Bis dass der Code uns scheidet: Erster Smart Wedding Contract in Österreich

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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In Österreich haben sich zwei getraut, einen blockchainbasierten Ehevertrag zu schließen. Der „Smart Wedding Contract“ fußt auf Ethereum und regelt unter anderem die Besitzverhältnisse der Ehepartner im Falle der Scheidung.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

In Österreich ist man in Sachen Blockchain- und Krypto-Adaption in mancherlei Hinsicht weiter als hierzulande. So gehören dort nicht nur Bitcoin-Automaten mittlerweile zum täglichen Bild; vergangene Woche gab es zudem einen Durchbruch bei der STO-Regulierung. Derweil soll in Wien das größte Blockhain-Kompetenzzentrum der Welt entstehen.

Angesichts eines solchen Fortschrittsoptimismus nimmt es nicht Wunder, dass in der Alpenrepublik nun auch der offenbar erste Ethereum-basierte Ehevertrag im deutschsprachigen Raum abgeschlossen wurde. Noch weniger verwundert es, dass es sich bei dem Ehegatten um den CEO einer Blockchain-Consulting-Firma handelt.


In einer am 30. November veröffentlichten Pressemitteilung überbrachte block42-CEO Lukas Götz die frohe Kunde in eigener Sache.

Demnach erhielt am 26. November die Papierform des Ehevertrags den Segen des Notars.

„Dabei handelt es sich um einen eigentlich ‚normalen‘ Ehevertrag, der jedoch auf den Smart Wedding Contract inhaltlich referenziert und rechtliche Themen wie Gütertrennung und -aufteilung regelt“,

heißt es in der Mittelung.

Ethereum-Ehe

Beide Ehepartner erhalten eine Ethereum-Wallet. Die Blockchain-Technologie soll den Vertrag dabei, anders als ein herkömmlicher Ehevertrag, zu einem dynamischen Konstrukt machen. So soll der Smart Contract sich ständig an Veränderungen der Besitzverhältnisse anpassen können. Entsprechend heißt es im Papiervertrag:

„Jedes Hinzutreten sowie jeder Abfluss von Gegenständen ist im Smart Wedding Contract genauestens dokumentiert. Die Ehegatten vereinbaren, dass die Aufstellung der während der Ehe angeschafften weiteren Gegenstände und deren Bewertung im Smart Wedding Contract erfolgen soll.“

Man darf wohl unterstellen, dass es sich bei dem Smart Wedding Contract auch um eine PR-Aktion handelt. Schließlich handelt es sich um die Pressemitteilung eines Privatunternehmens, das zufällig solche Smart Wedding Contracts anbietet.

Der smarte Hochzeitsvertrag bietet dennoch einen interessanten Einblick in das Potenzial der Blockchain-Technologie, nicht nur die Finanz- und Logistik-, sondern auch zwischenmenschlichen Systeme zu optimieren – besonders jene, die in jedem zweiten Fall zu Bruch gehen.

BTC-ECHO


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