Chia: Neuer Ökocoin als Bitcoinersatz

Quelle: crystal globe resting on moss in a forest - environment concept via shutterstock

Chia: Neuer Ökocoin als Bitcoinersatz

Der Entwickler von BitTorrent will eine umweltfreundliche Kryptowährung namens Chia entwickeln. Damit will er dem steigenden Stromverbrauch beim Minen von Bitcoins mit einer Mischung aus Proof of Time and Proof of Space entgegentreten.

Das Minen von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, wird immer wieder für seinen hohen Energieverbrauch kritisiert. Die Rechnung ist einfach herunterzubrechen: Mehr Energie, mehr Rechenleistung, mehr Bitcoin. Das führt zu einer erhöhten Umweltbelastung. Chia soll dem Ganzen als Ersatz für Bitcoin & Co. entgegenwirken.

Bitcoin, der Stromfresser

Bitcoin ist nicht gerade der Star am Öko-Himmel. Schätzungen zufolge sei es beim aktuellen Kurs für Miner profitabel, über 24 Terrawatt Stunden an Elektrizität im Jahr zu verbrauchen – ungefähr so viel wie Nigeria in einem Jahr mit seinen 186 Millionen Einwohnern im Jahr verbraucht.

Die aktuellen Strompreise bringen es dahingehend auch mit sich, dass das Minen verständlicherweise in Regionen stattfindet, in denen die Kosten gering sind. So gibt es zum Beispiel eine auf Kohlekraft beruhende Mine in der Mongolei, die sehr viel Strom frisst.

Zusätzlich produziert sie mindestens bis zu 24.000 Kilogramm CO2 pro Stunde. Das ist ungefähr so viel, wie 203.000 Kilometer mit dem Auto zu fahren. Rechnet man all das schließlich auf das „Endprodukt“, die tatsächliche Transaktion von Bitcoins, herunter, landet man bei 215 Kilowattstunden Strom pro Transaktion.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Das ist in etwa so viel, wie man in einem Jahr verbraucht, wenn pro Tag für vier Stunden ein Flachbildfernseher läuft, oder man sich die Haare mit 3,7 Föns für jeweils 5 Minuten am Tag trocknet.

Chia soll der bessere Bitcoin werden

Nun hat der Erfinder von BitTorrent, Bram Cohen, ein Unternehmen gegründet, das sich diesem Problem nähern will, das Chia Network.

Statt dem bei Bitcoin bewährten Proof-of-Work-Verfahren zur Validierung der Rechenblöcke wendet man beim Minen (das jetzt Farmen heißt!) von Chia die Methoden des Proof of Time und Proof of Space an. Beim Farmen werden dann Daten auf die Computer der Miner ausgelagert.

Der unbenutzte Speicherplatz auf den Rechnern der Farmer macht es dann möglich, die jeweiligen Prozesse zu verifizieren. Die Farmer der neuen Kryptowährung müssen dann beweisen, dass sie den Speicherplatz genutzt haben, um neue Blöcke zu prägen.

Im Austausch bekommen die Farmer dann Belohnungen und Transaktionsgebühren für alle Transaktionen, an denen sie teilhaben. Durch die Verwendung von Speicherplatz statt Rechenleistung zur Validierung wird massiv Strom gespart – ein unbestreitbarer Vorteil gegenüber Bitcoin.

Chia lost in Time & Space

Der Proof of Space ist dem Proof of Work sehr ähnlich. Lediglich wird beim Proof-of-Space-Verfahren nicht die CPU-Leistung, sondern die Speicherkapazitäten der Nutzer in Anspruch genommen.

Der Proof-of-Time-Beweis, oder auch „Verifiable Delay Algorithm“, ist eine Abwandlung des Proof of Work, bei dem eine bestimmte Anzahl an Durchläufen von vornherein feststeht. Die Verifikation läuft schließlich darüber, dass jeweils zwei Farmer, die die Kalkulation durchführen, zum selben Ergebnis kommen. Der Verifikationsprozess versichert schließlich, dass der Output nicht modifiziert worden ist.

Die Zusammenführung der beiden Verfahren soll bei Chia zum Einsatz kommen. Bei jedem neuen Block verteilen Full Nodes die drei gewichtigsten Datenblöcke an die Farmer, bei denen sogleich das Proof-of-Space-Verfahren einsetzt. Danach beginnen die Server mit der Validierung und der Erstellung des neuen Blocks. Jeder dieser Blocks beginnt mit einem Proof of Space und endet mit einem Proof of Time. Die Speicherkapazitäten werden nach der Erstellung des Blocks dann wieder frei, können formatiert und wieder benutzt werden. Diese Tatsache gestaltet das Ganze ökonomischer und ökologischer.

Die ersten Probecoins von Chia kann man im zweiten Viertel 2018 erwerben. Der endültige Launch der Öko-Coins ist für Ende 2018 geplant.

Nachtrag vom 13.11.2017: Wie sich herausstellte, ist Chia keinesfalls der erste Öko-Coin auf dem Markt, Burstcoin ist bereits aktiv. Danke an unsere Community für den Hinweis!

BTC-ECHO

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bald gibt es 18 Millionen BTC – Was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet
Bald gibt es 18 Millionen BTC – Was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet
Bitcoin

Ende dieser Woche wird die Marke von 18 Millionen Bitcoin geknackt. Wir klären, wie sich das auf den Kurs auswirkt, was das mit dem Halving zu tun hat und warum Bitcoin bald seltener als Gold sein könnte.

Bitcoin ETF: So will Wilshire die US-Börsenaufsicht überzeugen
Bitcoin ETF: So will Wilshire die US-Börsenaufsicht überzeugen
Bitcoin

Bitcoin ETF: Die US-Börsenaufsicht akzeptiert wieder Kommentare für einen Antrag auf den unter Anlegern ersehnten außerbörslichen Fonds für die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung (BTC). Der Antrag stammt vom US-Unternehmen Wilshire Phoenix und reagiert auf die Bedenken der SEC.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.

Angesagt

China, Nike und die NBA: Sneaker Token im politischen Eklat
Politik

Nike Sneaker, Token und ein Tweet. Der schwelende Konflikt zwischen der NBA und der chinesischen Regierung hat auch in der Krypto-Sphäre seine Spuren hinterlassen.

USA und Kanada erwägen digitales Zentralbankengeld
Politik

Die Zentralbanken Kanadas und der USA planen die Einführung eigener digitaler Währungen. Sie reagieren damit auf ein wachsendes Interesse an digitalen Währungen und wollen den Aufsprung bei dieser Entwicklung nicht verpassen. Dabei verfolgen beide Nationen unterschiedliche Interessen.

Ripple arbeitet an Software für Ledger und Trezor
Kommentar

Das kalifornische Unternehmen Ripple hat über sinen Investmentarm Xpring erneut in Towo Labs investiert. Das schwedische Unternehmen soll eine robuste und praktikable Software schreiben.

Smart Contract Security Alliance will für Sicherheit bei Ethereum sorgen
Altcoins

Die Smart Contract Security Alliance gibt ihren Gründungsrat bekannt. Auf ihrer Agenda stehen – man ahnt es – Sicherheit für Smart Contracts. Die Vereinigung freut sich über Mitglieder wie Fujitsu, Quantstamp und LayerX.