Marktupdate Bitcoin strauchelt: Wale treten Verkaufswelle los

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

Bitcoin-Münze vor rotem Trading-Konzepthintergrund
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Bitcoin stolpert auf dem Weg zum Rekordhoch und wird von den Walen nach unten gedrückt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so bereitet sich die Krypto-Leitwährung auf den nächsten Angriff vor.

Beinahe war es soweit: Der Bitcoin-Kurs konnte im gestrigen Handelsverlauf auf 19.260 US-Dollar aufholen und hatte das Allzeithoch somit bereits in greifbarer Nähe. Wo genau das sagenumwobene All-time-High eigentlich liegt, darüber streiten zwar die Datenaggregatoren. Je nachdem, welche Börsenauskunft man heranzieht, lag der Spitzenwert Mitte Dezember 2017 zwischen 19.700 und knapp über 20.000 US-Dollar. Eines steht jedenfalls fest: Viel fehlte diesmal nicht. Kurz vor dem Ziel geriet der Bitcoin-Kurs jedoch ins Straucheln und hat erst einmal wieder den Rückwärtsgang eingelegt.

Bitcoin-Kurs im Wochenchart

Ebenso so rasch wie Bitcoin in den Vortagen zugelegt hat, fiel er auch zunächst wieder: Im Tagesvergleich rutscht der Bitcoin-Kurs um 11,1 Prozent ins Minus und rasselt zu Redaktionsschluss auf 16.952 US-Dollar. Binnen 24 Stunden hat Bitcoin somit knapp 2.000 US-Dollar an Wert eingebüßt. Daran zeigt sich: Der Markt läuft unnatürlich heiß. Die Rallye mag zwar auf kurze Sicht schnelle Gewinne beschert haben, von einem gesunden Marktwachstum kann aber nicht die Rede sein. Die momentane Konsolidierung ist daher Balsam für die mittelfristige Marktentwicklung und auch nötig, um den Markt wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Das Allzeithoch von 2017 wurde schließlich teuer erkauft. Auf den Hype folgte der Markteinbruch. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, ist ein beständiges und nachhaltiges Wachstum mit stabilen Supports vonnöten.

Wale drücken den Kurs

Dass einige Investoren ihre Gewinne mitnehmen, stellt in Anbetracht der jüngsten Kurszuwächse keine Überraschung dar. Durch die rasante Rallye lag schließlich nahezu der gesamte Bitcoin Supply im Plus. Fließen dann schlagartig große Mengen an die Exchanges, kann sich der Kurs schon mal rasch nach unten korrigieren.

Dieses Muster hat sich im gestrigen Handelsverlauf bestätigt. Wie Ki Young Ju, CEO des Blockchain-Analyseunternehmens Cryptoquant, bestätigt, kam es zu einer Abverkauswelle, die von den Walen – sprich: vermögenden BTC-Investoren – losgetreten wurde.

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Die Zuflüsse an Börsen sind vor einigen Stunden gestiegen.

Es deutet darauf hin, dass die Wale BTC an Börsen eingezahlt haben.

Langfristige On-Chain-Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass der Kaufdruck überwiegt. Ich glaube immer noch, dass wir 20.000 USD in ein paar Tagen durchbrechen können.

Insgesamt ist die Walpopulation in den letzten Monaten beständig gestiegen. Rund 2.274 Exemplare zählt Glassnode derzeit, so viele wie nie zuvor.

Quelle Glassnode

Durch die steigende Anzahl von Investoren, die 1.000 oder mehr Bitcoin ihr Eigen nennen, steigt auch deren Einflussnahme auf das Kursgeschehen. Eine Walwanderung kann immensen Verkaufsdruck am Markt auslösen und den Kurs rasch drücken. Dabei dürfte es sich aber nur eine Momentaufnahme handeln. Aus taktischen Manövern kann sich die Handelsstrategie auch auszahlen: Nach der Gewinnausschüttung kann selbiges Kapital genutzt werden, um wieder vergleichsweise günstig nachzukaufen. Die Walletbestände der Wale dürften sich somit wieder rasch auffüllen. Denn wie Ki Young Ju auch bemerkt: Der Kaufdruck überwiegt nach wie vor am Markt und so wird der Bitcoin-Kurs nur eben später als früher zum Allzeithoch aufsteigen.


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