Bitcoin handelt am Mittwochmorgen, dem 19. August, bei 64.282 US-Dollar. Auf Tagessicht verhält sich die Kryptowährung mit einem Kurswachstum von 0,28 Prozent relativ ruhig, ebenso wie der Gesamtmarkt. Doch diese Ruhe könnte trügen.
Denn Staatsanleihen verzeichnen gerade neue Rekordrenditen. Das zeigen Daten von TradingView. So erreichte der Zinssatz für US-Bonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren gestern 5,33 Prozent und verzeichnete damit den höchsten Wert seit 2007. Ende Juni lag die Rendite noch bei rund 4,85 Prozent. Auch deutsche 30-jährige Staatsanleihen schossen auf neue Höhen (3,77 Prozent).
Der Anstieg dürfte eine Reaktion auf gestiegene geopolitische Unsicherheiten sein. Nach wie vor belastet der Iran-Krieg die Weltwirtschaft und sorgt nicht zuletzt durch steigende Ölpreise für anhaltende Inflationssorgen. Zudem steigt die Verschuldung in den USA weiter an und liegt nun fast bei 40 Billionen US-Dollar. Das entspricht in etwa der 15-fachen Wirtschaftsleistung Italiens.
Neuer Druck für Bitcoin?
Sollte die Rendite auf Staatsanleihen weiterhin hoch bleiben, könnte dies für Risikoanlageklassen wie Bitcoin oder auch Aktien zum Problem werden. Kurzfristig machen hohe Renditen sichere Staatsanleihen attraktiver und entziehen risikoreicheren Anlagen Liquidität. Gleichzeitig steigen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Investoren. Für Bitcoin bedeutet das tendenziell weniger Kapitalzuflüsse und einen höheren Verkaufsdruck.
Besonders problematisch: die Renditen steigen, obwohl sich das Wachstum der US-Wirtschaft insgesamt verlangsamt. Im zweiten Quartal ging die Rate auf 1,5 Prozent zurück.
Analysten sehen den Bereich zwischen 5,40 und 5,50 Prozent inzwischen als kritische Schwelle. Ab diesem Niveau könnte der Druck auf hoch bewertete Wachstumsunternehmen deutlich zunehmen.
