zentralbank: Keine Zeichen der Lockerung

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Chinesische Zentralbank: Keine Zeichen der Lockerung

Die chinesische Zentralbank hat ihre Agenda für das kommende Jahr verkündet. Dabei nimmt sie auch weiterhin die Regulierung von Kryptowährungen ins Visier. Deren Märkte müssten korrigiert werden, heißt es in dem Schreiben vom Donnerstag. Damit enttäuscht die Behörde Hoffnungen eines Kurswechsels. Diese waren Mitte des Monats mit der Ernennung des neuen Zentralbank-Chefs Yi Gang im Zuge  des Personalkarussells im Führungsapparat Pekings aufgebrandet.

Im Osten (wohl vorerst) nichts Neues: Am Donnerstag hat die People’s Bank of China, die Zentralbank des Reichs der Mitte, die Agenda für das laufende Jahr 2018 bekanntgegeben. Darin nennt die Behörde Kryptowährungen in einem Atemzug mit unmittelbaren Gefahren für die Finanzstabilität des Yuan. So gelte es, deren Märkte weiterhin mit entsprechenden Maßnahmen zu begegnen.

„Eines unserer Ziele ist weiterhin die strenge Qualitätskontrolle des Yuan […] durch Korrekturmaßnahmen verschiedener Kryptowährungen“,

verkündet Zentralbank-Vize Fan Yifei die neue, alte Marschrichtung der PBoC. Während Konkretes dabei im Dunkeln bleibt, wolle man jedoch weiterhin die innovativen Möglichkeiten einer zentral-regulierten Digitalwährungen in Betracht ziehen, so Fan.

Vorerst keine Kurswechsel

Damit  enttäuscht die PBoC Hoffnungen eines baldigen Kurswechsels. Diese waren Mitte des Monats mit der Ernennung Yi Gangs zum neuen Zentralbank-Chef laut geworden. Nachdem der langjährige PBoC-Gouverneur Zhou Xiaochuan erst im März vor Spekulationsrisiken des Bitcoin warnte, schien Yi als möglicher weltgewandter und marktliberaler Hoffnungsschimmer. Berichten zufolge hatte er den Bitcoin in den vergangenen Jahren „einzigartig“ und „inspirierend“ genannt. So war bereits auf ein mögliches Abflauen des starken chinesischen Gegenwindes spekuliert worden.

Im vergangenen Jahr hatte die Regierung einen strikten Kurs gesetzt und gegenüber den heimischen Krypto-Märkten harte Bandagen angelegt: Vergangenen September forderte Peking Krypto-Börsen überraschend auf, ihren Betrieb einzustellen. Zudem wurden ICOs auf chinesischem Staatsgebiet untersagt.

Auch in diesem Jahr ist bis hierher keine Lockerung eingetreten. So hatte das chinesische Ministerium für Öffentliche Sicherheit erst vergangenen Monat verkündet, künftig sein Monitoring auch auf internationale Krypto-Börsen auszuweiten, um die Geschäfte chinesischer Staatsbürger verfolgen zu können.

Regierungen weltweit: Kriminalität das eigentliche Problem

Von internationaler Warte ist China eines der ersten, für die internationale Finanzwirtschaft entscheidenden Länder, die Kryptowährungen als Gefahr für die Finanzstabilität ansiehen. In hiesigen Breitengraden beharrt etwa die Europäische Zentralbank EZB auf ihrer Abwartehaltung. Der Tenor aus Frankfurt: Kryptowährungen seien noch weit davon entfernt, den Euro zu gefährden. Ähnlich halten es derzeit die amerikanischen Kollegen.

Während sich weltweit immer mehr Regierungen und Zentralbanken möglichen Kontrollmechanismen zuwenden, schallt dieser Tage ein anderer Ruf durch die hohen Regierungshäuser. Statt Sorgen der Finanzstabilität bestimmen bei Gesetzgebern weltweit derzeit vielmehr die kriminellen Nutzungspotentiale von Kryptowährungen die Betrachtung. So standen gemeinsam koordinierte Anstrengungen bereits beim ersten G20-Treffen der Finanzminister und Zentralbanker in diesem Monat mit auf dem Programm. Das Ergebnis: Bis 2020 sollen gemeinsame Steuerstandards den Handel mit Kryptowährungen in geordnete Bahnen lenken. Der Fokus auch hier: Geldwäsche und Steuerhinterziehung statt Finanzgefahr.

Derzeit beträgt die tatsächliche Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen 214 Milliarden Euro. Im Vergleich zum globalen Finanzverkehr ist diese jedoch noch verschwindet gering. Eine tatsächliche Finanzmarkt-Beeinträchtigung scheint daher zumindest aus Perspektive der Zahlen zweifelhaft.

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