Monetäre Souveränität 5 Gründe, einen Bitcoin Full Node zu betreiben

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

David Scheider hat Philosophy & Economics an der Uni Bayreuth studiert. Getreu dem Krypto-Motto „Banking the Unbanked“ interessiert sich David vor allem für die Möglichkeiten der finanziellen Inklusion von Entwicklungsländern.

Quelle: Shutterstock

Einen Bitcoin Full Node zu betreiben galt lange Zeit als altruistischer Akt, der einem größeren Zweck dienen soll – nämlich der Unterstützung des Netzwerks. Was genau es heißt, mit einem Full Node das Bitcoin-Netzwerk zu unterstützen und wieso es überdies handfeste egoistische Motive gibt, einen Knotenpunkt aufzusetzen.

1. Nur Full-Node-Besitzer können sicher sein, dass sie BTC besitzen

Welche Version nun „der wahre Bitcoin“ ist, darüber sind sich die Krypto-Geister uneinig. Sicher, die Mehrheit der Krypto-Investoren hält BTC die Stange, schließlich hat die Kryptowährung Nr. 1 die mit Abstand größte Marktkapitalisierung.

Doch zu monetärer Souveränität gehört auch, den eigenen BTC-Besitz einer Validierung zu unterziehen. Denn wer Drittparteien wie Wallet-Anbietern oder gar Exchanges vertraut, missachtet den Bitcoin-Ethos „don’t trust, verify“. Nur Betreiber von BTC Full Nodes können die damit verbundenen Unsicherheiten ausschließen und sich ihres Besitzes sicher sein.

Wer also First Class Bitcoin Citizen werden will, kommt um einen Full Node nicht herum.

2. Transaktionen verifizieren


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Punkt zwei knüpft sich nahtlos an Punkt eins an. Denn nur wer einen Knotenpunkt betreibt, kann sicher sein, dass es sich bei erhaltenen Zahlungen tatsächlich um BTC handelt. Full Nodes setzen die BTC-Netzwerkregeln durch und weisen alle Transaktionen zurück, die diese verletzen.

Wer Bitcoin besitzt, gibt damit implizit ein Einverständnis zu den damit verbundenen Konsensregeln – Full Nodes setzen diesen Konsens durch.

3. Netzwerk-Statistiken

Auch für Analysten ist das Aufsetzen eines Bitcoin-Knotenpunkts Pflicht. Denn wer einen direkten Zugang zur Blockchain hat – und genau das ist der Kern von Nodes, der bekommt Netzwerk-Daten aus erster Hand.

Durchschnittliche Gebühren, Hash Rate, Difficulty, Größe des Mempools – das ist nur eine kleine Auswahl der enormen Möglichkeiten, die Blockchain nach relevanten Daten zu scannen. Wer keinen Full Node betreibt, ist folglich auf Dritte angewiesen und hat keine Möglichkeit, lancierte Daten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

4. Privatheit

Satoshi Nakamoto wollte in erster Linie ein apolitisches Hartgeld erschaffen. Als solche ist die Limitierung auf 21 Millionen Coins Kern des BTC-Protokolls. Die Crux: Alle Netzwerkteilnehmer müssen in der Lage sein, die Einhaltung der algorithmischen Geldpolitik jederzeit zu verifizieren – und dies kommt nicht ohne Kompromisse.

Prominentestes Beispiel sind Einbußen in Bitcoins Privatsphäre. Denn bei gänzlich anonymer Nutzung könnten etwa Inflation Bugs für lange Zeit unentdeckt bleiben und so Bitcoins Wertversprechen im Kern bedrohen.

Wenn Bitcoiner trotzdem zu einem gewissen Maß an Anonymität kommen wollen, sollten sie über einen Full Node nachdenken. Denn über zentralisierte Wallets wie Ledger oder Trezor geben Bitcoiner alle Adressen sowie das jeweilige BTC-Vermögen, das sich darauf befindet, preis. Nur wer BTC-Adressen mithilfe des Full Nodes selbst erzeugt, kann die ersten Schritte in Richtung einer privateren Bitcoin-Nutzung gehen.

5. Full Nodes unterstützen das Netzwerk

Und ja, Grund Nr. fünf ist tatsächlich altruistischer Natur. Denn je mehr Nodes an das Bitcoin-Netzwerk angeschlossen sind, desto sicherer ist es. Denn so lange „ehrliche“ Nodes Angreifer überstimmen können, ist Bitcoin sicher.

Wer also aus oben genanntem Egoismus einen BTC-Knotenpunkt betreibt, sorgt ganz nebenbei für eine robusteres System.

In kurz: Der Betrieb einer Full Node ist der einzige Weg, Bitcoin ohne die Zuhilfenahme von Dritten zu nutzen. Wer monetäre Souveränität will, muss einen Knotenpunkt aufsetzen.

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