Quantencomputer kommen eventuell schneller als erwartet: Was wären die Folgen für Bitcoin?

Binary Code

Zeitliche Vorhersagen für technische Erfindungen waren schon immer schwierig: Niemand kann die wirkliche Dimension der Entwicklungsgeschwindigkeit über lange Zeiträume richtig prognostizieren. Jetzt wird spekuliert, ob Quantencomputer deutlich früher produziert werden können als erwartet. Welche Folgen hätte das für Bitcoin?



Kommt 2017 die Quantencomputer-Offensive?

Ein neuer Report eines führenden Wissenschaftsmagazins erklärt die Entwicklung von Quantencomputern im Hinblick auf den zeitlichen Fortschritt. Demzufolge investieren Unternehmen aktuell bereits besonders starke Ressourcen in die Entwicklung der Quantencomputer und haben weitere Experten eingestellt, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Wann sind Quantencomputer möglich?

Der Report bringt die Antwort auf die Frage nach der Zeit sehr genau auf den Punkt: Ende 2017 seien Quantencomputer bereits möglich, heißt es darin. Lange Zeit wurde die technische Revolution infrage gestellt, nun zeigen sich nicht nur Wissenschaftler und Forscher

Google und Microsoft zählen zu den IT-Giganten, die sich mit eigener Kraft an den Forschungen zu Quantencomputern beteiligen – sicher auch, weil sie ein gewisses Eigeninteresse ab der Technologie haben.

Einfluss von Quantencomputer auf Bitcoin

Die Existenz von Quantencomputern könnte rein theoretisch und unter Anbetracht der aktuellen Gegebenheiten auf der Gegenseite die Existenz des Bitcoin zerstören, weil das Mining damit nicht mehr sinnvoll wäre: Die notwendigen Berechnungen, die beim Bitcoin auf dem SHA-256 Algorithmus basieren, wären damit theoretisch unmittelbar lösbar. Jemand, der im Besitz eines solchen Quantencomputers ist, könnte Hashfunktionen umkehren, ihnen also im Falle von Bitcoin die Existenzberechtigung nehmen. Anders gesprochen: Mit ihnen wäre es möglich, zu einem gegebenen Public Key unmittelbar den Private Key zu berechnen, womit man wiederum den Zugriff auf alle diesem Public Key zugeordneten Bitcoins erlangen würde.

Aber auch die Entwickler sind sich dieser „Gefahr“ bewusst. Eine Anpassung des SHA-256 Codes wäre hier von Nöten um Bitcoin selbst gegen die Gefahr von Quantencomputer zu schützen.

Meinung des Autors (Max):

Quantencomputer werden viele Lebensbereiche enorm beeinflussen, weil mit ihnen Berechnungen möglich sind, die aufgrund ihrer Komplexität früher für undurchführbar gehalten wurden. Aus dem rein mathematischen Fortschritt ergibt sich also ein gesamtwirtschaftlicher Wandel mit effizienteren Prozessen, ermöglicht durch Informationen, die zuvor nicht zur Verfügung standen.

Updated: 11.01.2017 19:00 Uhr

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Gautham via newsbtc

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

Bildquellen

  • Binary Code: © Weissblick - Fotolia.com

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