Vor knapp einem Monat ging die Robinhood Chain live. Nur sieben Tage später meldete Bernstein Research 3,1 Milliarden Dollar kumuliertes DEX-Volumen, was der neuen Chain zeitweise den dritten Platz nach Solana und BNB Chain einbrachte. Rund 65.000 Nutzer halten 300 Millionen Dollar in Stablecoins auf der Chain. Davon entfallen allein 250 Millionen Dollar auf Stock Token Volumen, das über Uniswap abgewickelt wurde, wie Uniswap am 24. Juli auf X bestätigte.
Tokenisierte US-Aktien wie Apple, Nvidia und Alphabet handelten ab Tag eins über UniswapX, rund um die Uhr in 120 Ländern verfügbar. Den größten Anteil des Volumens machten jedoch WETH und Memecoins wie CASHCAT und RHOOD aus. Am achten Tag schoss das Tagesvolumen auf 500 Millionen Dollar, was Robinhood Chain kurzzeitig auf Platz zwei hinter dem Ethereum Mainnet brachte, aber getrieben von Spekulation, nicht von tokenisierten Aktien.
Uniswap gewinnt, egal was gehandelt wird
Das Entscheidende ist nicht, was auf Robinhood Chain gehandelt wird, sondern wer die Infrastruktur stellt. Arcus, PancakeSwap und Rialto sind zwar integriert, spielen aber keine messbare Rolle. Praktisch das gesamte DEX-Volumen läuft über Uniswap, bis zum 10. Juli waren das 6 Milliarden Dollar kumuliertes Swap-Volumen auf der Chain.
Der TVL der Chain wächst derweil weiter: Von 106 Millionen Dollar in der ersten Woche auf aktuell 337,71 Millionen US-Dollar. Der größte Einzelposten bleibt das Lending-Protokoll Morpho, das Ethena mit einem 50 Millionen US-Dollar schweren USDG-Einlagenpool ausgestattet hat. Geoff Kendrick, Global Head of Digital Asset Research bei Standard Chartered, sagte, der Markt unterschätze die Tiefe dieser Partnerschaft. Die Bank sieht UNI bei 6,50 Dollar bis Ende 2026 und 100 Dollar bis 2030. Ob das eintrifft, bleibt abzuwarten.
Governance-Abstimmung: UNI wird zum Cash-Flow-Token
Fünf Jahre lang war UNI ein Governance-Token ohne direkten Bezug zu Protokollvolumina. Das Protokoll generierte rund 600 Millionen US-Dollar Jahresgebühren, die vollständig an Liquiditätsanbieter flossen. UNI-Halter stimmten ab, profitierten aber nicht.
Das UNIfication-Upgrade vom Dezember 2025, das mit 125 Millionen Ja-Stimmen gegen 742 Gegenstimmen angenommen wurde, änderte das. Seitdem werden Protokollgebühren in den UNI-Burn-Mechanismus über zwei Smart Contracts geleitet: TokenJar sammelt Gebühren, Firepit verbrennt UNI dauerhaft. Letzten Monat verbrannte das Protokoll an einem einzigen Tag 186.000 UNI.
Vom 19. bis 26. Juli stimmte die Uniswap-Community über zwei Vorschläge ab, mit denen das Protokoll künftig auf mehreren Blockchains Gebühren erheben soll. Laut Uniswap-Gründer Hayden Adams könnte dadurch – vor allem wegen des hohen Handelsvolumens auf der Robinhood Chain – deutlich mehr UNI verbrannt werden. Für die Annahme der Vorschläge waren jedoch 40 Millionen UNI-Stimmen erforderlich. Kurz vor Ende der Abstimmung waren erst rund 2,94 Millionen Stimmen abgegeben worden. Wird das Quorum verfehlt, müssen die Vorschläge erneut zur Abstimmung gestellt werden.
UNI testet den 200-Tage-EMA
UNI notiert aktuell bei rund 3,90 Dollar und testet damit den fallenden 200-Tage-EMA auf demselben Niveau. Seit dem Juni-Tief bei 2,30 Dollar hat der Token rund 67 Prozent zugelegt. Der 36-Tage-EMA bei 3,46 Dollar, ein von bekannten Hedgefonds genutzter Indikator, hat im Juli als Unterstützung gehalten und fungiert als erste relevante Zone nach unten.
Ein nachhaltiger Tagesschlusskurs über dem 200-Tage-EMA wäre das erste klare technische Signal seit Monaten. In diesem Fall rückt der Widerstandsbereich bei 4,158 Dollar ins Blickfeld. Wird dieser Bereich nachhaltig geflippt, könnte UNI schnell in Richtung 4,80 US-Dollar laufen – für eine präzisere Einschätzung braucht es jedoch weitere Indikatoren. Hält der 200-Tage-EMA als Widerstand, dürfte UNI zwischen 3,50 und 4 Dollar konsolidieren, bis die Governance-Abstimmung ein klares Ergebnis liefert.
