Bitcoin-Mining: Think Tank entfacht Debatte über ökologische Folgen

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Schätzungen eines australischen Think-Tanks für Nachhaltigkeit wonach die Generierung von Bitcoins jährlich 60% der globalen Stromproduktion in Anspruch nehmen könnte, haben erneut eine Debatte zur Umweltverträglichkeit des Bitcoin-Minings aufkommen lassen.

Laut der Internetseite der Long Future Foundation basieren die Berechnungen auf der Annahme, dass der Wert eines BTC 1.000.000 £ entspricht, die Kosten diese Ressource zu generieren bei 500.000 $ liegen und 3.600 Bitcoins jeden Tag produziert werden.


“Bitcoin Miner können Strom günstig für 0.05 $ pro Kilowattstunde (kWh) kaufen, was bedeutet, dass sie 20 kWh pro Dollar bekommen,” zitiert die Internetseite.

Multipliziert man diese Zahlen (500.000 x 20 x 3.600 x 365) in ihrem Bittcurrent Calculator – einer interaktiven Kalkulationstabelle – kommt die Foundation zu dem Schluss, dass die Bitcoin-Generierung 13.140.000.000.000 kWh – oder 13.140 Terawattstunden (TWh) – pro Jahr, oder die Menge an Energie die benötigt wird, um 1.5 mrd. Haushalte mit Strom zu versorgen.

Guy Lane, ein Umweltwissenschaftler und Pressesprecher der Foundation, sagte:

“Obwohl Bitcoin eine virtuelle Währung ist, hat er sehr reale ökonomische, soziale und ökologische Auswirkungen […] Bitcoin hat das Potenzial einen enormen Einfluss auf unsere globalen Ressourcen und unseren Energiebedarf zu haben, falls dies nicht vernünftig reguliert wird.”

Lane erklärt, dass das Bitcoin Energie-Modell der Foundation annimmt, das die Miner die Hälfte ihres potenziellen 1-Million-Dollar-Bitcoin für weiteres Mining verwenden. “Sobald der [Bitcoin] Wert steigt, werden natürlich mehr Menschen schauen mehr Bitcoins zu generieren, die Kosten und der Energieaufwand bei diesem Prozess werden lokal solange ansteigen wie Menschen damit Geld verdienen können.”

“Es gibt vieles was für den Bitcoin als Währung spricht, letztendlich kann es jedoch sein, dass sein wachsender Energiekonsum einen verheerenden Makel darstellen kann,” schlussfolgert Lane.

 Debatte entfacht

Die Erkenntnisse des Think Tanks wurden von der Bitcoin Mining Community weitgehend in Frage gestellt.

Sam Cole, Mitgründer der KnCMiner AB, sprach mit CoinDesk über die jeweiligen Mängel in der Untersuchung.

Er sagte:

“Die Hauptsache die sie [die Foundation] scheinbar auslassen ist, dass die Coins die ins Netzwerk fließen alle vier Jahre halbiert werden […] die Personen die diesen Bericht verfasst haben, sind auf einen sehr stark steigenden BTC Preis eingestellt.”

Lane sagte, die Behauptung der Foundation beruhe auf “einer wissenschaftlichen Theorie basierend auf dem Verständnis der Bitcoin Technologie und der Wirtschaft. Das 1-Million-Dollar Bitcoin-Szenario ist nur eines von Vielen welche auf den Bitcurrent Calculator angewendet werden können.”

“Wenn Bitcoin Gold und den US-Dollar als globale Währung ablöst, ist 1 Mio. $ vielleicht ein niedriger Wert. Selbst wenn der Bitcoin bis zu 400.000 $ erreicht, verbraucht er immer noch 23% der globalen Stromversorgung,” fügte er hinzu.

‘übertriebene Diskussion’

Dave Hudson, Autor bei HashingIt, ein Blog welcher sich mit Statistiken des Bitcoin Ökosystems auseinandersetzt, fügte hinzu, dass die Kernaussage dieser Diskussion grundsätzlich nicht falsch war, sie jedoch als “sehr übertriebene Diskussion welche mehr das Ergebnis als alles andere” sah.

Lane wiederum entkräftete die Behauptung wonach die Diskussion übertrieben sei. “Was übertrieben ist, ist die Möglichkeit, dass eine einfache Technologie, die vor einigen Jahrzehnten nicht mal existierte eine Bedrohung für die weltweite Energieversorgung darstellt,” erwähnte er.

Trotz allem sah Hudson ein, dass wenn der potenzielle Profit aus dem Bitcoin-Mining groß wäre, dass dies ein Anreiz für die breite Masse wäre noch mehr Profit zu machen und “eine unglückliche Konsequenz davon ist Energieverbrauch,” sagte er.

Laut ihm ist ein weiteres Problem in der Rechnung der Foundation die Annahme einer täglichen Produktion von 3.600 Bitcoins, jedoch wies Hudson daraufhin, dass diese nächstes Jahr auf 1.800 fällt und in weiteren fünf Jahren auf 900 Bitcoins pro Tag halbiert wird.

Er sagte:

“Um die Werte zu erreichen von denen hier geredet wird, müssten wir über Bitcoin als großes internationales Abwicklungssystem nachdenken und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ansichten der Bitcoin Entwickler zurzeit als ziemlich unwichtig erachtet werden; diese Dinge wären längst reguliert worden.”

Hudson fügte hinzu: “Zum einen wären die Instanzen die die Mining Prozeduren kontrollieren jetzt große Konzerne (die Seltenheit von Blöcken zeigt, dass ein Grad an Block-Maker Zentralisierung unausweichlich ist) und damit einhergehend käme Haftung.

Umweltzertifikate müssten ausgestellt werden, ansonsten müssten wir sehen, dass sich Regierungen es zur Aufgabe machen solch ein umweltfeindliches Geschäftt schwer zu besteuern.”

Obwohl er sagte, dass einige der eher passionierteren Dezentralisations-Fans seine Begründung anfechten würden, glaubt Hudson, dass der einzige Weg um eine großräumige Dezentalisierung zu erreichen, die Verteilung des Hashings über eine große Anzahl von Geräten und Orten sei. Im Gegenzug würde dies bedeuten, dass systemweite Upgrades und Protokolländerungen schwer umzusetzen seien.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Yessi Bello Perez via CoinDesk

Image Source: Von Dean Sebourn via flickr.com (Day 105) Creative Common License

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