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Sell your own Data Wie eine Daten-Dividende tatsächlich Realität werden könnte

Marlene Ronstedt

von Marlene Ronstedt

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Marlene Ronstedt

Marlene Ronstedt ist Autorin und PR Beraterin. Seit 2016 arbeitet sie an den Themen Web 3 und Blockchain, sowohl als Journalistin als auch in der Startup-Szene, unter anderem bei Wired, Finleap und Neufund. Aktuell unterstützt sie das P2P Projekt Streamr, wo sie sich mit der Datenökonomie von Morgen beschäftigt.

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Eine Visualisierung von Daten

Quelle: Shutterstock

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Wem gehören unsere Daten? Im Gastbeitrag erläutert Marlene Ronstedt, wie eine Daten-Dividende Realität werden könnte.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Gastbeitrag.

In den USA hat der demokratische Politiker und Unternehmer Andrew Yang sein Data Dividend Projekt gestartet. Eine Daten-Dividende soll es ermöglichen, die Profite, welche Tech-Konzerne mit unseren Daten machen, gerecht mit den Erzeugern der Daten zu verteilen. Denn laut Yang gehören die Daten nun mal uns allen und nicht nur den Firmen, die sie speichern.

„Facebook hat die Rechnung ohne die Konsumenten gemacht. Wenn du dich bei einer Social-Media-Seite anmeldest und sie deine Daten und Meta-Daten immer und immer wieder verkaufen und damit Milliarden-Profite erzielen, was bekommst du? Du bekommst einen Haufen Werbung. Facebook ist 650 Milliarden US-Dollar wert, an diesem Punkt sollte Facebook uns für das Privileg, unsere Daten zu nutzen, bezahlen.

Andrew Yang in seinem Beitrag.

Wer in Kalifornien lebt, so verspricht Yang, soll bereits ab 2021 in der Lage sein, eine Daten-Dividende zu erhalten. Der California Consumer Privacy Act (CCPA), nach dem Modell der europäischen DSGVO, soll es möglich machen. In der Theorie klingt das nun erstmal gut. Schaut man sich aber das Fiasko mit den amerikanischen Corona-Stimulus Schecks an – jeder US-Amerikaner sollte eigentlich von Präsident Trump 1.200 US-Dollar erhalten, um durch die ökonomisch, turbulente Zeit zu kommen – dann fragt man sich, wie eine Daten-Dividende denn letzten Endes die Bankkonten einzelner Verbraucher erreichen soll? Schließlich sind viele Amerikaner nirgends registriert und haben oftmals kein Bankkonto und somit gar nicht die Möglichkeit, eine Überweisung zu erhalten.


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Und sowieso: Sollte eine Daten-Dividende nicht an alle Menschen gehen, die Daten produzieren, also nicht nur an amerikanische Staatsbürger, sondern auch an EU-Einwohner und die wachsende Zahl der Facebook oder Google Nutzer aus Entwicklungsländern? Die größte Gruppe der Facebook-Nutzer kommt nämlich mittlerweile aus Indien mit 280 Millionen aktiven Nutzern pro Monat. Die Amerikaner auf der Plattform machen nur noch einen Bruchteil von 7,6 Prozent aus. Mit einer einfachen Überweisung oder einem Steuernachlass ist es also nicht getan.

Was sind unsere Daten wert?

Und dann wäre da noch die Frage nach dem Preis. Wie viel Geld bekommt man für seine Daten? 20.000 US-Dollar – auf soviel schätzen der Ökonom und Microsoft-Researcher Glen Weyl und der Philosoph Jaron Lanier in einem Paper für die Harvard Business Review das jährliche Einkommen durch eine Daten-Dividende für eine vierköpfige Familie. Doch laut der Analystin Jennifer Belissent kommt es immer auf den Kontext an, in dem die Daten verwendet werden, ohne diesen sind sie wertlos. 

Ob nun 20.000 oder 20 Cent: Fakt ist, dass das Geld nun irgendwie an die Daten-Produzenten überwiesen werden muss.  Das aber ist unmöglich ist im klassischen Fiat Banking-System, gerade dann, wenn wir möchten, dass alle für ihre Daten bezahlt werden und nicht nur die US-amerikanische Minderheit. 

Die Blockchain-Lösung für Mikro-Transaktionen

Das P2P und Blockchain Projekt Streamr, für welches ich tätig bin, hat sich dafür das Modell der Data Union einfallen lassen. Hier werden Daten-Produzenten von Daten-Käufern in der Netzwerk-eigenen Kryptowährung DATA bezahlt. Die Währung lässt sich dann wiederum für Fiat Geld oder andere Kryptowährungen eintauschen. 

Mit der Monoplasma Technologie, einer Ethereum Sidechain, hat Streamr das Problem gelöst wie man in Echtzeit Mikro-Zahlungen an Hunderttausende Internet-Nutzer überweisen kann, ohne dabei an den hohen Transaktionskosten und der Geschwindigkeit von Ethereum oder Bitcoin zu scheitern. Und außerdem bringt es die altbekannten DeFi-Vorteile mit sich, Nutzer brauchen kein Bankkonto, müssen nicht US-Amerikaner sein, und brauchen keine registrierte Adresse, um für ihre Daten bezahlt zu werden. 

Eine Data Union würde also schon einmal das Zahlungsproblem lösen, welches aktuell noch bei Yang’s Vorschlag besteht. Ein Problem ist dann aber immer noch ungelöst: Monopole. 

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