Blockchains: Die Zukunft von Krypto-Fonds

Blockchains: Die Zukunft von Krypto-Fonds

Eine mögliche Dreiteilung der Krypto-Industrie besteht aus Entwicklern, privaten Investoren und institutionellen Geldgebern. Während unter den privaten Investoren die Stimmung teilweise in Frustration umschlägt, ist die BUIDL-Fraktion scheinbar unbeirrt vom Bärenmarkt. Der Go-Live des Liquid Networks ist nur eines der aktuellen Beispiele hierfür. Lediglich die Lage unter den institutionellen Investoren ist nicht ganz eindeutig.
Nach der ICO-Blase die Fond-Blase

Nach der ICO-Blase die Fond-Blase

Die FinTech-Berater von Autonomous NEXT schätzten im August den Verlust von Krypto-Fonds auf ca. 50 Prozent. Dies deckt sich auch mit der Performance des Eurekahedge Crypto-Currency Hedge Fund Index, einem Index bestehend aus 17 Krypto-Hedgefonds. Auch berichtete Bloomberg im April von der Schließung von neun Fonds, darunter AlphaProtocol. Vermutlich auch aus Performance-Gründen hat der bekannte Fond Polychain seinen geplanten Börsengang abgesagt.

Diese Performance zeigt Parallelen zu ICOs in 2017 und Anfang 2018, wo viel Geld in fragwürdige Blockchain-Projekte floss und wieder abgezogen wurde. Eine Analyse von Dave Balter, Partner bei Flipside Crypto, deutet auf einen ähnlichen Zyklus auch bei Krypto-Hedgefonds hin. Laut Balter fehlt vielen Krypto-Hedgefonds das notwendige regulatorische Know-how, Finanz-Erfahrung oder gar eine Fond-Strategie. Balters vermutet, dass viele Fonds nur aus finanziellem Eigeninteresse (z. B. Fondsgebühren) starten. Balters schlussfolgert daher eine Konsolidierung, wie wir sie aktuell bei Kryptowährungen sehen.

Trotz vermeintlich geplatzter Blase entstehen neue Krypto-Hedgefonds

Nichtsdestotrotz sind Investoren weiterhin an Krypto-Hedgefonds interessiert. Laut Crypto Fund Research werden dieses Jahr ca. 600 Hedgefonds starten. 20 Prozent (120) davon sollen reine Krypto-Hedgefonds werden. In Summe prognostizieren die Analysten 120 neue Krypto-Hedgefonds für 2018. Das ist ein 20-faches Wachstum im Vergleich zu 2015 (20 Fonds). Bis dato wurden dieses Jahr bereits 90 gegründet.

Das Platzen der vermeintlichen Fonds-Blase im Kontrast zum nach wie vor großen Interesse an Fonds drängt die Frage auf, wie es nun weitergeht.

Wenn auch widersprüchlich, Krypto-Fonds bleiben

Durch das Platzen der ICO-Blase haben sich die Kritiken gegen Blockchain & Co. vermehrt, nicht zuletzt durch Dr. Sebastian Wanke von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), welcher Bitcoin als Spekulationsobjekt bezeichnete. Ähnlich dazu könnte man durch das Platzen der Fonds-Blase auch von einem Ende der Fonds ausgehen. Für viele Blockchain-Maximalisten wäre das der einzig richtige Weg. So widersprechen Fonds dem Blockchain-Gedanken, in dem nicht nur institutionelle, sondern auch private Investoren in das nächste “Facebook” investieren können.

ICOs haben unter diesem Paradigma angefangen, wurden aber durch Gesetze (z. B. KYC), SAFTs und Co. ausgebremst. Außerdem versprechen Fonds sowohl für Betreiber als auch Investoren zu große Gewinne, um sich damit nicht zu beschäftigen. Schlussendlich sehen viele (ironischerweise) ausgerechnet den Einstieg der verpönten institutionellen Geldgeber als einen der Katalysatoren für die Mainstream-Verbreitung von Kryptowährungen. Ein Beispiel ist Coinbases Ankündigung ihres Fonds. Innerhalb von 30 Minuten nach der Ankündigung stieg der Krypto-Markt um mehr als acht Prozent. Auch wenn man die Kausalität nicht beweisen kann, ist sie sehr wahrscheinlich.

Wie man es also dreht und wendet, Krypto-(Hedge)fonds werden bleiben. Es drängt sich nur die Frage auf, wie diese aussehen werden.

Krypto-Fonds: “Technology Money” statt Smart Money

In seiner Analyse prognostiziert Dave Balter einen steigenden Bedarf an Fond-Management-Lösungen. Diese sind notwendig, weil Kryptowährungsmanagement (z. B. Aufbewahrung von Private Keys) technisch komplex ist. Diese technische Komplexität impliziert auch eine weitere Entwicklung; die engere Verbindung zwischen “Technologie” und “Investment”. Im traditionellen Venture Capital spricht man vom Smart Money. Neben Geld steuern Investoren Kontakte, Know-how und Erfahrung bei. Im Krypto-Segment könnte man vom “Technology Money” sprechen.

Neben Geld beteiligen sich die Investoren auch technisch als Miner, Node-Betreiber oder Core Developer. Ein aktuelles Beispiel ist Aurora EOS. Aurora EOS ist ein Block Producer für EOS, gegründet vom namhaften Krypto-Fonds Multicoin Capital. Mit Aurora EOS will Multicoin die Krypto-Industrie stabilisieren. Laut Multicoins Managing Partner Kyle Samani sind Krypto-Investoren auch für die Stabilisierung von aufstrebenden Märkten verantwortlich. Diese Stabilität kann durch Investments, Governance und aktiver Beteiligung erreicht werden (aus dem Englischen übersetzt).

Die Gründe, warum sich Krypto-Investoren auch technisch an ihren Investments beteiligen sollten, sind vielfältig. Klar ist aber, dass eine Beteiligung über das Finanzielle hinaus, für alle vorteilhaft ist.

BTC-ECHO

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