Dezentrale Energie Sun Exchange: Wenn aus Solarstrom Bitcoin wird

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Stromstecker wird in die Sonne gehalten.
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Die bevorstehende Energiewende macht einen Umbau der Strominfrastruktur erforderlich. Denn erneuerbare Energien lassen sich mit Hilfe von dezentralen Versorgungsnetzwerken weitaus effizienter an den Mann bringen. Die dabei benötigte digitale Infrastruktur könnte mit Hilfe der Blockchain-Technologie bereitgestellt werden. Ein Start-up aus Südafrika beweist, dass sich hierbei auch für Entwicklungsländer Potenziale auftun.

Die südafrikanische Sun Exchange konnte eine drei Millionen US-Dollar Finanzspritze von einem Fonds der Britischen Arch Emerging Market Partners sichern. Das Start-up mit Sitz in Cape Town arbeitet an einer Blockchain-basierten Plattform für die dezentrale Verteilung von Solarenergie. Mit der Investition schloss es nach eigenen Angaben erfolgreich eine weitere Finanzierungsrunde ab. Seit 2019 nahm das Unternehmen dabei 4 Millionen US-Dollar ein.

Mit Bitcoin Solaranlagen mieten


Sun Exchange verfolgt ein innovatives Geschäftsmodell, bei dem Solaranlagen zuerst durch Crowdfunding finanziert und dann an südafrikanische Organisationen vermietet werden. Über die Blockchain-Plattform können Investoren einzelne Solarzellen erwerben. Bezahlbar sind diese in der südafrikanischen Landeswährung Rand (ZAR) oder in Bitcoin. Sobald die Solaranlagen stehen, erhalten die Investoren BTC für die Energie, die ihre Solarzellen produziert haben.

Das Start-up konnte auf diese Weise bereits 31 Energieprojekte für diverse südafrikanische Schulen, Geschäfte und Organisationen verwirklichen. Die Plattform verzeichnet dabei 17.000 Investoren aus 162 Ländern.

Laut Reuters spekuliert Sun Exchange auf eine steigende Nachfrage für dezentrale Energielösungen in Südafrika. Schließlich stehe der staatliche Energiekonzern Eskom kurz vor einem Bankrott, Stromausfälle seien in Südafrika in den letzten Jahren keine Seltenheit.

Blockchain-Plattform will Projekte in Subsahara-Afrika in Angriff nehmen

Sun Exchange möchte das neuste Investment für eine Erweiterung des eigenen Angebots nutzen. Das Unternehmen verspricht, die Mitgliederzahlen der eigenen Plattform auszubauen und neue Arbeitsplätze bereitzustellen.

Das Start-up plant insbesondere eine Expansion in andere afrikanische Staaten südlich der Sahara. Hierzu William Barry, Managing Director on Arch:

Sun Exchange ist in der Lage, sich als eine treibende Kraft in der bevorstehenden globalen Energie- und Wirtschaftstransformation zu etablieren, mit einer einzigartigen Plattform, die die Kraft einer geeinten globalen Gemeinschaft nutzt, um das Potenzial der dezentralen Solarenergie in Schwellenländern freizusetzen. Wir freuen uns, mit Sun Exchange auf dieser Reise zusammenzuarbeiten, um den Erfolg, den das Unternehmen bereits in Südafrika verzeichnen konnte, auf die Zielmärkte der ARPF [Africa Renewable Power Fund] in Subsahara-Afrika auszuweiten.

Dezentrale Energieversorgung auf Blockchain-Basis in Deutschland im Gespräch

Auch hierzulande prognostiziert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dass der Blockchain eine Schlüsselrolle bei der Umstellung der Energieinfrastruktur zukommen wird. Denn ein im Februar veröffentlichter Bericht zur dezentralen Energieversorgung diskutiert verschiedene Konzepte der Stromverteilung auf Basis der Blockchain.

Laut dem Bericht würde der Wechsel zu erneuerbaren Energien eine Dezentralisierung des Stromnetzes erforderlich machen. Die Zukunft der Stromnetze wären demnach lokale Versorgungsnetzwerke, in denen die Energie direkt vom Produzenten zum Verbraucher gelangt. Hierfür sei eine automatische Verteilung des Stroms notwendig, die von einer Blockchain-Plattform übernommen werden könnte. Der Bericht stellte ebenfalls erste Projekte in diesem Bereich vor.

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