Bitcoin-Kurs fällt nach Börsen-Hack um 20%

Bitcoin-Kurs fällt nach Börsen-Hack um 20%

Der Bitcoin-Kurs hat am gestrigen Tag noch einmal einen herben Schlag erlitten. Bei einem ohnehin schon fallenden Preis pro Bitcoin wurde der Hack einer der weltweit größten Handelsplattformen für digitale Währungen bekannt.



Am frühen Dienstag Morgen stellte die in Hong Kong ansässige Bitcoin-Börse Bitfinex jeglichen Handel ein. Nachdem die Börse eine Sicherheitslücke bemerkte, ging die Plattform offline und alle Ein- bzw. Auszahlungen wurden sofort pausiert. In einem Interview gaben Vertreter der Börse das erste Ausmaß bekannt. Bisher stehe fest, dass 120.000 Bitcoins im Wert von rund 60 Mio US-Dollar durch den Hackerangriff entwendet wurden.

Kurz nach der Bekanntgabe fiel der Bitcoin-Kurs um 19:30 UTC auf 560 USD. Nur wenige Stunden später gegen 23:30 UTC lag der Kurs bereits bei nur noch 530 US-Dollar. Das sind 20% weniger als der Eröffnungskurs von 607,37 US-Dollar und 27% weniger als der Peak am 30. Juli (658,28 US-Dolar), nach dem der Bitcoin Preis allmählich anfing zu fallen.

Arthur Hayes, CEO der Bitcoin-Plattform BitMEX sagt das Ereignis habe einen deutlichen Einfluss auf den Preis pro Bitcoin genommen:

„Der Hack einer namenhaften Börse hat immer einen negativen Einfluss auf die Marktstimmung und schränkt die Markt-Macher in ihren Fähigkeiten, für einen geordneten markt zu sorgen, ein.“

Auch Jacob Elioshoff schätzt die Situation gleichermaßen ein. Er sagte in einem Interview mit CoinDesk, das ein solcher Hack für große Ungewissheit sorgt:

„Die Frage ist wie viele Bitcoins letztendlich gestohlen wurden und ob Bitfinex in der Lage ist den Schaden zu kompensieren.“

In den vergangenen 30 Tagen wurden mehr als 600.000 Bitcoins auf Bitfinex gehandelt. Das sind 1,6% der insgesamt 39 Mio weltweit gehandelten BTC.

Der Einfluss des Halvings

Jedoch scheint der Bitfinex Hack nicht der einzige Trigger für den Bitcoin Kursverfall zu sein. Der Preis befindet sich bereits seit mehreren Tagen in einem Abwärtstrend. Einige Experten sagen das Bitcoin-Halving spiele hier auch eine entscheidende Rolle. Das Ereignis bei dem die Ausschüttung der pro Block generierten Bitcoin am 9. Juli von 25 auf 12,5 BTC halbiert wurde, hatte bereits zuvor für großes Aufsehen gesorgt.

Zu Zeiten des Halving war wider erwarten kaum ein Effekt auf den Bitcoin-Kurs zu beobachten.

„Es scheint als wären die Trader ihrere Zeit etwas voraus gewesen. Viele haben gedacht der Preis würde nach dem Ereignis linear nach oben gehen,“ so Tuur Demeester. „Das Halving ist real und wird einen realen Effekt auf Bitcoin haben.“

Ein Ausblick

Der Kursverfall unter die 600 US-Dollar Marke kann auch ein Zeichen für einen Stimmungswechsel sein. 2016 war bisher sehr stark von einer bullischen und optimistischen Stimmung geprägt.

Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Kurs nach dem Fall unter die 600er Marke die 550 US-Dollar testen werde. Das ist in etwa das Level vor dem Brexit Votum.

Tim Enneking, Investmentmanager bei EAM sagt der derzeitige Kursverfall sei ein Post-Halving Effekt. Er glaubt nicht an einen Kursverfall unter die 500 US-Dollar Marke.

Demeester sieht die ganze Sache langfristig nur halb so wild. Er sagt er sehe keinen Grund für das Ende eines bullischen Marktes. Er erwartet über den Verlauf den kommenden 12 Monate einen „weitaus höheren Kurs“.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Charles Bovaird via CoinDesk

Über Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO.
Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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  • Making trading online on the smart phone: © oneinchpunch - Fotolia.com

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