SEC greift durch: Betrügerisches 5 Millionen US-Dollar ICO abgestraft

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) setzt ihren Kreuzzug gegen betrügerische ICOs fort. Dieses mal ging es der Jobbörse Boon.Tech an den Kragen. Diese versprach Investoren nicht weniger, als die Volatilität digitaler Assets beseitigt zu haben.

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Comission (SEC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem Feld der zweifelhaften Intial Coin Offerings (ICOs) aufzuräumen. Am 13. August machte sie eine Anzeige gegen die Blockchain-basierte Jobbörse Boon.Tech publik.


Die Aufsichtsbehörde beschuldigt die Plattform und ihren CEO Rajesh Pavithran dabei nicht nur einer versäumten Registrierung. Im Zuge ihres 5 Millionen US-Dollar schweren ICOs soll die Jobbörse stattdessen Investoren ebenfalls bewusst getäuscht haben. Boon.Tech und die SEC sind zu einer außergerichtlichen Einigung gelangt.

Konnte Boon.Tech das Volatilitätsproblem lösen?

Boon.Tech wollte eine Jobplattform sein, die Auftraggeber und Freelancer zusammenbringt. Um das Projekt zu finanzieren, ließ CEO Pavithran zwischen November 2017 und Januar 2018 ein ICO durchführen. Die dabei herausgegeben Boon Coin müssen aus der Sicht der SEC als Investment-Verträge gewertet werden. Denn Investoren sicherten sich durch den Erwerb einen Anspruch auf spätere Gewinnausschüttungen. Für die US-Börsenaufsicht handelt es sich bei den Boon Coin somit um registrierungspflichtige Wertpapiere.

Daneben steht noch der Vorwurf des Betrugs im Raum und dieser entbehrt nicht einer gewissen Dreistigkeit. Schließlich ist die überdurchschnittliche Preisvolatilität ein bekanntes Charakteristikum von Bitcoin und Co. Pavithran behauptete, dass ausgerechnet sein Boon Coin die Lösung liefert. Denn dank einer ominösen Technologie sollte der Token gegen den US-Dollar abgesichert sein. Die Jobbörse gab an, dass auf diese Technologie ein Patent ausstände. Wie die SEC nun klarstellt, war dies nicht der Fall.

Boon.Tech lockte Investoren ferner mit dem Versprechen, dass die eigene Blockchain schneller und skalierbarer sei als andere Angebote. Auch hierzu merkt die SEC an, dass das Projekt die selbe öffentliche Blockchain verwendete, wie die Konkurenz. Hierzu Kristina Littman, Leiterin des Cyber Unit der SEC Enforcement Division:

Investoren haben ein Recht auf wahrheitsgemäße Angaben von den Emittenten von Wertpapieren, ob digital oder anderweitig. Pavithran und Boon.Tech betrogen Investoren, indem sie sie überzeugten, dieses Unterfangen zu finanzieren, basierend auf dem Reiz einer Innovation, die einfach nicht existierte.

SEC bleibt wachsam

Boon.Tech und die SEC gelangen schließlich zu einem Schlichtungsabkommen. Die Plattform muss die durch das ICO erworbenen 5 Millionen US-Dollar herausgeben und zusätzlich einen Vorurteilszins in Höhe von 600.000 US-Dollar entrichten. Die Börsenaufsicht ordnete ebenfalls eine Zerstörung aller Boon Coin an.

Für Pavithran wird es ebenfalls teuer. Er muss eine Strafe von 150.000 US-Dollar zahlen. Außerdem ist ihm die Arbeit im Management eines börsennotierten Unternehmens künftig untersagt.

Der oberste Gerichtshof der US hat unterdessen die Befugnisse der SEC gegenüber Krypto-Firmen eingeschränkt. Die Richter begrenzen konkret die Höhe der Geldstrafen, die die Börsenaufsicht gegen betrügerische ICOs und andere Krypto-Betrüger erhebt. Diese dürfen die Gewinne aus den illegalen Handlungen der Angeklagten nicht länger übersteigen.

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