Die Zeiten waren für Michael Saylor schon mal leichter. Der Strategy-Gründer hat an Vertrauen eingebüßt, seit die größte Bitcoin-Treasury der Welt 32 BTC veräußerte. Die Kritik war groß, der Vorwurf des Wortbruchs stand im Raum. Nun holte der 61-Jährige zum Gegenschlag aus – und dürfte damit für reichlich Irritationen gesorgt haben.
“Ich habe euch gesagt, niemals eure Bitcoin zu verkaufen. Ich habe nie gesagt, dass die Firma ihre Bitcoin nicht verkauft.” Dieses Zitat von Michael Saylor geht gerade auf X viral. Auf der BTC-Prague rechtfertigte er damit den jüngsten Verkauf von Strategy. Er sagte: “Jeder der unsere Earnings Calls verfolgt oder unsere Mitteilungen gelesen hat oder überhaupt nur einen Funken Verstand besitzt, weiß, dass wir in den letzten fünf Jahren sehr deutlich gemacht haben, dass wir Bitcoin verkaufen, wenn wir müssen.”
Saylor vergangene Aussagen sorgen für Irritation
Das Problem: Seine Aussage entspricht nicht der Wahrheit. Michael Saylor hat in der Vergangenheit sehr wohl des Öfteren öffentlich versprochen, seine Firma werde niemals Bitcoin verkaufen. So zum Beispiel im Januar 2022. Als er die Frage mit „nein, niemals. Wir sind keine Verkäufer”, beantwortete.
Im April 2025 sagte er gegenüber Yahoo Finance: “Unserer Ansicht nach, verwenden wir Kapital am besten, indem wir Bitcoin kaufen und halten … Es ergibt keinen Sinn, den Gewinner zu verkaufen und einen Verlierer zu kaufen. Bitcoin ist der Gewinner.”
Bei CNBCs Sendung Squawk Box untermauerte er im Februar diesen Ansatz. “Wir werden Bitcoin nicht verkaufen, wir werden es kaufen. Jedes Quartal, für immer”, versprach Saylor. Im gleichen Monat kursieren Videos vom Strategy-Gründer, in denen er explizit sagt: “Ich verspreche euch, ich werde Bitcoin nicht verkaufen … Wir haben einen Doktortitel im Hodln.”
Ob Saylor sich an diese Aussagen allesamt nicht mehr erinnert, oder diese gar willentlich ignoriert, lässt sich nicht sagen. Fest steht jedoch: Seine Firma hat mit dem Bitcoin-Verkauf Anfang des Monats viel Vertrauen verspielt.
