Rekord-IPO Ant Group: Mega-Börsengang versetzt Anleger in Geldrausch

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

Ant Group

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In Hongkong und Shanghai wird am 5. November Geschichte geschrieben: Das Kronjuwel von Jack Ma, Ant Group, wird dort den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen – und daran kann nicht einmal das Säbelrasseln der US-Regierung etwas ändern.

Einen detaillierten Überblick über den fulminanten Aufstieg der Ant Group und ihrem eifrigen Einsatz im Blockchain-Bereich bekommt ihr in der Kryptokompass-Ausgabe von diesem Oktober.


Der geplante Börsengang der Ant Group ist wegen Lücken bei den Offenlegungspflichten vorerst geplatzt. So teilten die Behörden Ant Gründer Jack Ma mit, dass sein lukratives Online-Kreditgeschäft zukünftig verstärkt unter Beobachtung stehe. Doch dem könne das Unternehmen zunächst nicht nachkommen. Ein neuer Termin für den milliardenschweren IPO steht bisher nicht fest.

Die Nachfrage nach Aktien des Fintechs Ant Group ist enorm. Wie es aus einem Artikel des Handelsblatts vom 26. Oktober hervorgeht, deuten neueste Einzelheiten aus Insider-Quellen darauf hin, dass der Betreiber des Online-Bezahldienstes Alipay die Bücher für den größten Börsengang aller Zeiten früher schließen will als geplant. In Hongkong können institutionelle Investoren Aktien nur noch bis Mittwoch um 17 Uhr zeichnen, statt wie bisher geplant am Donnerstag. Bereits innerhalb der ersten Stunde nach Beginn der Zeichnungsfrist seien die Bücher überzeichnet gewesen. Jetzt wurde zudem noch bekannt, dass es zusätzlich einen bislang nie dagewesenen Ansturm von Privatanlegern auf die Aktien gegeben hat. Insgesamt sollen die Anleger Gebote über sagenhafte 3 Billionen US-Dollar abgegeben haben, so der Nachrichtendienst Reuters am Donnerstag.

Ant will 34,4 Milliarden US-Dollar einsammeln

Der chinesische Konzern, der zum Amazon-Rivalen Alibaba gehört, nannte am Montag erstmals einen Preis für die Anteile, die zum Verkauf stehen: Demnach werden jeweils 1,67 Milliarden Aktien gehandelt, die ziemlich gleichmäßig zwischen den Börsen in Shanghai und Hongkong aufgeteilt werden. Folglich kostet eine Aktie in Shanghai 68,8 Yuan (10,28 US-Dollar) je Stück und in Hongkong 80 Hongkong-Dollar (10,32 US-Dollar). So berichtet es der US-Sender CNBC. An beiden Handelsplätzen will Ant jeweils rund 17,2 Milliarden Dollar, also insgesamt 34,4 Milliarden US-Dollar einsammeln. Ant würde mit dem Volumen die bisherige Rekord-Emission des Ölgiganten Saudi Aramco übertreffen, der vergangenes Jahr 29,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt hatte. Dies wird die eigene Firmenbewertung dann auf rund 313 Milliarden US-Dollar anheben. Damit wird es nach Berkshire Hathaway, Visa und Mastercard, zum viertgrößten Finanzunternehmen der Welt.

Vier Prozent der Aktien gehen an Kleinanleger

Insgesamt vier Prozent der Aktien sollten Kleinanleger kaufen können. Kleinanleger in den beiden Märkten nutzten nun offenbar ihre Ersparnisse und liehen sich in großem Umfang bei Banken und Maklern Kredite für eine Investitionsmöglichkeit, die von vielen als einmalig angesehen werde, zitiert die Nachrichteagentur Reuters Quellen aus der Finanzbranche. In Shanghai gingen Angebote über etwa 19 Billionen Yuan (2,8 Billionen US-Dollar) von Kleinanlegern ein, wie eingereichte Dokumente bei der Börse belegen. Das entspricht etwa dem 872-fachen dessen, was an Aktien vorgesehen war. Die Hongkong-Tranche erhielt Gebote über 1,3 Billionen Hongkong-Dollar (168 Milliarden US-Dollar). Dies entspricht dem 389-fachen der angebotenen Aktien, so anonyme Quellen gegenüber Reuters. Der beispiellose Rausch wird durch eine massive Kreditvergabe durch Finanzinstitute auf dem chinesischen Festland und in Hongkong unterstützt.

Das Kronjuwel im Alibaba-Imperium

Ant ist vor allem mit der Bezahldienstleistungs-App Alipay so erfolgreich geworden. Inzwischen ist der Konzern aber auch auf anderen Feldern tätig, etwa in der Kreditvergabe, im Versicherungs- und Vermögensmanagement. Die digitale Wallet von Alipay hat gemeinsam mit den Partnern laut Unternehmensangaben weltweit 1,3 Milliarden Nutzer. In den ersten neun Monaten 2020 steigerte Ant den Betriebsgewinn um 42,6 Prozent auf umgerechnet 17,8 Milliarden US-Dollar. Laut dem Marktforschungsunternehmen Analysys haben Ants Konkurrent Tencent und Ant selbst einen Anteil am Markt für mobile Zahlungsdienstleistungen in China von fast 94 Prozent. Ant hält dabei den Löwenanteil mit rund 55 Prozent, Tencent 39 Prozent.

Jack Ma behält die Fäden in der Hand

Bis 2011 gehörte das Unternehmen zum chinesischen Onlineriesen Alibaba. Danach entschied Gründer Jack Ma, den Bezahldienstleister als eigenständiges Unternehmen zu etablieren. Alibaba bleibt mit 33 Prozent allerdings weiterhin größter Anteilseigner von Alipay. Beteiligt sind neben Alibaba seit 2018 auch Temasek, ein Staatsfonds aus Singapur, und der US-Finanzinvestor Warburg Pincus. Obwohl Alibaba inzwischen „nur” noch 33 Prozent der Anteile an Ant besitzt, hält Multimilliardär Jack Ma weiterhin die Fäden in der Hand. Genauer gesagt besitzt er 50,52 Prozent der Stimmrechte an der Ant Group. Doch wie er in einer Mitteilung erklärte, wolle der chinesische Milliardär in Zukunft seinen Anteil auf ca. 8,8 Prozent reduzieren.

Hongkong und Shanghai statt New York

Dass die Wahl des Börsenplatzes für den IPO auf China fiel und nicht auf die USA, war auch als Ausdruck der Spannungen zwischen den zwei Großmächten gewertet worden. Der Onlinehändler Alibaba ging 2014 noch in den USA an die Börse.

Es ist das erste Mal, dass die Preise für eine so große Listung – die größte in der Geschichte der Menschheit – außerhalb von New York City festgelegt wurden. Wir haben uns vor fünf Jahren oder sogar vor drei Jahren nicht getraut, darüber nachzudenken. Aber gerade ist ein Wunder geschehen,

sagte Ant Groups Gründer Jack Ma laut Medienberichten beim Bund Summit in Shanghai am 24. Oktober.

Der Gang an den Shanghaier Star Market dürfte somit kein Zufall gewesen sein. Zuletzt kam aus Peking die Direktive, dass chinesische Unternehmen ihre Börsengänge nicht mehr in den USA tätigen sollten. Hierfür hatte Chinas Staatspräsident Xi Jinping die Eröffnung des NASDAQ-Pendants inmitten oder vielmehr wegen des Handelskrieges mit den USA im Juli letzten Jahres angeordnet. Des Weiteren liegt die Entscheidung auch auf einer Linie mit den Bemühungen Pekings, den Finanzplatz China zu stärken und die heimischen Börsen international attraktiver zu machen. Entsprechend sind allein in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie an den Börsen in Shenzhen und Shanghai mit Börsendebüts 47,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt worden. 

Wie so oft: Alles dauert etwas länger

Eigentlich wollte Ant Financial noch vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November an die Börse gehen – aus Angst, der Wahlausgang könnte Anlegern die Kauflaune verderben. Zudem werden alleine schon im Nachgang zur Entscheidung zwischen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden Turbulenzen an den Märkten erwartet. Folglich wird der Mega-Börsengang die ohnehin zu erwartenden Marktschwankungen obendrein noch verstärken.

Die Verzögerungen gingen wohl auf die Kappe der Aufsichtsbehörde China Regulatory Security Commission. Dort hatte Ant schon Mitte September den IPO-Antrag eingereicht. Es sei das Thema aufgekommen, dass die meisten Anleger offenbar nur über das Ant-Bezahlsystem Alipay in das Unternehmen investieren konnten. So heißt es in einem Artikel des Nachrichtendienst Reuters vom 13. Oktober. Zudem drohten weitere Verzögerungen zeitweise auch durch ein mögliches Eingreifen der US-Seite. In den vergangenen Wochen gab es in der US-Regierung um Donald Trump laut Medienberichten offenbar Gedankenspiele, wie man den Börsengang noch verhindern könnte. Angeblich hatte die US-Regierung unter Trump versucht, den chinesischen Fintech-Riesen auf die schwarze Liste („Entity List”) zu setzen. Wie das genau funktionieren sollte, war jedoch úngewiss.

Der Börsengang der Blockchain-Industrie

Wie BTC-ECHO schon am 22. Juli berichtete, ist jener Börsengang auch für die Entwicklung im Blockchain-Bereich relevant. So arbeitet das Unternehmen seit mehreren Jahren an Blockchain-Projekten und lobte sich bereits dafür, dass es „die größte Anzahl veröffentlichter Blockchain-basierter Patentanmeldungen von 2017 bis 30. Juni 2020” besäße. Dies geht aus einem Bericht mit dem Titel „Blockchain als ein Kult” des Forbes Magazins vom 29. September hervor. Eines der größten Projekte, an dem die Finanzameise gegenwärtig werkelt, umfasst die Herausgabe des chinesischen digitalen Zentralbankgeldes (DC/EP), das in gemeinsamer Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung erfolgt.

Darüber hinaus lancierte die Ant Group schon im Januar die auf das Unternehmen ausgerichtete Plattform „Ant Blockchain Open Alliance”. Dies ist die erste offene Alliance-Blockchain mit geteilten Plattformnutzungsrechten. Laut Unternehmensangaben können Kleinunternehmen und Entwickler dadurch zu geringeren Kosten in die Blockchain-Branche einsteigen und eigene Anwendungen sowohl entwickeln als auch auf den Markt bringen. Zudem bekundete Alipay-Vater Jack Ma schon mehrmals seine Begeisterung für die Technologie. Nicht zuletzt auf einem Vortrag 2018 war Ma sich sicher: „Die Blockchain-Technologie kann die Welt stärker verändern, als die Menschen es es sich je vorgestellt haben.”

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