SEC verhängt Geldstrafe für EtherDelta-Gründer

SEC verhängt Geldstrafe für EtherDelta-Gründer

Die US-amerikanische Wertpapieraufsicht SEC hat Maßnahmen gegen die dezentrale Krypto-Börse (DEX) EtherDelta ergriffen. EtherDelta-Gründer Zachary Coburn muss sich für den Betrieb einer nicht registrierten Wertpapier-Börse verantworten.

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securites and Exchange Commission) hat den Hammer fallen lassen. Zachary Coburn, dem Gründer der dezentralen Krypto-Börse EtherDelta, wird zur Last gelegt, über 18 Monate einen unzulässigen, weil nicht registrierten Handel mit Wertpapieren betrieben zu haben. Die SEC verkündete ihre Entscheidung am 8. November. Die Benutzer der Krypto-Börse haben in diesem Zeitraum über 3,6 Millionen Order für den Kauf und Verkauf von Token erteilt. Da Teile dieser ERC20-Token nach dem US-Bundesgesetz als Wertpapiere eingestuft werden, hätte Coburn EtherDelta bei der SEC registrieren müssen.

Damit hat EtherDelta gegen Abschnitt 5 des US-amerikanischen Börsengesetzes verstoßen, laut dem für nicht registrierte Börsen und/oder Broker der geschäftsmäßige Handel mit Wertpapieren verboten ist. Eine Ausnahme können Börsen bilden, deren Handelsvolumen in den Augen der Kommission so gering ist, dass eine Registrierung nicht praktikabel bzw. notwendig wäre. Offensichtlich war das bei EtherDelta nicht der Fall.

Coburn kooperiert mit SEC

Obwohl Coburn seit November 2017 nicht mehr am Betrieb der Börse beteiligt ist, muss er sich als ihr Gründer verantworten. Coburn hat sich bislang weder geständig gezeigt noch ein Dementi geben. Die SEC stellt in ihrem Report allerdings fest, dass der EtherDelta-Gründer die Ermittlungen der SEC durch seine Kooperation erleichtert hat. Dadurch konnte Coburn das Strafmaß senken:

„Die Kommission verhängt keine zivilrechtliche Geldbuße in Höhe von mehr als 75.000 US-Dollar, basierend auf seiner [Coburns] Mitarbeit bei einer Untersuchung der Kommission und seiner Zusicherung, in allen damit verbundenen Vollstreckungsmaßnahmen auszusagen.“

Mit den 75.000 US-Dollar ist es allerdings noch nicht getan. Dazu kommen noch 313.000 US-Dollar, die Coburn durch die Transaktionsgebühren auf EtherDelta verdient haben soll.

Das Urteil zeigt, dass sich auch dezentrale Krypto-Börsen nicht dem langen Arm der SEC entziehen können. Es ist unklar, warum Coburn der Registrierungspflicht nicht nachgekommen ist. Diese wurde von der SEC vergangenes Jahr in ihrem DAO-Report erneut betont.

Die SEC stellte in der Causa EtherDelta fest, dass sich ein Großteil der Transaktionen im Zeitraum nach der Veröffentlichung des DAO-Reports abgespielt haben. Möglicherweise sah sich Coburn zu dieser Zeit bereits nicht mehr für die Geschicke von EtherDelta verantwortlich, da er die Krypto-Börse im Dezember 2017 an ausländische Käufer veräußert hatte.

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