Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren

Quelle: Shutterstock

Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren

Internationale Richtlinien für die Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen sollen bald Realität werden. Akteure der Branche sind besorgt. Es drohen technische Schwierigkeiten bei der Umsetzung.

Ein Sturm braut sich am Krypto-Himmel zusammen. Die internationale Financial Action Task Force (FATF) verabschiedet ihre geplanten Richtlinien zur Regulierung von Bitcoin & Co. am 21. Juni. Die Reglementierungen betreffen sämtliche Krypto-Unternehmen. Das Nachrichtenportal Bloomberg, dem diese Informationen vorliegen, sprach deshalb mit verschiedenen Vertretern der Bitcoin-Branche über die anstehenden Konsequenzen. Zahlreiche Player scheinen ernstlich beunruhigt. Eric Turner, Forschungsdirektor beim Krypto-Untersuchungszentrum Messari, beschrieb die Regulierungen gar als „eine der größten Bedrohungen für Krypto heute.“

Dies liegt zunächst am internationalen Charakter der FATF. Zum Beirat der Organisation, die sich dem Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verschrieben hat, gehören 38 Staaten und zwei internationale Organisationen. In der Praxis halten sich allerdings über 180 Staaten an die von der FATF erlassenen Richtlinien. Diese nicht zu befolgen, käme einem Ausschluss aus dem internationalen Finanzsystem gleich. Neben der nahezu globalen Gültigkeit, ist es jedoch vor allem eine der geplanten Richtlinien, die die Bitcoin-Welt voll Sorge aufhorchen lässt.

Bitcoin-Börsen müssen Informationen über die Empfänger von Krypto-Zahlungen sammeln

Besagte Regulierungsrichtlinie sieht vor, dass Bitcoin-Börsen und ähnliche Dienstleister Informationen über alle Kunden sammeln, deren Transaktionen ein Volumen von über 1.000 US-Dollar aufweisen. Brisant daran: Die FATF verlangt nicht nur nach Informationen über den Initiator der Transaktion. Die Börsen müssen auch Daten über den Empfänger sammeln und diese an die Zahlungsdienstleister des Empfängers weiterleiten. Was einfach klingt, könnte sich in der Praxis als überaus schwierig erweisen. Der Haken an der Sache liegt an der technischen NAtur von Kryptowährungen. Wallet-Adressen sind schließlich anonym, die Börsen können also nicht wissen, wer der Empfänger einer Zahlung ist. John Roth, Chief Compliance and Ethics oOfficer bei der Bitcoin-Börse Bittrex, skizzierte gegenüber Bloomberg die zwei einzigen, dann noch möglichen Szenarien:

Entweder wird eine vollständige und grundlegende Umstrukturierung der Blockchain-Technologie erforderlich sein, oder es wird ein globales paralleles System benötigt, das sozusagen unter den etwa 200 Börsen der Welt aufgebaut werden muss.

Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren

Laut Bloomberg erwägen einige Krypto-Börsen tatsächlich die Einrichtung eines derartigen Systems. Dies würde wohl gesteigerte Compliance- und somit auch gesteigerte Transaktionskosten nach sich ziehen. In einem solchen Fall wäre es denkbar, dass Kunden ihre Bitcoin-Geschäfte direkt und ohne die Börsen abwickeln. Fraglich bleibt, wie schnell und mit welcher Härte die Regulierungen umgesetzt werden. Die FATF könnte der Branche durchaus eine Übergangszeit einräumen. Ob ein internationaler Regulierungsrahmen kommt, ist indes gewiss. Erst vor wenigen Tagen verständigten sich die G20-Staaten auf die Notwendigkeit einer multilateralen Lösung.

Mehr zum Thema:

Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Malaysia reguliert IEOs und verbietet ICOs
Regulierung

Die malaysische Wertpapierbehörde Securities Commission Malaysia (SC) gibt Richtlinien für Initial Exchange Offerings (IEOs) heraus und verbietet in diesem Zuge offenbar Initial Coin Offerings (ICOs). Damit gehört das asiatische Land zu den wenigen Staaten, die sich gesetzlich ausdrücklich gegen ICOs wenden. Auch reguliert Malaysia IEOs, wogegen sich die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) sträubt.

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Washington könnte bald ein neues Bitcoin-Gesetz bekommen
Regulierung

In Washington liegt ein Gesetzesentwurf vor, der Gewinne aus Bitcoin-Transaktionen von über 200 US-Dollar steuerfrei machen soll. Das könnte einen Anschub für den Bitcoin-Kurs bedeuten.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Kommentar

Jüngst verkündete Bitcoin-Kritiker Peter Schiff, dass er den Zugriff auf seine Bitcoins verloren hat. Was Bitcoin-Investoren daraus bezüglich ihrer Private Keys lernen können.

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Malaysia reguliert IEOs und verbietet ICOs
Regulierung

Die malaysische Wertpapierbehörde Securities Commission Malaysia (SC) gibt Richtlinien für Initial Exchange Offerings (IEOs) heraus und verbietet in diesem Zuge offenbar Initial Coin Offerings (ICOs). Damit gehört das asiatische Land zu den wenigen Staaten, die sich gesetzlich ausdrücklich gegen ICOs wenden. Auch reguliert Malaysia IEOs, wogegen sich die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) sträubt.

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Craig Wright lässt die Balken biegen – Bitcoin SV stürzt ab
Altcoins

Craig Wright hat die Keys zum Tulip Trust empfangen – dachten alle. Bis er jüngst vermeldete, die Keys zum neun Milliarden US-Dollar schweren Bitcoin-Vermögen doch nicht erhalten zu haben. Nach einem kurzen Höhenflug nahm Bitcoin SV die Meldung enttäuscht zur Kenntnis und rutscht weiter ab.

Bitcoin, Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren
Washington könnte bald ein neues Bitcoin-Gesetz bekommen
Regulierung

In Washington liegt ein Gesetzesentwurf vor, der Gewinne aus Bitcoin-Transaktionen von über 200 US-Dollar steuerfrei machen soll. Das könnte einen Anschub für den Bitcoin-Kurs bedeuten.

Angesagt

Bitcoin-Verwahrung in Deutschland: BaFin klärt auf
Regulierung

Das neue Gesetz zur Verwahrung von Bitcoin & Co., das am 1. Januar in Kraft getreten war, sorgte für Aufbruchstimmung im deutschen Krypto-Ökosystem. Fortan müssen Unternehmen bei der Bundesanstalt für Finanzdientsleistungsaufsicht (BaFin) einen entsprechenden Antrag stellen, um Bitcoin-Verwahrer zu werden. Aktuell gibt es hier jedoch noch Unsicherheiten.

Bank Frick baut Vorsprung weiter aus dank wegweisendem Blockchain-Gesetz
Sponsored

Mit dem Gesetz zu Token und vertrauenswürdigen Technologie-Dienstleister (TVTG) gilt in Liechtenstein das europaweit umfassendste Blockchaingesetz – nach Bank Frick unterstreicht so auch Liechtenstein seine Pionierrolle und setzt einen Meilenstein im Bereich der Token-Ökonomie. Vor diesem Hintergrund eröffnen sich Finanzdienstleistern und Blockchain-Akteuren mit den bewährten Blockchain-Banking-Services von Bank Frick neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle.

Mehrheit der Top-100-Altcoins besser als Bitcoin
Kursanalyse

Der Altcoin-Markt kann auch in der dritten Kalenderwoche in diesem Jahr an die Vorwochengewinne anknüpfen und seine Gewinne ausbauen. Die überwiegende Mehrheit der Altcoins erholt sich weiter und kann auch diese Woche ansehnliche Kursanstiege vorweisen

„Blockchain in zehn Jahren überflüssig – Dank IOTA“
Kolumne

Ein IOTA, sie zu knechten? IOTA-Mitgründer David Sonstebo sieht kein Krypto-Projekt, das IOTA das Wasser reichen könnte. Der Overstock CEO Jonathan Johnson sieht ebenfalls noch wenig Marktreifes. Unterdessen will „Crypto Mom“ Hester M. Peirce in Übersee eine Regulierung erreichen, die weniger abschreckend auf Blockchain-Start-ups wirkt.

Bitcoin-Börsen weltweit sollen ihre Kunden offenbaren