Bitcoin Cash Nach dem Halving, vor der Krise?

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Windsack in den Farben Rot und Weiß dreht sich zum Wind im Hintergrund geht die Sonne unter

Quelle: Shutterstock

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Auch ohne Corona-Krise würde der Krypto-Markt aktuell turbulenten Zeiten entgegen blicken: Das Bitcoin Halving rückt in greifbare Nähe, während Bitcoin Cash schon heute dran war. In China haben unterdessen manche Miner nach Corona das Handtuch geworfen.

Für den Bitcoin-Abkömmling Bitcoin Cash (BCH) war es bereits heute soweit: Seit dem frühen Nachmittag erhalten Miner nur noch 6,25 BCH pro Block. So mancher Miner dürfte deshalb mit dem Wechsel zu BTC liebäugeln. Läuft Bitcoin Cash (BCH) nun Gefahr, ein Opfer für eine 51-Prozent-Attacke zu werden?


Während anstehende Halvings oft für bullishe Prognosen bemüht werden, bedeuten sie für Bitcoin Miner – also jene, die mit großem Energieaufwand nach dem digitalen Gold graben – eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung. Schließlich halbiert sich die Ausbeute, während die laufenden Kosten (Strom, Gebäudemiete, etc.) unverändert hoch bleiben.

China: Mining Pools in der Corona-Krise

Die Blicke richten sich nun vor allem auf die großen chinesischen Mining Pools, die nach wie vor den Löwenanteil der Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung stellen. Mindestens einer scheint nun bereits vor dem Bitcoin Halving die Flinte ins Korn zu werfen: Bytepool.

Wie der chinesischsprachige Krypto-Blog WU Blockchain unter Berufung auf Insiderangaben berichtet, ist etwa der Mining-Pool-Betreiber Valarhash dabei, sich teilweise aus dem Bitcoin-Mining-Geschäft zurück zu ziehen. Valarhash betreibt die Mining Pools Bytepool und T1Hash, die in ihren Glanzzeiten gemeinsam für bis zu 9 Prozent der Rechenleistung in Bitcoin verantwortlich waren. Nun wurde Bytepool offenbar aufgelöst und ein Großteil der Miner an 1THash delegiert – die Mining-Gemeinschaft ist nicht mehr profitabel genug. Der jüngste sprunghafte Anstieg der Bitcoin Hash Rate könnte die Entscheidung forciert haben.

Bitcoin-Mining in Deutschland: Ein Verlustgeschäft

Dass sich Bitcoin Mining im kleinen Stil kaum rentiert, gilt mehr denn je. Auch mit einem Top-Modell des Mining-Marktführers Bitmain würde man in Deutschland derzeit Miese machen. Dafür zeichnen vor allem die hohen Strompreise hierzulande verantwortlich. Während die „deutsche“ Kilowattstunde mit durchschnittlich 30 Cent zu Buche schlägt, zahlen chinesische Bitcoin Miner weniger als ein Cent pro kWh.

Mit einem einzelnen Antminer S17 Pro (53 TH/s) schreibt man bei deutschen Strompreisen (0,3 Euro/kWh) rote (Fiat-)Zahlen

Corona verpasst Bitcoin Hash Rate einen Dämpfer

Trotzdem brachte der Corona Crash auch Bitcoin Miner im Billigstromland China in Bedrängnis. Laut einem Bericht des chinesischen Finanznachrichten-Portals Securities Daily schalteten über 40 Mining-Farmen ihre Geräte ab, als Bitcoin unter 4.000 US-Dollar gefallen war. Dadurch wurde vor allem ältere Mining Hardware wie der Antminer S9 unprofitabel. Durch die Kapitulation der Miner brach die Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk entsprechend ein, zeigt in den letzten Wochen jedoch deutliche Erholungstendenzen.

Bitcoin Hash Rate in TH/s: Nach dem„Schwarzen Donnerstag“ am 12. März stehen die Zeichen derzeit wieder auf Erholung | Quelle: Blockchain.com

Bei Bitcoin Cash hielten sich die Verluste an Rechenleistung unterdessen in Grenzen, allerdings zeichnet sich auch noch keine deutliche Aufwärtstendenz der Hash Rate ab.

Bitcoin Cash (BCH) Hash Rate in EH/s: Der seit Mitte Februar beobachte Abwärtstrend konnte vor dem Halving nicht durchbrochen werden | Quelle: Bitinfocharts.com

Angesichts des heutigen Bitcoin Cash Halvings wurden Befürchtungen laut, dass Miner von Bitcoin Cash auf Bitcoin (BTC) umsteigen. Dort könnten sie noch einen Monat lang um den vollen Block Reward von 12,5 BTC konkurrieren.

Bitcoin Cash Halving: Steigende Gefahr einer 51-Prozent-Attacke?

Sollte es tatsächlich zu einem signifikanten Einbruch der Bitcoin Cash Hash Rate kommen, hätte das fatale Folgen für die ohnehin ausbaufähige Netzwerksicherheit von BCH. Laut Daten von CryptoApp51.com könnte man bereits für unter 20.000 Euro genug Rechenleistung mieten, um eine Stunde lang mit der gesamten BCH Hash Rate gleichzuziehen. Zwar könnte der Dienstleister NiceHash in der Praxis nur sieben Prozent der erforderlichen Hash Rate liefern. Verglichen mit den Kosten einer 51-Prozent-Attacke auf Bitcoin (BTC), kommt Bitcoin Cash allerdings beinahe schon als Schnäppchen daher.

Ein Angriff auf Bitcoin Cash (BCH) würde laut CryptoApp51.com keine 22.000 US-Dollar kosten. | Quelle: CryptoApp51.com

Das letzte, was Bitcoin Cash nun braucht, sind massenhaft Miner, die auf BTC wechseln und somit den Abstand zwischen Original und Fork in Sachen Netzwerksicherheit weiter vergrößern.

Da es sich bei dem heutigen Halving um einen Präzedenzfall handelt, lässt sich schwer abschätzen, wie viele Miner auf BTC umsatteln und wie viele BCH die Treue halten werden. Selbst wenn alle Bitcoin Cash Miner ihre Rechenleistung in das Bitcoin-Netzwerk einbringen, würden sie nur einen kleinen Bruchteil der gesamten Hash Rate kontrollieren – mit entsprechend geringeren Chancen auf den Block Reward. Am Ende des Tages geht es folglich um die Abwägung zwischen der regelmäßigen Chance auf 6,25 BCH oder der sporadischen Aussicht auf 12,5 BTC.

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