Alles nur geklaut? Laut Studie ist der Code der meisten Token kopiert

Quelle: shutterstock

Alles nur geklaut? Laut Studie ist der Code der meisten Token kopiert

Laut einer aktuellen Studie der chinesischen Firma Netta Lab, die in Zusammenarbeit mit Forschern der Xi’an Jiaotong University erstellt wurde, haben die allermeisten Erzeuger von Altcoins beziehungsweise Token mindestens 90 Prozent ihres Quellcodes von der Konkurrenz entnommen. Bei einigen Alternativen zum Bitcoin war der Plagiatsanteil sogar noch höher. Alles nur geklaut?
Open Source vs. Innovation?

Open Source vs. Innovation?

Was für Branchenkenner wenig überraschend erscheint, dürfte den meisten externen Beobachtern sauer aufstoßen. Die Programmierer der meisten Kryptoprojekte haben bei der Erschaffung ihres Token nicht viel anderes getan, als das geistige Eigentum Dritter im Copy-and-Paste-Verfahren zu übernehmen.

Der Grundgedanke quelloffener Open Source-Software besteht aber genau darin, dass man seine geistige Arbeit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. So soll im Laufe der Zeit ein besseres Endergebnis erzielt werden. Von daher ist es wenig überraschend, dass sich die Urheber vieler Altcoins gerne und reichlich beim Wettbewerb bedient haben. Auch der Bitcoin verwendet ein Open-Source-Protokoll. Genau diese Offenheit und die Einladung an die Community, gemeinsam an einer sichereren und besseren Software zu arbeiten, erklärt unter anderem den Erfolg des Bitcoin. Diese Offenheit ist auch für den Siegeszug des Browsers Firefox, der Linux-Distribution Debian, der Bürosoftware Apache Open Office, des Datenbanksystems PostgreSQL oder beispielsweise der Media-Player VLC und Kodi verantwortlich. Wirklich alle erfolgreichen Softwareprojekte zu nennen, die auf dem Open Source-Prinzip basieren, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Altcoins – mach’ mir den Gutenberg!

Die Forscher der Xi’an Jiaotong University und von Netta Lab analysierten gemeinsam den Quellcode von 488 Token. Die Studie brachte zum Vorschein, dass in 405 Fällen mindestens 90 Prozent des Codes geklaut war. Das heißt: etwa vier von fünf Token sind eigentlich nichts weiter als Kopien.

In 324 Fällen wurden sogar Übereinstimmungen bei 95 Prozent bis 100 Prozent des Codes entdeckt. Nur bei 38 Projekten fand man Überschneidungen von weniger als 80 Prozent des Quellcodes. Dies entspricht einem Anteil von 7,8 Prozent. Zur Überraschung der Forscher wurde keiner dieser Coins bzw. Token von den Machern als ein Original angepriesen.

Studie von Netta Lab bietet Kritikern viel Angriffsfläche


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

So wenige Kryptoprojekte mit einem Alleinstellungsmerkmal oder irgendwelchen innovativen Eigenschaften bringen natürlich einige Probleme mit sich. Für Kritiker bietet diese Tatsache viel Angriffsfläche. Sie können den Erschaffern vieler vermeintlich neuer Coins zurecht ankreiden, dass es ihnen lediglich darum ging, mit dem alten Wein in neuen Schläuchen möglichst viel Umsatz zu machen. Wenn auch dieser Hype abflacht, könnte man versuchen, noch ein wenig Profit aus dem nächsten „neuen“ Coin zu schlagen. Der wird dann natürlich ebenfalls nach dem Copy-and-Paste-Prinzip erschaffen.

Um es mit den Worten der Cree-Indianer zu sagen: Spätestens wenn der letzte ahnungslose Anleger mit den einfallslosen Copy-Coins um sein Erspartes gebracht wurde, hat man den Ruf der kompletten Community in Grund und Boden plagiiert. Fazit: Die Studie von Netta Lab ist eine deutliche Warnung an alle Aktiven der Coin-Community, die man sehr ernst nehmen sollte.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
Altcoins

IOTA könnte sich als entscheidende Technologie im Internet of Things etablieren. Dabei sticht vor allem die Möglichkeit kleinster Transaktionen in Echtzeit heraus. Die Killerapp treibt die Autonomisierung von Maschinen voran.

Smart Contract Security Alliance will für Sicherheit bei Ethereum sorgen
Smart Contract Security Alliance will für Sicherheit bei Ethereum sorgen
Altcoins

Die Smart Contract Security Alliance gibt ihren Gründungsrat bekannt. Auf ihrer Agenda stehen – man ahnt es – Sicherheit für Smart Contracts. Die Vereinigung freut sich über Mitglieder wie Fujitsu, Quantstamp und LayerX.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Die Top Bitcoin-, IOTA und Ripple-News der Woche
Kolumne

Bitcoin steuert auf die 18 Millionengrenze zu, IOTA rühmt sich mit vielversprechenden Anwendungsfällen und wir haben das Ripple-Ökosystem im Blick. Das interessierte unsere Leser in der vergangenen Woche am meisten.

Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wie ticken zentralisierte Krypto-Börsen?
Wissen

Einer der größten Stolpersteine bei der Analyse von Krypto-Assets sind zentralisierte Börsen. Während on-chain ein Großteil des Verhaltens verschiedener Akteure verfolgt werden kann, arbeiten Börsen wie Bitfinex, Bithub oder Kraken immer noch weitgehend off-chain. Nur ein Bruchteil ihres Verhaltens kann direkt auf verschiedenen Blockchains beobachtet werden. Für Investoren und andere Akteure auf dem Markt könnten jedoch Blicke hinter diese Barriere viele Vorteile bringen: Anleger könnten eindeutig große Transaktionen zwischen verschiedenen Börsen verfolgen. Derartige Transaktionen stehen häufig im Verdacht, einen nachhaltigen Einfluss auf die Kurse zu nehmen, sodass ein schnelles Wissen über derartige Ereignisse hilfreich wäre. 

Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin – trotz schwacher Performance attraktiv?
Märkte

Der Bitcoin-Kurs weist aktuell eine sehr geringe Korrelation zu den Vergleichsmärkten auf. Die Volatilität vom Bitcoin-Kurs liegt auch weiterhin bei 3 Prozent. Leider ist die Performance auch in dieser Woche noch vom Kurssturz von Ende September geprägt.

Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Sicherheit

Krytpo-Scammer schlugen erneut im Darknet zu. Um ahnungslosen Kunden von Darknet-Märkten die Bitcoin aus der Tasche zu ziehen, kam dieses Mal eine infizierte Variante des Tor Browsers zum Einsatz.

Angesagt

IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
Altcoins

IOTA könnte sich als entscheidende Technologie im Internet of Things etablieren. Dabei sticht vor allem die Möglichkeit kleinster Transaktionen in Echtzeit heraus. Die Killerapp treibt die Autonomisierung von Maschinen voran.

Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Blockchain

In Zukunft könnte der Verkauf der Broadway Tickets über eine Blockchain-Lösung laufen. So hat es zumindest der größte Ticketverkäufer des Broadways, die Shubert Organization, geplant. Die Blockchain-Lösung für das Projekt stellt das Bostoner Start-up True Tickets zur Verfügung.

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.