Bitcoin-Mining: Think Tank entfacht Debatte über ökologische Folgen

Bitcoin-Mining: Think Tank entfacht Debatte über ökologische Folgen

Schätzungen eines australischen Think-Tanks für Nachhaltigkeit wonach die Generierung von Bitcoins jährlich 60% der globalen Stromproduktion in Anspruch nehmen könnte, haben erneut eine Debatte zur Umweltverträglichkeit des Bitcoin-Minings aufkommen lassen.

Laut der Internetseite der Long Future Foundation basieren die Berechnungen auf der Annahme, dass der Wert eines BTC 1.000.000 £ entspricht, die Kosten diese Ressource zu generieren bei 500.000 $ liegen und 3.600 Bitcoins jeden Tag produziert werden.

“Bitcoin Miner können Strom günstig für 0.05 $ pro Kilowattstunde (kWh) kaufen, was bedeutet, dass sie 20 kWh pro Dollar bekommen,” zitiert die Internetseite.

Multipliziert man diese Zahlen (500.000 x 20 x 3.600 x 365) in ihrem Bittcurrent Calculator – einer interaktiven Kalkulationstabelle – kommt die Foundation zu dem Schluss, dass die Bitcoin-Generierung 13.140.000.000.000 kWh – oder 13.140 Terawattstunden (TWh) – pro Jahr, oder die Menge an Energie die benötigt wird, um 1.5 mrd. Haushalte mit Strom zu versorgen.

Guy Lane, ein Umweltwissenschaftler und Pressesprecher der Foundation, sagte:

“Obwohl Bitcoin eine virtuelle Währung ist, hat er sehr reale ökonomische, soziale und ökologische Auswirkungen […] Bitcoin hat das Potenzial einen enormen Einfluss auf unsere globalen Ressourcen und unseren Energiebedarf zu haben, falls dies nicht vernünftig reguliert wird.”

Lane erklärt, dass das Bitcoin Energie-Modell der Foundation annimmt, das die Miner die Hälfte ihres potenziellen 1-Million-Dollar-Bitcoin für weiteres Mining verwenden. “Sobald der [Bitcoin] Wert steigt, werden natürlich mehr Menschen schauen mehr Bitcoins zu generieren, die Kosten und der Energieaufwand bei diesem Prozess werden lokal solange ansteigen wie Menschen damit Geld verdienen können.”

“Es gibt vieles was für den Bitcoin als Währung spricht, letztendlich kann es jedoch sein, dass sein wachsender Energiekonsum einen verheerenden Makel darstellen kann,” schlussfolgert Lane.

 Debatte entfacht

Die Erkenntnisse des Think Tanks wurden von der Bitcoin Mining Community weitgehend in Frage gestellt.

Sam Cole, Mitgründer der KnCMiner AB, sprach mit CoinDesk über die jeweiligen Mängel in der Untersuchung.

Er sagte:

“Die Hauptsache die sie [die Foundation] scheinbar auslassen ist, dass die Coins die ins Netzwerk fließen alle vier Jahre halbiert werden […] die Personen die diesen Bericht verfasst haben, sind auf einen sehr stark steigenden BTC Preis eingestellt.”

Lane sagte, die Behauptung der Foundation beruhe auf “einer wissenschaftlichen Theorie basierend auf dem Verständnis der Bitcoin Technologie und der Wirtschaft. Das 1-Million-Dollar Bitcoin-Szenario ist nur eines von Vielen welche auf den Bitcurrent Calculator angewendet werden können.”

“Wenn Bitcoin Gold und den US-Dollar als globale Währung ablöst, ist 1 Mio. $ vielleicht ein niedriger Wert. Selbst wenn der Bitcoin bis zu 400.000 $ erreicht, verbraucht er immer noch 23% der globalen Stromversorgung,” fügte er hinzu.

‘übertriebene Diskussion’

Dave Hudson, Autor bei HashingIt, ein Blog welcher sich mit Statistiken des Bitcoin Ökosystems auseinandersetzt, fügte hinzu, dass die Kernaussage dieser Diskussion grundsätzlich nicht falsch war, sie jedoch als “sehr übertriebene Diskussion welche mehr das Ergebnis als alles andere” sah.

Lane wiederum entkräftete die Behauptung wonach die Diskussion übertrieben sei. “Was übertrieben ist, ist die Möglichkeit, dass eine einfache Technologie, die vor einigen Jahrzehnten nicht mal existierte eine Bedrohung für die weltweite Energieversorgung darstellt,” erwähnte er.

Trotz allem sah Hudson ein, dass wenn der potenzielle Profit aus dem Bitcoin-Mining groß wäre, dass dies ein Anreiz für die breite Masse wäre noch mehr Profit zu machen und “eine unglückliche Konsequenz davon ist Energieverbrauch,” sagte er.

Laut ihm ist ein weiteres Problem in der Rechnung der Foundation die Annahme einer täglichen Produktion von 3.600 Bitcoins, jedoch wies Hudson daraufhin, dass diese nächstes Jahr auf 1.800 fällt und in weiteren fünf Jahren auf 900 Bitcoins pro Tag halbiert wird.

Er sagte:

“Um die Werte zu erreichen von denen hier geredet wird, müssten wir über Bitcoin als großes internationales Abwicklungssystem nachdenken und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ansichten der Bitcoin Entwickler zurzeit als ziemlich unwichtig erachtet werden; diese Dinge wären längst reguliert worden.”

Hudson fügte hinzu: “Zum einen wären die Instanzen die die Mining Prozeduren kontrollieren jetzt große Konzerne (die Seltenheit von Blöcken zeigt, dass ein Grad an Block-Maker Zentralisierung unausweichlich ist) und damit einhergehend käme Haftung.

Umweltzertifikate müssten ausgestellt werden, ansonsten müssten wir sehen, dass sich Regierungen es zur Aufgabe machen solch ein umweltfeindliches Geschäftt schwer zu besteuern.”

Obwohl er sagte, dass einige der eher passionierteren Dezentralisations-Fans seine Begründung anfechten würden, glaubt Hudson, dass der einzige Weg um eine großräumige Dezentalisierung zu erreichen, die Verteilung des Hashings über eine große Anzahl von Geräten und Orten sei. Im Gegenzug würde dies bedeuten, dass systemweite Upgrades und Protokolländerungen schwer umzusetzen seien.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Yessi Bello Perez via CoinDesk

Image Source: Von Dean Sebourn via flickr.com (Day 105) Creative Common License

JETZT NEU: DER BTC-NAVIGATOR

Das deutschsprachige Blockchain-Ökosystem an einem Platz vereint:

HANDELSPLÄTZEJOBSEVENTSUNTERNEHMENPRODUKTEAKZEPTANZSTELLENWEBSEITEN

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockstream startet eigene Bitcoin-Mining-Farm
Blockstream startet eigene Bitcoin-Mining-Farm
Mining

Der Lightning-Entwickler Blockstream möchte nun auch im Mining Game mitmischen. Das Unternehmen steigt deshalb mit zwei Serverfarmen in das Bitcoin-Schürfen ein. Hierbei bleibt es seiner grundlegenden Agenda treu: Die Dezentralität des Bitcoin-Netzwerks soll gewahrt werden.

Ponzi-System-Betrüger in Indien festgenommen
Ponzi-System-Betrüger in Indien festgenommen
Mining

Die indische Polizei hat einen australischen Krypto-Verbrecher in einem Hotel in der Nähe des Flughafens von Delhi festgenommen. Ein australischer Staatsbürger hat angeblich ein Krypto-Ponzi-Programm im Wert von 14 Millionen US-Dollar aufgebaut. Insgesamt sollen 1.500 Menschen von dem Betrug betroffen sein.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Kommentar

US-amerikanische Behörden gehen verstärkt gegen chinesische Drogen-Hersteller vor. Diese nutzen Kryptowährungen wie Bitcoin, um ihr Geld zu transportieren. Die gehandelten Waren bestehen unter anderem aus synthetischen Opioiden. Ein Kampf gegen Windmühlen, die ihr Fundament auf US-amerikanischem Boden haben.

Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Tech

Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

„IOTA“, sagte die Schranke zum Smartphone
„IOTA“, sagte die Schranke zum Smartphone
Tech

IOTA im Alltag: Die App trive.park bezahlt Parkhausautomaten mit IOTA. Hinter dem Projekt steckt das deutsche Software-Start-up trive.me, das seinerseits der EDAG Group angehört. EDAG und trive.me sehen in der Tangle-Integration von IOTA eine Grundsteinlegung für künftige Mobilitätsservices.

Libra unter Monopolverdacht: EU-Kommission befasst sich mit dem Facebook Coin
Libra unter Monopolverdacht: EU-Kommission befasst sich mit dem Facebook Coin
Regulierung

Die EU-Kommission prüft Facebooks Währungsprojekt Libra auf mögliche wettbewerbswidrige Praktiken. Einen entsprechenden Fragebogen haben die Wettbewerbshüter Anfang des Monats an die Mitglieder der Libra Association versandt. Damit muss sich die Organisation hinter der noch ungeborenen Währung bereits zwei Monate nach deren öffentlichen Verkündung gegen Monopolverdacht wehren.

Angesagt

CBA: Größte australische Bank entwickelt Handelsplatz für Umwelt-Token
Blockchain

Die Commonwealth Bank of Australia (CBA) hat einen Handelsplatz für Token, die für eine nachhaltige Förderung und den Erhalt der Umwelt stehen, vorgestellt. Dieser soll den Schutz der Umwelt vorantreiben und Investitionen in die Umwelt möglich machen.

WhatsApp plant Einführung von Digitalzahlungen in Indonesien
Tech

Facebook-Tochter WhatsApp führt Gespräche mit indonesischen Finanzfirmen und IT-Unternehmen. Dabei geht es um die Lancierung eines digitalen Bezahldienstes im Land. Als größte Volkswirtschaft in Südostasien ist Indonesien für Facebook von großer Bedeutung. Der Dienst sollte eigentlich bereits 2019 starten, verzögert sich aber wegen Lizensierungsschwierigkeiten in Indien.

Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW34 – Kommt da noch was?
Kursanalyse

Die Top-3-Coins können erneut die Chance nicht nutzen, die Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Ein neues Jahreshoch bleibt wieder einmal aus.

eCash-Legende David Chaum will mit „Praxxis“ Satoshi Nakamotos Vision Realität werden lassen
Altcoins

Der eCash-Pionier David Chaum deutet an, mit Praxxis die Quadratur des Kreises geschafft zu haben: ein konsensbasiertes Netzwerk, das ohne den Energiehunger von Proof-of-Work und ohne die Zentralisierungsgefahr von Proof of Stake auskommt. Dabei soll Praxxis dezentral, hochskalierbar und diskret sein.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: