Bitcoin-Preissturz: Krypto-Börsen kämpfen mit großem Andrang

Bitcoin-Preissturz: Krypto-Börsen kämpfen mit großem Andrang

Die Kurskorrektur und der damit verbundene Fall der Kurse fast aller Kryptowährungen äußert sich naturgemäß auch in einem extrem hohen Andrang auf die Websites der Krypto-Börsen und Marktplätze. Diese zeigen sich vollkommen überfordert und können der gestiegenen Nachfrage momentan nicht nachkommen. Dies ist jedoch kein Grund, unruhig zu werden.

Der Blick auf Coinmarketcap an diesem Morgen hat beinahe dazu geführt, dass man seine Augen am liebsten direkt wieder schließen wollte – so dominant war die Farbe rot in der Liste der 100 meistkapitalisierten Coins. Zeitweise hatten außer Ripple, der Nummer 4 im Tableau, nur zwei andere Kryptowährungen in den letzten 24 Stunden einen Anstieg hinter sich – eine davon war die an den US-Dollar gebundene Währung Tether. Die restlichen Coins hatten nahezu durchgängig ein zweistelliges Minus aufzuweisen, viele von ihnen pendelten zwischen -20 und -30 %.

Die heftigen Kursänderungen sind natürlich eng mit einer gestiegenen Aktivität an den Krypto-Handelsplätzen verknüpft. So erleben Coinbase, Anycoin und Co. derzeit einen Andrang, der mit nichts vergleichbar ist, was sie an einem einzelnen Tag jemals zuvor erlebt haben. Dies bedeutet für den Moment längere Wartezeiten, deren Ende zur Zeit nicht absehbar ist, sowie Anfragen, die zunächst gar nicht beantwortet werden können. Aufgrund von Überlastungen der Netzwerke kommt es zudem an vielen Stellen zu temporären Ausfällen, aufgrund derer für eine unbestimmte Zeit überhaupt keine Aktionen durchgeführt werden können. Es heißt also zunächst, Geduld zu bewahren und den Handelsplattformen die benötigte Zeit zuzugestehen.

Die aktuelle Lage trifft die Betreiber der Krypto-Börsen so unerwartet wie unvorbereitet, was sich jedoch nicht allein auf die heutige Ausnahmesituation bezieht. Vielmehr war die gesamte Entwicklung des letzten Monats eine permanente Überforderung der gesamten Krypto-Szene, die auf diese Art und Weise die wenigsten haben kommen sehen. Man sollte nicht vergessen, dass wir noch vor Monatsfrist eine gesamte Marktkapitalisierung von einer Viertel Billionen US-Dollar und einen Bitcoin-Kurs von 10.000 US-Dollar bejubelt hatten – zwei Wochen später hatten sich beine Werte verdoppelt.

In diesem Zusammenhang ist es jetzt also komplett unverhältnismäßig, angesichts der heutigen Kurskorrektur den Teufel an die Wand zu malen. Nimmt man den Anfang des Monats Dezember als Ausgangspunkt, steht unter dem Strich noch immer ein dickes grünes Plus. Erfahrene Krypto-Investoren werden zudem merken, dass es in den vergangenen Jahren immer Situationen gegeben hat, in denen der Bitcoin und die anderen Kryptowährungen zeitweise gefallen waren – nur um danach umso stärker zurück zu kehren. Denn auch wenn es temporär steil nach oben und ebenso steil nach unten geht: Die langfristige Linie zeigt hoch.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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