TradFi goes Krypto 

Nach JPMorgan: Auch Derivate-Gigant CME prüft eigenen Krypto-Token

Die CME Group prüft die Einführung eines eigenen Tokens – ein Schritt mit potenziell enormen Folgen für tokenisierte Sicherheiten und den Krypto-Derivatehandel.

Johannes Dexl
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CME Group Logo auf Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Die CME Group (Chicago Mercantile Exchange) ist der weltweit größte Marktplatz für Derivate
  • Terry Duffy, CEO der CME Group, hat angedeutet, dass der Derivate-Gigant die Einführung einer eigenen Kryptowährung prüft. Auf dem jüngsten Earnings Call bestätigte Duffy, dass das Unternehmen “Initiativen mit einem eigenen Coin prüft, den wir potenziell auf ein dezentrales Netzwerk bringen könnten”.
  • Der Kommentar erfolgte auf eine Frage zur Rolle von tokenisierten Sicherheiten. Duffy merkte dazu zunächst an, dass die weltweit größte Derivatebörse verschiedene Formen von Einschüssen, sogenannte Margins, sorgfältig prüfe. Er erklärte, dass ihm ein Token eines systemrelevanten Finanzinstituts wahrscheinlich lieber wäre als der Versuch einer Bank aus der dritten oder vierten Reihe, einen Token für Margins auszugeben. Dabei betonte er, dass man sich nicht nur tokenisiertes Bargeld ansehe, sondern eben auch verschiedene Initiativen mit einem eigenen Coin.
  • Das Unternehmen arbeitet bereits mit Google an einer Lösung für “tokenisiertes Bargeld”, die noch in diesem Jahr erscheinen soll und bei der eine Depotbank die Transaktionen abwickelt. Der von Duffy erwähnte “eigene Coin” scheint jedoch ein anderes Projekt zu sein, das die Firma potenziell auf ein dezentrales Netzwerk bringen könnte.
  • Sollte eine solche Initiative umgesetzt werden, wären die Auswirkungen weitreichend. Obwohl die CME Group Tokenisierung bereits zuvor als allgemeines Interessengebiet bezeichnet hatte, deutete Duffy das erste Mal das Konzept eines proprietären, CME-eigenen Token an.
  • Parallel dazu plant das Unternehmen, im zweiten Quartal des Jahres den 24/7-Handel für alle Krypto-Futures einzuführen und in Kürze Futures-Kontrakte für Cardano, Chainlink und Stellar anzubieten. Das durchschnittliche tägliche Krypto-Handelsvolumen der CME erreichte im vergangenen Jahr 12 Milliarden US-Dollar, wobei besonders die Micro-Ethereum- und Micro-Bitcoin-Futures-Kontrakte erfolgreich waren.
  • Mit dem Vorstoß wäre die CME jedoch nicht der erste TradFi-Player mit einem eigenen Token. JPMorgan hat bereits über den sogenannten JPM Coin tokenisierte Einlagen eingeführt.
  • Bitcoin, Ethereum und Co. werden derweil vom Crash bei Software-Unternehmen weiter nach unten gerissen. BTC fiel in den vergangenen 7 Tagen um 20 Prozent, bei Ethereum beträgt der Kursrückgang gar 30 Prozent.

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