Die Lage am Mittwoch Wirecard-Aktie explodiert, Bitcoin boomt in Afrika und Ethereum soll billiger werden

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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wirecard logo zwischen kreditkarten

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Der Bitcoin-Handel in Afrika zieht beinahe so stark an, wie die Gas Fees bei Ethereum, wenn das Netzwerk an seine Kapizitätsgrenze stößt. Für letzteres sollen Verbesserungsvorschläge nun Abhilfe schaffen. Derweil verdoppelt sich der Aktienkurs des Pleite-FinTechs Wirecard, das unter anderem Debitkarten für Krypto-Plattformen bereitstellt. Die Lage am Mittwoch.

Die Wirecard-Aktie reagiert auf die Entlassung von CEO Markus Braun mit Kurszuwächsen, die man sonst eher bei Bitcoin und Co. wähnt. Im vorbörslichen Handel bewegt sich die Aktie des insolventen FinTechs mit 6,95 Euro fast 96 Prozent über dem Niveau zum Handelsbeginn am gestrigen 30. Juni.

Der Anstieg, der gestern früh begann, korreliert mit der außerordentlichen Kündigung des Ex-Vorstandsvorsitzenden Markus Braun, gegen den die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts auf Bilanzfälschug und Aktienbetrugs ermittelt. Wirecard hat unter anderem Debitkarten für die Krypto-Projekte crypto.com und TenX geliefert. Bei einer Bilanzprüfung kam heraus, dass Bargeldrücklagen im Wert 2,1 Milliarden Euro unauffindbar waren – falls sie denn je exisitierten. Eines steht fest: Mit Blockchain wäre so etwas nicht passiert.

Bitcoin-Boom Afrika

In Subsahara-Afrika hat sich ein Trend, der im Frühjahr begann, weiter verstärkt: Das Peer-to-Peer Handelsvolumen für Bitcoin ist sich innerhalb der letzten drei Monate stark angestiegen – in Ghana sogar um 257 Prozent. Das geht aus Daten der Website usefultulips.org hervor, die Daten über das Peer-to-Peer-Trading auf den Handelsplattformen localbitcoins und Paxful aggregiert.


Allein in Nigeria, Kenya, Südafrika und Ghana kaufen und verkaufen Menschen wöchentlich rund 15 Millionen US-Dollar in Bitcoin auf der Peer-to-Peer-Handelsplattform Localbitcoins, wie Marktanalyst Kevin Rooke in einem Tweet zitiert:

Die Einführung von Bitcoin in Afrika setzt jetzt jede Woche neue Rekorde.

In nur 3 Monaten stieg das P2P-Volumen:

125 Prozent in Nigeria

199 Prozent Kenia

194 Prozent in Südafrika

257 Prozent in Ghana

Zusammengenommen tauschen diese vier Währungen jetzt über 15 Mio. USD/Woche Bitcoin um.

Der Verdacht liegt nahe, dass die verstärkte Hinwendung zu Bitcoin auch mit der Coronavirus-Pandemie in Zusammenhang steht, die im selben Zeitraum in Afrika deutlich an Fahrt aufgenommen hat, wie folgendes Beispiel aus Ghana illustriert:

Corona-Fallzahlen in Ghana. Quelle: Worldometer.info

Möglicherweise erlebt das Narrativ vom „sicheren Hafen“ Bitcoin in Afrika gerade ein Revival.

Ethereum kämpft gegen Wucherpreise

Als First Mover genießt Ethereum bei Entwicklern noch immer die größte Popularität unter der den Smart-Contract-Plattformen. Ohne Gebühren geht bei Ethereum nichts. Nicht nur für Überweisungen fallen Kosten (Gas Fees) an, sondern auch für jede Operation, die ein Smart Contract ausführt. Damit geht jedoch eine chronisch hohe Auslastung des Ethereum-Netzwerks einher, das mitunter zu horrenden Transaktionsgebühren führen kann. Seit April sind letztere durchschnittlich um 500 Prozent gestiegen.

Durchschnittliche Transaktionsgebühren für Ethereum (lila) und Bitcoin (rot). Quelle: coinmetrics.io

Diverse Vorschläge der Ethereum-Entwicklergemeinde wollen dem Nach Bitcoin zweitgrößten Krypto-Netzwerk nun einen Mechanismus einverleiben, der im Falle von explosiv ansteigenden Gebühren einschreitet und diese moderiert. EIP [Ethereum Improvement Proposal] 1559 stammt teilweise aus der Feder von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin höchstselbst. So soll einerseits die Blockgröße von Ethereum dynamisch an das Transaktionsaufkommen angepasst werden. Die Blockgröße bedingt wiederum die Höhe der Grundgebühr (Base Fee) für eine Transaktion. Die Base Fee erhält niemand – sie wird „verbrannt“. Gleichzeitig soll die Möglichkeit bestehen bleiben, sich mit einer Extragebühr (jetzt: Miner Fee) einen vorderen Platz in der Warteschlange zu ergattern. Ethereum-Entwickler Barnabé Monnto erklärt auf Github:

In schwierigen Zeiten, in denen jeder versucht, sein CryptoKitty aufzurüsten oder seine Schuldenpositionen verzweifelt abzubauen, nehmen die Blockgrößen zu, da mehr Nutzer bereit sind, die aktuelle Grundgebühr zu zahlen. In diesem Fall erhöht der Mechanismus die Grundgebühr, um Benutzer, die es nicht genug wollen, auszupreisen und die Blockgrößen wieder auf ihr festes Ziel zurückzuführen.

Das Ethereum-Netzwerk hat bislang noch nicht über den 2018 eingereichten EIP abgestimmt. Nach der jüngsten Kostenexplosion könnte es jedoch schon bald dazu kommen.


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