Celsius-Nachspiel 

Celsius-Gläubiger können ihre Entschädigung jetzt verkaufen

Ionic Digital startet an der Nasdaq. Dadurch können Celsius-Gläubiger ihre im Insolvenzverfahren erhaltenen Aktien erstmals verkaufen. Doch das Direct Listing birgt Risiken.

Jan-Malte Minnerup
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Celsius Insolvenz

Beitragsbild: Shutterstock

| Im Juli 2022 hatte Celsius Insolvenz anmelden müssen

Es ist eine Geschichte voller Lügen und irreführender Behauptungen. Selbst die Manipulation des eigenen CEL-Tokens ist mit dabei. Mehr als vier Jahre nach der Insolvenz der Krypto-Kreditplattform Celsius können Gläubiger jetzt Aktien verkaufen, die sie als Teil ihrer Entschädigung erhalten haben.

Aus Gläubigern wurden Aktionäre

Im Juli 2022 hatte Celsius einen Insolvenzantrag gestellt und im Zuge der Restrukturierung wurden die Bitcoin-Mining-Aktivitäten in das dafür neu gegründete Unternehmen Ionic Digital überführt. Die übernommenen Vermögenswerte wurden in Form von 37 Millionen Class-A-Aktien an die anerkannten Celsius-Gläubiger ausgegeben. Bewertet wurden die Aktienpapiere im Insolvenzplan mit 20 US-Dollar je Aktie, was einem Gesamtwert von 740 Millionen US-Dollar entspricht.

Eine erste Entschädigung in Höhe von insgesamt drei Milliarden US-Dollar erhielten die Gläubiger bereits 2024. Es sollte aber noch zwei weitere Jahre dauern, bis die Aktien als letzter Teil der Entschädigung überhaupt über eine öffentliche Börse handelbar wurden. Erst durch das nun erfolgte Nasdaq-Listing können die Gläubiger ihre Entschädigungen in liquide Positionen umwandeln.

Direct Listing birgt Verkaufsrisiken

Für den Börsengang wählte Ionic allerdings ein Direct Listing, welches sich in einigen Punkten von klassischen Börsengängen unterscheidet. Durch die bereits im Vorfeld festgelegte Aufteilung des Aktienbestandes, werden zu Börsenstart auch keine neuen Aktien ausgegeben und kein frisches Kapital eingesammelt. Es kommt also zum direkten Verkauf der Anteile durch die Celsius-Gläubiger.

Durch die erstmals verfügbare Liquidität könnte jedoch ein Verkaufsdruck ausgelöst werden, welcher den Preis der Aktie und damit die Entschädigung der Gläubiger schnell fallen lässt. Daraus entsteht ein Risiko, welches es bei klassischen IPOs nicht gibt. Zudem gibt es bei dem Börsengang von Ionic keine Investmentbank, die das Angebot platziert. Der Markt muss den Wert des Celsius-Erbes entsprechend selbst herausfinden.

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