Schärfere BTC-Regulierung Wieso wir in einer bargeldlosen Gesellschaft Bitcoin brauchen

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Sven Giegold von Bündnis 90/Die Grünen fordert schärfere Regulierungen für Bitcoin und Co. – und bedient dabei hauptsächlich Krypto-Klischees. Wieso wir in einer bargeldlosen Gesellschaft auf Bitcoin setzen sollten.

Geld wird in Zukunft nur noch digital existieren. Selbst in Deutschland, dem Land der Bargelds, hat COVID-19 zu einem Siegeszug des kontaktlosen Zahlens geführt. Der Deutsche Bankenverband wollte es genauer wissen und veröffentlicht eine Studie zum Bezahlverhalten der Deutschen. Immerhin 60 Prozent der Befragten zahlen mittlerweile an der Supermarktkasse digital, meist mit EC-Karte.


Und der Gesetzgeber freut sich. Schließlich lassen sich digitale Zahlungen einfach zurückverfolgen und Straftaten wie Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung deutlich leichter ahnden. Private digitale Währungen wie Bitcoin sind der Politik indes ein Dorn im Auge. Denn bei korrekter Handhabe lässt sich mit Bitcoin eine gewisse Anonymität erreichen, die so mit herkömmlichen digitalen Zahlungen nicht möglich ist. Schon länger fordern Politiker jeglicher Couleur daher, die Regulierungen für Bitcoin und Co. zu verschärfen. Zuletzt auch der Sprecher der Europäischen Grünen im Europaparlament, Sven Giegold. Der Politiker vermeldet, dass das Europaparlament am 10.9. dieses Jahres in Sachen Regulierung von Krypto-Assets „Ernst“ gemacht hat und einen entsprechenden Gesetzesvorschlag bei der Europäischen Kommission eingereicht hat.

Grund für die Initiative sei die fehlende Regulierung für Kryptowährungen, „was sie seit Jahren zu einem Tummelplatz für Kriminelle und Betrüger macht“, so Giegold auf seiner Website. Als Beleg für diese These nennt Giegold „Studien und Medienberichte“. Um welche Studien es sich dabei handelt, bleibt unklar. 

So lange es Geld gibt, wird es Geldwäsche geben

Die Geschichte des Geldes ist voll von Kriminalität. Das Mittel der Wahl sind allerdings Euro und US-Dollar, nicht Bitcoin. Zwar machen immer schärfere Regulierungen von Kryptowährungen Geldwäsche und Co. schwieriger – aber um welchen Preis? Das Gros der Bitcoin– und Bargeld-Transaktionen ist legitimer Natur. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Bitcoin aufgrund der aufgezeichneten Transaktionshistorie für kriminelle Aktivitäten überhaupt nicht eignet. 

Verschärfte Regulierungen, etwa ein verpflichtendes KYC für alle europäischen Börsen, stellt Bitcoiner unter Generalverdacht. Wer nichts zu verbergen hat, kann seine Identität auch preisgeben, oder? Ähnliche Argumente hatte man seinerzeit beim Überwachungsskandal durch die NSA gehört.

Gesellschaften brauchen ein anonymes Zahlungsmittel. Gerade im digitalen Zeitalter sind Peer-to-Peer-Zahlungsmittel wie Bargeld oder BTC ein unerlässlicher Schutz gegen Zensur und Machtmissbrauch. Auch vor Negativzinsen schützt Bargeld. Denn wer Zinsen auf Bankguthaben zahlt, hebt das Geld lieber ab. Gibt es kein Bargeld mehr, sind Strafzinsen nur eine Frage der Zeit.

Ein bargeldloses Geldsystem ist sowohl gegen die Tyrannei der Mehrheit als auch gegen autoritäre Tendenzen weniger resistent,

schreibt etwa Hasu auf Medium.

Ohne Bitcoin wird es in Zukunft keinen Weg mehr geben, Zahlungen ohne einen Intermediär durchzuführen, der die Daten auf alle Ewigkeit speichert. 

Zahlungen werden in Zukunft digital sein; am Bargeld festzuhalten ist zwecklos. Welche Art digitalen Geldes man nutzen möchte, sollte aber jedem Bürger selbst überlassen sein. Wer dem digitalen Panopticon entgehen will, sollte auf Bitcoin setzen.

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