Bitcoin steuerfrei? Das muss man beim Trading beachten

Quelle: Shutterstock

Bitcoin steuerfrei? Das muss man beim Trading beachten

Bitcoin steuerfrei? Tatsächlich ist das unter bestimmten Umständen möglich. Dabei kommt es vor allem darauf an, wann man seine Bitcoin oder andere Kryptowährungen gekauft und wann man sie veräußert hat.

Bitcoin steuerfrei: Muss man Einkünfte aus dem Trading von Kryptowährungen besteuern?

Ob man Einkünfte aus Krypto-Trades besteuern muss, hängt zunächst davon ab, ob es sich um Privat- oder Betriebsvermögen handelt. Sie bleiben insofern steuerfrei, wenn die erwirtschafteten Gewinne unter der Grenze von 600 Euro bleiben. Überschreitet man diese Grenze nicht, muss man die Einkünfte auch nicht in der Steuererklärung angeben. Diese Grenze ist davon unabhängig, welche anderen Einkunftsarten (Selbstständigkeit, Dienstverhältnis o. ä.) sonst vorliegen.

Eine weitere Grenze ist der sogenannte „Veranlagungsfreibetrag“. Sofern jemand ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit hat, muss keine Steuererklärung abgegeben werden, wenn andere Einkünfte vorliegen und diese unter 730 Euro pro Jahr bleiben.

Liegt das gesamte Jahreseinkommen über 11.000 Euro, unterliegt es dem progressiven Steuertarif:

  • 11.000 bis 18.000 Euro: 25 Prozent
  • 18.001 bis 31.000 Euro: 35 Prozent
  • 31.001 bis 60.000 Euro: 42 Prozent
  • 60.001 bis 90.000 Euro: 48 Prozent
  • über 90.000 Euro: 50 Prozent
  • über 1.000.000 Euro: 55 Prozent

Wann ist Bitcoin steuerfrei?

Einen Steuer-Kniff gibt es allerdings, der vor allem die Hodler freuen dürfte: Wartet man mit dem Verkauf von Bitcoin über ein Jahr, entfällt die Steuerpflicht komplett. Somit sind Erträge, die man durch den Verkauf von BTC, Ripple, Ethereum & Co. nach einem Jahr erzielt, vollkommen steuerfrei.

Doch auch hier gibt es Einschränkungen. Diese gelten bei der sogenannten zinstragenden Veranlagung. Kurz gesagt: Wer seine Kryptowährungen gewinnbringend verleiht, muss Steuern bezahlen. Denn damit fallen sie unter den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent gemäß § 27a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes.

Allerdings sollte man darauf achten, seine Trades lückenlos zu dokumentieren – gerade für Day Trader droht hier ein hoher Berg Papier, den es anzulegen gilt. Ist dies jedoch nicht der Fall, sind die jeweils ältesten Einheiten einer Kryptowährung als zuerst verkauft anzusehen – das Prinzip nennt sich FIFO: First in, First out.

Übrigens: Bei Verlusten aus Spekulationsgeschäften sind diese nur innerhalb dieser Einkunftsart, also etwa mit Gewinnen aus anderen Trades verrechenbar. Andere Einkunftsarten kann man hier nicht in Betracht ziehen.

Bitcoin-Steuern im betrieblichen Bereich

Ganz anders ist der Fall hingegen im betrieblichen Bereich gelagert. Grundsätzlich ist hier jeder Trade von Kryptowährungen steuerpflichtig. Bei natürlichen Personen fällt hier der Progressionstarif (s. o.), bei GmbHs 25 Prozent Körperschaftssteuer an.

Bitcoin und Steuern kurz gefasst: Hodln lohnt sich.

Disclaimer: Die folgenden Informationen entstammen zum großen Teil dem Kryptosteuerguide 2019. Die Informationen wurden sorgfältig überprüft, können jedoch keine Garantie auf Vollständigkeit und Korrektheit bieten. Dieser Artikel dient der Information und kann eine Steuerberatung nicht ersetzen.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

„Satoshi“ offenbart sich – Was ist von „The Reveal“ zu halten?
„Satoshi“ offenbart sich – Was ist von „The Reveal“ zu halten?
Szene

Laut Ivy McLemore tritt Satoshi nun an die Öffentlichkeit. In drei Artikeln soll der Erfinder von Bitcoin sich offenbaren. Wirklich glaubhaft wirkt das alles jedoch nicht, sodass man eher von einem seltsamen PR-Gag ausgehen kann.

Jenseits der 51-Prozent-Attacke: Angriffe auf Bitcoin & Co.
Jenseits der 51-Prozent-Attacke: Angriffe auf Bitcoin & Co.
Wissen

Spricht man über Angriffe auf Bitcoin und andere Kryptowährungen, fällt schnell der Begriff 51-Prozent-Attacke. Sicherlich ist diese besonders schlimm, da damit unter anderem Double-Spending-Attacken möglich sind. Doch auch ohne das Neuschreiben von Blöcken kann man Bitcoin & Co. schaden.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
IBM und Travelport lancieren DLT-Lösung für Hotelprovisionen
Blockchain

Die Distirbuted-Ledger-Technologie (DLT) verspricht überall dort einen Mehrwert, wo es komplizierte Transaktionen zwischen mehreren Parteien nachzuverfolgen gilt. So auch in der Reisebranche. IBM hat hier gemeinsam mit Travelport nun eine neue Blockchain-Lösung für Reisebüros und Hotels lanciert. Die Entwickler versprechen damit, die Arbeitsabläufe in der Branche entscheidend zu vereinfachen.

Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin-Kurs unter 10.000: Fear & Greed Index gibt klares Signal
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs rüttelt stetig an der psychologisch wichtigen 10.000 US-Dollar-Marke. BTC-Trader brauchen ein ruhiges Gemüt. Der Fear & Greed Index zeigt, dass das aktuell nicht einfach ist. Und gibt eine klare Handlungsanweisung

Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Bitcoin, China und die US-Drogenkrise
Kommentar

US-amerikanische Behörden gehen verstärkt gegen chinesische Drogen-Hersteller vor. Diese nutzen Kryptowährungen wie Bitcoin, um ihr Geld zu transportieren. Die gehandelten Waren bestehen unter anderem aus synthetischen Opioiden. Ein Kampf gegen Windmühlen, die ihr Fundament auf US-amerikanischem Boden haben.

Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Tech

Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

Angesagt

„IOTA“, sagte die Schranke zum Smartphone
Tech

IOTA im Alltag: Die App trive.park bezahlt Parkhausautomaten mit IOTA. Hinter dem Projekt steckt das deutsche Software-Start-up trive.me, das seinerseits der EDAG Group angehört. EDAG und trive.me sehen in der Tangle-Integration von IOTA eine Grundsteinlegung für künftige Mobilitätsservices.

Libra unter Monopolverdacht: EU-Kommission befasst sich mit dem Facebook Coin
Regulierung

Die EU-Kommission prüft Facebooks Währungsprojekt Libra auf mögliche wettbewerbswidrige Praktiken. Einen entsprechenden Fragebogen haben die Wettbewerbshüter Anfang des Monats an die Mitglieder der Libra Association versandt. Damit muss sich die Organisation hinter der noch ungeborenen Währung bereits zwei Monate nach deren öffentlichen Verkündung gegen Monopolverdacht wehren.

CBA: Größte australische Bank entwickelt Handelsplatz für Umwelt-Token
Blockchain

Die Commonwealth Bank of Australia (CBA) hat einen Handelsplatz für Token, die für eine nachhaltige Förderung und den Erhalt der Umwelt stehen, vorgestellt. Dieser soll den Schutz der Umwelt vorantreiben und Investitionen in die Umwelt möglich machen.

WhatsApp plant Einführung von Digitalzahlungen in Indonesien
Tech

Facebook-Tochter WhatsApp führt Gespräche mit indonesischen Finanzfirmen und IT-Unternehmen. Dabei geht es um die Lancierung eines digitalen Bezahldienstes im Land. Als größte Volkswirtschaft in Südostasien ist Indonesien für Facebook von großer Bedeutung. Der Dienst sollte eigentlich bereits 2019 starten, verzögert sich aber wegen Lizensierungsschwierigkeiten in Indien.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: