Stellar Foundation halbiert XLM-Menge

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Ein grüner nach oben gerichteter Pfeil zeigt nach oben und symbolisiert steigende Kurse. Im Hintergrund sieht man die Namen verschiedener Kryptowährungen, wobei Stellar grün hervorgehoben ist.

Quelle: Shutterstock

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Die Stellar Development Foundation, die Organisiation hinter der Kryptowährung Stellar Lumens (XLM), hat eine drastische Verknappung des XLM-Bestands durchgeführt. Der sogenannte Token Burn wurde von der SDF am 4. November vollzogen. Das geht aus einem Blog-Eintrag der Organisiation vom gleichen Tag hervor. Danach hat die Foundation insgesamt 55 Milliarden XLM verbrannt – und damit mit mehr als die Hälfte aller XLM. Der XLM-Kurs reagierte auf die Angebotsverknappung mit zweistelligen Zuwächsen.

Stellar Foundation will weniger, dafür gezieltere XLM Airdrops

Die alte Gesamtmenge von Stellar belief sich auf 105 Milliarden XLM. 20 Milliarden davon befinden sich in Umlauf. Weitere 17 Milliarden XLM lagerten im Stellar Development Fund und 68 Milliarden waren für die Verteilung via Airdrop und Partnerschaftsprogramme vorgesehen.

SDF hat einerseits 5 Milliarden XLM aus dem Operating-Fonds „verbrannt“; den größten Einschnitt hat die Organisation jedoch bei den Partnerschafts- und Air-Drop-Programmen vorgenommen: 50 Milliarden XLM hat die SDF aus diesen Töpfen vernichtet. Offenbar ist bei der SDF mit den Jahren die Erkenntnis gereift, dass die XLM-Menge ihrem Anliegen, Stellar als internationalen Zahlungsstandard zu etablieren, nicht zuträglich war.

SDF kann schlanker sein und die Arbeit verrichten, für die es geschaffen wurde, mit weniger Lumens. Im Laufe der Jahre haben wir auch gesehen, dass Giveaways und Airdrops immer weniger Wirkung zeigen, vor allem in den überdimensionalen Mengen, die unser ursprünglicher Plan vorgesehen hatte. Ein kleineres öffentliches Programm hätte also ebenso viel Wirkung.

Ferner seien das Netzwerk und die Community von Stellar nun „robust genug“, damit die SDF fortan weniger Platz im Ökosystem einnehmen könne.

Wir sind nur ein Stück von einem viel größeren Ganzen, und die Mittel, die wir verwalten, sollten das widerspiegeln,


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heißt es in dem Blog Post zum Token Burn.

Wie es für Stellar weitergeht

Die 12 Milliarden XLM, die im Operating Fund verbleiben, sollen nun vor allem darauf verwendet werden, um die Stellar Foundation weiter auszubauen. Vor allem will die SDF weiteres Personal einstellen. Ein Paradigmenwechsel, meint die Foundation:

Der Aufbau von Humankapital ist ein grundlegender Strategiewechsel für die Stiftung. In den ersten fünf Jahren nach der Gründung von Stellar war SDF eine minimalistische Organisation. Anfang 2019 haben wir beschlossen, diesen Ansatz zu überdenken. Da das Ökosystem gewachsen ist, haben wir es uns angenehmer gemacht, selbst zu wachsen. Wir begannen, vielen Entwicklern und Projekten, die in der Vergangenheit vielleicht Partnerschaftszuschüsse oder andere Unterstützung von uns erhalten hätten, Vollzeitstellen anzubieten.

Um Sorgen zu zerstreuen, dass die SDF Schindluder mit dem Operating Fund treibt, sind die 12 Milliarden XLM in Treuhand-Wallets verwahrt. In den nächsten vier Jahren werden diese sukzessive (vier Milliarden XLM pro Jahr) freigeschaltet.

Auch für die verbleibenden 12 Milliarden XLM aus dem Partnerschaftsprogramm hat SDF einen Ausblick gegeben.

Mit 10 Milliarden XLM entfällt der Löwenanteil dabei auf die Förderung von Stellar-basierten Anwendungsfällen. Dabei will die SDF einerseits mit zwei Milliarden XLM hauseigene Projekte fördern, die der Entwicklung von Use Cases für Stellar dienen. So arbeite man etwa derzeit an einer Bezahl- und Verwahr-Wallet für den lateinamerikanischen Raum. Diese soll Anfang 2020 auf den Markt kommen. Die anderen acht Milliarden XLM fließen in einen Fonds, der Investitionen in Unternehmen, die Stellar Use Cases entwicklen, dient. Dieser „Enterprise Fund“ tritt an die Stelle des bisherigen Partnerschaftsprogramms.

Zwei Milliarden sollen in die Unterstützung des Ökosystems fließen. Konkret geht es um die Förderung unabhängiger Entwickler, die Beiträge zur Verbesserung der Netzwerkinfrastruktur und Projekte, die Schnittstellen zum traditionellen Finanzsystem bilden.

XLM-Kurs reagiert erwartungsgemäß

Der XLM-Kurs reagierte auf die Verkündung des Token Burn mit starken Anstiegen von zwischenzeitlich über 30 Prozent im Vergleich zum Vortag. Aktuell handelt Stellar Lumens um 0,081 US-Dollar und damit fast 40 Prozent höher als noch vor einem Monat. Das dürfte angesichts der schlagartigen Halbierung des Angebots die wenigsten überraschen. Wie lange XLM das Niveau halten kann, bleibt abzuwarten. Schließlich könnte die Entscheidung, die Hälfte des Bestandes zu zerstören, auch Hinweis auf eine geringe Nachfrage für XLM sein.

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