Hand in Hand Studie beweist: hohe Korrelation von Krypto-Assets zu traditionellem Markt

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

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Eine Studie von Iconic Funds legt nun nahe, dass besonders Bitcoin und Ethereum eine hohe Korrelation mit dem traditionellen Markt vorweisen. Der Grund sei die hohe Liquidität, so das Krypto-Unternehmen.

Wie BTC-Echo zuletzt am 29. September berichtete, ging der jüngste Bitcoin-Anstieg nach dem Kurssturz am vergangenen Montag wieder Hand in Hand mit den Aktien-Indizes, die sich ebenfalls nach kurzzeitigen Verwerfungen erholten. Bitcoin-Anleger spekulieren über die Gründe dieser hohen Korrelation. Schließlich wird dem virtuellen Gold häufig nachgesagt, von den traditionellen Marktbewegungen entkoppelt zu sein. Nach dem Covid-19-Crash im März bewegten sich die Kurse in beiden Welten nahezu im Gleichschritt. Eine Studie des Krypto-Asset-Management-Unternehmens Iconic Funds legt nun nahe, dass Kryptowährungen auch generell stark mit dem traditionellen Märkten korrelieren. Liquidität spielt dabei eine entscheidende Rolle. 

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Das Start-up mit Sitz in Frankfurt ist ein Joint Venture zwischen der Krypto-Asset-Management-Gruppe Iconic Holding und der Cryptology AG. Es wurde von den Unternehmern Christian Angermayer und Mike Novogratz gegründet. Letzterer ist im Krypto-Space vor allem als CEO der Krypto-Investmentfirma Galaxy Digital Investment Partners bekannt.

Hintergrund der Studie, die Mitte September veröffentlicht wurde, waren die rasanten COVID-19-getriebenen Kursverluste, die im März nicht nur die traditionellen Märkte, sondern auch Bitcoin und Co. in die Tiefe rissen.

Wie konnte es dazu kommen? Dies wollte das Krypto-Start-up genau wissen und erstellte einen Datensatz für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 31. März 2020 – und erfasst damit praktisch die gesamte Krypto-Historie vom Genesis-Block bis zum Corona-Crash. Dabei konzentrierte sich das Team auf die zehn größten Kryptowährungen, gemessen an der Marktkapitalisierung. 

Nicht nur Ausnahme, sondern die Regel

Während für viele wohl die naheliegende Erklärung für die starke Korrelation im März war, dass Menschen in Krisenzeiten die gleichen Handlungsmuster haben und zuerst ihre spekulativen Investments (Aktien, Kryptowährungen) abstoßen, um an Bargeld zu kommen, geht Iconic Funds mit seiner empirischen Studie noch einen Schritt weiter: Kryptowährungen korrelieren nicht nur bei Liquiditätsengpässen mit den Märkten, sondern mit den meisten Marktbewegungen. So geht das Start-up davon aus, dass die Kopplung von Bitcoin und Co. keine Ausnahme, sondern eher die Regel darstelle.

Kryptowährungen sind kohärent miteinander

Zunächst untersuchte die Studie die Kopplung der Kryptowährungen untereinander. Abgesehen von den beiden Ausnahmen Tether und LEO zeigen die finalen Ergebnisse, dass der Grad der Korrelation zwischen den einzelnen Kryptowährungen mit sehr wenigen Ausnahmen sehr hoch ist. Das heißt zum einen, dass die führenden Kryptowährungen als eine kohärente Einheit betrachtet werden können. Es sei denn, ihre Struktur und Kurstreiber unterscheiden sich erheblich, wie es bei Stable Coins wie Tether der Fall ist. Auch scheint LEO eine relativ niedrige Korrelation zu anderen Kryptowährungen zu haben. Die Autoren der Studie nennen als möglichen Grund dafür den Umstand, dass LEO als hauseigener Token der Bitcoin-Börse Bitfinex nicht das Ziel verfolge, sich zu einem Zahlungsmittel zu entwickeln. Zudem wurde der Verkauf auch zunächst ausschließlich privat durchgeführt, was das öffentliche Engagement und die Liquidität begrenzt. 

Korrelation mit traditionellen Marktindizes

Als Ausgangspunkt fungierte die Pearson-Korrelation, an der die Kurse der Kryptowährungen mit den Markt-Indizes über den gesamten verfügbaren Zeitraum gemessen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass in der Tat eine begrenzte Korrelation zwischen einigen Kryptowährungen und Finanzmärkten herrscht. Überraschenderweise sind Bitcoin, Ethereum und Chainlink die einzigen Coins, die eine statistisch signifikante Korrelation mit den wichtigen Indizes liefern. Ein irreführendes Ergebnis? Nein. Laut der empirischen Studie liege es an der Liquidität.

Der Grund für Korrelation ist Liquidität

Ab dem Moment wo Kryptowährungen das Licht der Welt erblicken, ist ihre Liquidität meistens sehr gering. Dies galt auch für die ersten Jahre von Bitcoin. In diesen Anfangsstadien einer solchen Währung handeln nur sehr wenige Menschen damit. Per Definition ist zu erwarten, dass die Korrelationen mit anderen Marktindizes nahe Null liegen, da es nicht genügend Marktteilnehmer gibt, um die ordnungsgemäße Kursfindung zu beeinflussen. Anstatt durch systemische Marktereignisse beeinflusst zu werden, werden die Kurse eher durch zufälliges und oft unlogisches Verhalten getrieben. Im Umkehrschluss führt eine hohe Liquidität dazu, dass Kryptowährungen durchaus mit traditionellen Märkten korrelieren. 

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