Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

Quelle: Shutterstock

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Internationale Richtlinien für die Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen sollen bald Realität werden. Akteure der Branche sind besorgt. Es drohen technische Schwierigkeiten bei der Umsetzung.

Ein Sturm braut sich am Krypto-Himmel zusammen. Die internationale Financial Action Task Force (FATF) verabschiedet ihre geplanten Richtlinien zur Regulierung von Bitcoin & Co. am 21. Juni. Die Reglementierungen betreffen sämtliche Krypto-Unternehmen. Das Nachrichtenportal Bloomberg, dem diese Informationen vorliegen, sprach deshalb mit verschiedenen Vertretern der Bitcoin-Branche über die anstehenden Konsequenzen. Zahlreiche Player scheinen ernstlich beunruhigt. Eric Turner, Forschungsdirektor beim Krypto-Untersuchungszentrum Messari, beschrieb die Regulierungen gar als „eine der größten Bedrohungen für Krypto heute.“

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Dies liegt zunächst am internationalen Charakter der FATF. Zum Beirat der Organisation, die sich dem Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verschrieben hat, gehören 38 Staaten und zwei internationale Organisationen. In der Praxis halten sich allerdings über 180 Staaten an die von der FATF erlassenen Richtlinien. Diese nicht zu befolgen, käme einem Ausschluss aus dem internationalen Finanzsystem gleich. Neben der nahezu globalen Gültigkeit, ist es jedoch vor allem eine der geplanten Richtlinien, die die Bitcoin-Welt voll Sorge aufhorchen lässt.

Bitcoin-Börsen müssen Informationen über die Empfänger von Krypto-Zahlungen sammeln

Besagte Regulierungsrichtlinie sieht vor, dass Bitcoin-Börsen und ähnliche Dienstleister Informationen über alle Kunden sammeln, deren Transaktionen ein Volumen von über 1.000 US-Dollar aufweisen. Brisant daran: Die FATF verlangt nicht nur nach Informationen über den Initiator der Transaktion. Die Börsen müssen auch Daten über den Empfänger sammeln und diese an die Zahlungsdienstleister des Empfängers weiterleiten. Was einfach klingt, könnte sich in der Praxis als überaus schwierig erweisen. Der Haken an der Sache liegt an der technischen NAtur von Kryptowährungen. Wallet-Adressen sind schließlich anonym, die Börsen können also nicht wissen, wer der Empfänger einer Zahlung ist. John Roth, Chief Compliance and Ethics oOfficer bei der Bitcoin-Börse Bittrex, skizzierte gegenüber Bloomberg die zwei einzigen, dann noch möglichen Szenarien:

Entweder wird eine vollständige und grundlegende Umstrukturierung der Blockchain-Technologie erforderlich sein, oder es wird ein globales paralleles System benötigt, das sozusagen unter den etwa 200 Börsen der Welt aufgebaut werden muss.

Laut Bloomberg erwägen einige Krypto-Börsen tatsächlich die Einrichtung eines derartigen Systems. Dies würde wohl gesteigerte Compliance- und somit auch gesteigerte Transaktionskosten nach sich ziehen. In einem solchen Fall wäre es denkbar, dass Kunden ihre Bitcoin-Geschäfte direkt und ohne die Börsen abwickeln. Fraglich bleibt, wie schnell und mit welcher Härte die Regulierungen umgesetzt werden. Die FATF könnte der Branche durchaus eine Übergangszeit einräumen. Ob ein internationaler Regulierungsrahmen kommt, ist indes gewiss. Erst vor wenigen Tagen verständigten sich die G20-Staaten auf die Notwendigkeit einer multilateralen Lösung.

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